Weingarts

Trophäenschau im Landkreis Forchheim: Abschussquoten 2017 liegen präzise im Plan

Die Jäger der Kreisgruppe Forchheim des Bayerischen Jagdverbandes trafen sich zur Trophäenschau in Weingarts.
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Die Schau ist vorbei: Bernhard Mirsberger aus Neunkirchen am Brand nimmt die Trophäen ab. Foto: Franz Galster
Die Schau ist vorbei: Bernhard Mirsberger aus Neunkirchen am Brand nimmt die Trophäen ab. Foto: Franz Galster
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Über einen außerordentlich gut gefüllten Saal im Sportheim Weingarts blickte auch dieses Jahr wieder Hans Jürgen Dittmann bei seiner Begrüßung zur pflichtmäßigen Trophäenschau der Revierinhaber im Landkreis. Als Vorsitzender der Kreisgruppe Forchheim des Bayerischen Jägerverbands (BJV), begrüßte er bei den zahlreichen Ehrengästen unter anderen die stellvertretende Landrätin Rosi Kraus (CSU), MdL Michael Hofmann (CSU) und des Hausherrn, Bürgermeister Konrad Ochs (CSU).

Sein Dank galt vor allem dem hiesigen Jagdpächter Gerhard Kaul, der mit seinen fleißigen Helfern in Zusammenarbeit mit dem BJV und der unteren Jagdbehörde die Trophäenschau perfekt vorbereitete. 818 Trophäen von Rehböcken und von 52 Keilern waren, vorbildlich hergerichtet, akkurat an den Wänden des Saales zur Besichtigung befestigt. Die Schau dient zum strukturellen Erhalt der Wildtiere, so Dittmann. Sie gebe zudem eine Übersicht, welche Tiere bedroht, welche zu schützen sind.

Insofern ist man auch froh, dass ein Volksbegehren, diese Trophäenschau abzuschaffen, von der Bayerischen Staatsregierung abgelehnt wurde. Bürgermeister Ochs betonte in seinem Grußwort, wie wichtig die Vertretung der Interessen ist und erwähnte beispielhaft das Programm Natura 2000 mit tiefen Eingriffen. Beeindruckt zeigte sich Rosi Kraus von dieser 12. Hegeschau. Sie betonte den wichtigen Kontakt mit Landwirten und Waldbesitzern. Als besondere Herausforderung sieht sie die im Osten vor den Grenzen Deutschlands sich ausbreitende Afrikanische Schweinpest (ASP).

Das war auch ein Stichwort für MdL Michael Hofmann, der die ASP als eine gesamtheitliche Herausforderung und große Aufgabe besonders für die Jäger versteht. Keine Hysterie soll die Ausbreitung des Wolfes erzeugen, aber auch keinen Anlass zur Romantik, meinte Hofmann. Damit gebe es aber auch keine Ruhezeit in der Natur mehr. Deshalb müsse der Schutzstatus überprüft werden. Hofmann bietet für das Thema seine Hilfe an.

Kreisjagdberater Erich Fiedler grüßte die vielen Jagdvorsteher, Landwirte, Waldbauern, Förster und Jäger. Die Abschussquoten 2017 liegen präzise im Plan, stellte er lobend fest. Im Dreijahresabschlussplan sind im zweiten Jahr 66,68 Prozent vorbildlich erfüllt.

2.796 Stück Rehwild, davon 818 Böcke, 1016 weiblich und 962 Kitze wurden erlegt. Fiedler beklagte einmal mehr den viel zu hohen Fallwildanteil im Landkreis mit 21.2 Prozent. Auf der Schwarzwildstrecke wurde 667 Tiere erlegt, 161 mehr als das Jahr zuvor. Den höchsten Anteil weist Eggolsheim mit 178 und die Untere Mark mit 157 auf. Bei der Streckenliste B erwähnte Fiedler den Abschuss von 122 Wildkaninchen gegenüber 122 letztes Jahr. 1108 Abschüssen beim Fuchs stehen 2017 weniger mit 939 gegenüber. Neu ist der Abschuss von drei Marderhunden, der offensichtlich auf dem Vormarsch ist. Wurden vorher noch 14 Rebhühner erlegt, so war es 2017 nur ein einziges. Verdoppelt hat sich auch der Abschuss bei Graugans, Kanadagans und Nilgans mit insgesamt 84 Tieren. In der Nachbarschaft, dem Raum Bamberg, seien sie bereits ein ernstes Problem. Zufrieden zeigte sich Fiedler von der Abschussquote bei Rabenkrähen mit 878 Stück.

Der Eingriff bei Kormoranen zeigt Wirkung, 283 Tiere wurden 2017 erlegt. Fiedler warnt vor der tödlichen Gefahr durch die ASP und der Aujeszkysche Krankheit für die Jagdhunde. Blutentnahmeproben sollen daher bei der Veterinärstation in Ebermannstadt abgegeben werden.

Schließlich richtete Fiedler seinen Appell an alle, den Waldumbau zu unterstützen, sich gemeinsam für Flora und Fauna einzusetzen und die Gebote von Waidgerechtigkeit und des Tierschutzes zu beachten. Jürgen Kupfer von der Unteren Jagdbehörde informierte, dass es in Summe 130 Jagdreviere gibt, davon 112 Gemeinschaftsjagdreviere, 18 Eigenjagdreviere, davon sechs staatliche, sechs kommunale und sechs private.

Die Reviergröße im Landkreis beträgt 58.727 Hektar mit einer Waldfläche von rund 23 Prozent. Die jährliche Jagdpacht beträgt 274.779 Euro, das sind 4,68 Euro pro Hektar. Er bedankte sich, dass dieses Jahr die Streckenlisten zu 100 Prozent eingereicht wurden. Die ASP ist noch nicht angekommen. Das Risiko einer Einschleppung aus Polen oder Tschechien über Fleischhandel, Jagdtrophäen, Viehhandel oder Essensreste nehme aber ständig zu, so Kupfer. Monitoring, Prävention, Früherkennung sind gefordert.

"Aufmerksamkeit ja - übertriebener Aktionismus nein" ist seiner Devise. Verstärkt ist auch der Einsatz von Nachtzieltechnik möglich. Schließlich ging Kupfer auf die Rehabschussplanung 2019 ein. Diese setzt mit der Veröffentlichung der Endergebnisse des Forstlichen Gutachtens und Versand an die Beteiligten durch die untere Jagdbehörde Ende November 2018 ein und endet mit der Bestätigung/Festsetzung der eingegangenen Abschussplanungsvorschläge Ende April 2019. Forstdirektor Michael Kreppel vom Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg referierte noch zum Thema "Waldumbau" auf Grund der Klimaerwärmung von geschätzten 1,8 Prozent von 1900 - 2100. Verlierer sind demnach die Nadelhölzer, Gewinner Eiche, Buche und Edellaubholz. Kreppel empfiehlt mehrere klimatolerante Baumarten auf einer Fläche. "Wer sein Risiko streut, rutscht nicht aus", sagt er. Zum Schluss lud Dittmann bereits jetzt zur Hubertusmesse, die von den Effeltricher Bläsern mitgestaltet wird, am 3. November in Hetzelsdorf ein. Die Jagdhornbläser des Landkreises schlossen die Veranstaltung mit dem Gruß "Auf Wiedersehen".
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