7,4 Millionen Tagestouristen generierten nach Angaben des Statistischen Landesamtes einen Umsatz von 256 Millionen Euro. Davon soll die Fränkische Schweiz in Zukunft verstärkt profitieren. Deshalb hat die Beratungsgesellschaft Cima (City Management) unter der Leitung von Roland Wölfel, Obertrubach, ein Tourismus-Konzept erstellt, das Sandra Schneider, Leiterin der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz am kommenden Mittwoch, 4. Oktober im Kulturausschuss der Stadt Ebermannstadt vorstellen will.
Im Blick haben die Tourismus-Experten solvente, ältere Urlauber. Service, Einrichtung und technische Ausstattung der Gastronomiebetriebe müssten auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe abgesteckt werden. Barrierefreiheit, Komfort und eine gesicherte ärztliche Versorgung sei unabdingbar, denn rüstige Senioren seien nicht länger eine Randerscheinung, sondern ein etablierter, umsatzstarker Wirtschaftsbereich.
Angelockt werden die Touristen mit idyllischer Natur und einzigartigen Erlebnissen. Besonders wichtig: Regionale Identität! Zudem spiele neben der Erlebnisorientierung die zunehmende Sehnsucht nach einer Echtheit des Angebotes eine wichtige Rolle, heißt es in dem Konzept. Es gelte, Erlebnisräume mit Events zu inszenieren, Routen medienwirksam aufzubereiten oder Themenjahre zu gestalten. "Nur ein klares, emotional geprägtes, authentisches Profil kann die Präsenz am Markt erhalten" schreibt Roland Wölfel in seinem Konzept.
Als Themen, die Reiseanlässe schaffen, nennt die Studie Wandern, Mountainbike und Natur. Gesundheit, Brauchtum, Kultur und Sehenswürdigkeiten wie die Osterbrunnen, Schlösser und Burgen ergänzten das Hauptangebot. Insbesondere beim Thema Wandern könne ein nachfragestarkes Segment auf dem Markt bedient werden. Der Trendsport Mountainbike biete sich auf Grund der topografischen Gegebenheiten für die Fränkische Schweiz geradezu an. In Kombination mit dem E-Bike Angebot könne eine noch größere Zielgruppe angesprochen werden.
Die Expertise beschreibt die Fränkische Schweiz als unberührt, authentisch, gemütlich, ehrlich und ungeschminkt schön, eine "Region mit Herzblut". Hier gelte es die Wertschätzung des Handwerks noch deutlicher herauszustellen. Dazu zählten unter anderem die Obstbauern, Brauer und Brenner.
Durch Kombination mit den Leit- und Ergänzungsthemen sollen die Bereiche Genuss und "Draußen unterwegs" verstärkt vermarktet werden. Die Region soll zum Erlebnisraum werden, von der geführten Kirschblütenwanderung bis zur Obst-Veredelung oder zum Picknick im Kirschenobstgarten mit regionalen Produkten.
Um das Konzept umsetzen zu können, sei eine verstärkte Zusammenarbeit von Gastronomen, Hoteliers und Freizeitanbietern notwendig. Es gelte, die inhaltliche und strategische Abstimmung der touristischen Akteure und Institutionen zu verbessern. Diese Aufgaben sollen nun zwischen der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, dem Naturparkverein Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst, dem Fränkische-Schweiz-Verein, den Kommunen und Leistungsanbietern aus Gastronomie, Beherbergung und Produktion aufgeteilt werden.
Ziel ist eine Steigerung der Übernachtungszahlen um drei bis fünf Prozent, so dass eine Betten-Auslastung im gewerblichen Bereich von 35 Prozent erreicht wird. Derzeit liegt diese Quote in der Fränkischen Schweiz noch unter 30 Prozent. Diesem Ziel dienen auch die Anstrengungen, die Saison bis in den Winter hinein auszudehnen. Der Weg dorthin: Es sollen konkrete und messbare Jahresziele aufgestellt werden, die es dann auch zu erreichen gilt.