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Forchheim
Wasserkraft

Turbine am Ochsenklavier dient den Fischen

Die Schnecken-Turbine am Ochsenklavier kann zwar 40 Haushalte mit Strom versorgen. Doch das Projekt dient weniger der Energiegewinnung sondern den Wanderfischen.
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Für die menschliche Energie-Gewinnung ist es nur ein kleiner Schritt, doch für die Fische ist es ein Riesensprung flussaufwärts. Die Rede ist vom Bau eines kleinen Wasserkraftwerks und einer Fischtreppe am sogenannten Ochsenklavier.
Bisher konnten die Wanderfische den 2,50 Meter hohen Absturz in der Nähe des Forchheimer Augrabens nicht überwinden. Dank des Engagements von Johannes Kraus ist die Durchgängigkeit für die Fische im Wiesent-System ab sofort aber wiederhergestellt.

Der Natur etwas zurückgegeben

Der in München lebende Unternehmer ist in Forchheim kein Unbekannter. Nicht nur, weil Johannes Kraus seit 15 Jahren das Kraftwerk am Schwedengraben betreibt; sondern weil er auch den ökologischen Aspekt der Wasserkraft im Blick hat.
Bereits am Schwedengraben hat Kraus eine Fischtreppe finanziert und "der Natur ein Stück zurückgegeben", wie Albert Schütze, der Ehren-Präsident des Fischereiverbands Oberfranken, sagt.

Seit 1996 verfolgten die Experten vom Fischereiverband das Ziel, den sogenannten Forchheimer Fischwanderweg zwischen Regnitz, Trubbach und Wiesent durchlässig zu machen. "Das Ochsenklavier in Forchheim war das letzte Tor, um die Durchlässigkeit zu bekommen", sagt Albert Schütze. Und freut sich, dass Johannes Kraus "die neueste Version eines Umgehungsgerinne geschaffen hat", um den Wanderfischen den Weg frei zu machen. "Er hat etwas getan, ohne lang darüber zu reden", lobt Schütze, "er hat eine Ader dafür".

Der Münchner Unternehmer sagt, der Bau der Turbinen-Schnecke am Ochsenklavier sei tatsächlich "nur vordergründig wirtschaftlich". Maximal 80 Kilowatt Strom werden hier erzeugt. Das reiche in etwa, um 40 Haushalte (a´ drei Personen) pro Jahr mit regenerativen Strom zu versorgen.

500 000 Euro investiert

Bei einer Investition von rund 500 000 Euro ist folglich nicht die Ökonomie, sondern die Ökologie im Vordergrund. Weil er aber auch Vorteile vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
habe, sagt Kraus, und weil für das Ochsenklavier keiner zuständig schien, habe er sich für das Projekt "Schnecke mit Fischpass" entschlossen.
Das soll am Freitag, 7. Juni, gebührend gefeiert werden. Dann werden die Turbine und die Fischtreppe offiziell eingeweiht.

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