Thuisbrunn
Verkehrssicherheit

Übler Sturz auf Schlagloch-Piste beschäftigt den Gräfenberger Stadtrat

Seit einem Jahr fordern die Freien Wähler eine Prioritätenliste der sanierungsbedürftigen Straßen rund um Gräfenberg. Nun ist auf einer dieser ramponierten Straße eine Fahrradfahrerin gestürzt und schwer verunglückt.
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Dies ist die Unfallstrecke, auf der die 60-jährige E-Bike-Fahrerin sich schwer verletzte. Foto: Patra Malbrich
Dies ist die Unfallstrecke, auf der die 60-jährige E-Bike-Fahrerin sich schwer verletzte. Foto: Patra Malbrich

Gut 65 Kilometer misst das Straßennetz der Stadt Gräfenberg samt Gemeindeteile. Etliche Straßen davon müssten komplett, etliche streckenweise saniert werden. Manche davon auch rundherum erneuert. Nun ist vor wenigen Tagen eine 60-jährige Frau von ihrem E-Bike auf einem maroden Teilstück bergabwärts in Thuisbrunn gestürzt. Schwer verletzt wurde sie mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen und muss mehrmals operiert werden.

Das weiß auch Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD), der den Unfall zutiefst bedauere und sofort Kontakt mit der Tochter der Verunglückten aufgenommen hat. "Sie weiß nicht, ob der Straßenzustand Grund für den Sturz war, aber sie macht uns keinen Vorwurf", erklärt Nekolla.

FW fordert Prioritätenliste

Das jedoch tut die Fraktion der Freien Wähler. Der Thuisbrunner Stadtrat Konrad Hofmann mahnte bereits im September vergangenen Jahres die Straßenzustände an und regte eine Bestandsaufnahme durch das Bauamt mit anschließender Priorisierung der anstehenden Sanierungsmaßnahmen an. Diese Maßnahmen sollen dann umgesetzt und der Stadtrat über die aktuelle Situation informiert werden.

So wurde das im Stadtrat auch beschlossen. "Die Prioritätenliste ist nie gemacht worden", moniert Konrad Hofmann jetzt. Eine weitere Straße in Thuisbrunn, die ebenfalls häufig von Fahrradfahren genutzt wird, sieht weitaus ramponierter aus. Auch dort sei noch nichts geschehen. Er regte in den Sitzungen ebenfalls an, Straßen in den Außenorten zu sanieren wie in Rangen oder Walkersbrunn und schickte mehrfach Mängelmeldungen zur Verwaltung. Es entstehe durchaus der Eindruck, dass sich um die Außenorte nur wenig gekümmert werde.

Stadtrat Hofmann ist der Meinung, zuerst sollten die Pflichtaufgaben wie die Straßensanierungen erledigt werden, bevor große Projekte wie die Sanierung des Scheunenviertels oder die Nahwärmeversorgung angegangen würden. Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla räumt ein, dass die Prioritätenliste noch nicht fertig sei, möchte den Vorwurf so aber nicht stehen lassen. "Wir sind bemüht, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und haben auch viel umgesetzt", sagt Nekolla. Zum Verkehr zählt er nicht nur die Auto- und Radfahrer, sondern auch die Fußgänger.

So wurden in Gräfenberg allernötigste Reparaturen ausgeführt. Dazu zählen Treppen wie in der Hubertusstraße. "Sie wurden für 15 000 Euro komplett saniert", betont Nekolla. Der Fußweg an der Kasberger Straße Richtung Freibad wurde saniert, der Gehweg bei der Grundschule komplett erneuert und auch in der Guttenburger Straße wurden 80 Meter Gehweg neu gebaut, nennt das Gräfenberger Stadtoberhaupt Beispiele.

Zudem wurden Teilstücke immer wieder geflickt. Manchmal mache das Flicken jedoch keinen Sinn, sondern fördere mehr Unebenheiten. "In den vergangenen 18 Jahren wurden die Straßen und Wege aus finanziellen Gründen grob vernachlässigt", gibt Nekolla zu. Die Finanzen sind neben den überbordenden Aufgaben im Bauamt und den schwer zu erhaltenden Firmen auch Grund, dass sich jetzt so manche Maßnahme nicht einfach umsetzen lasse, seien doch die Straßenausbaubeitragssätze durch die Freien Wähler abgeschafft worden.

Millionen wären nötig

"Jeder hebt drohend die Hand, wenn der Haushalt eine kleine Verschuldung ausweist. Wir bräuchten viele Millionen, um das Straßennetz makellos zu bringen", hält Nekolla entgegen. Eine Prioritätenliste befürwortet er, denn damit hätte sich bei den Haushaltsbesprechungen die Diskussion ums Geld für Straßensanierung erledigt.

"Die Prioritätenliste ist in Arbeit", ergänzt Nekolla und nimmt den Herbst ins Visier, um mit seinen Stadträten die schadhaften Straßen zu begutachten und nach Dringlichkeit einzustufen.

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