Hundsboden
Umweltschutz

Tierisch schöne Laternen bringen Licht in den Wildpark Hundshaupten

Das Thema Müll bewegt auch den Wildpark Hundshaupten. Dass man aus Abfall etwas Schönes - in diesem Fall Laternen - basteln kann, war der Auftakt von mehreren Aktionen, die für das Thema sensibilisieren sollen.
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Tierisch schöne Laternen im Wildpark Hundshaupten.Petra Malbrich
Tierisch schöne Laternen im Wildpark Hundshaupten.Petra Malbrich
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Ganz in die Arbeit versunken saßen mehr als 40 Kinder und deren Eltern an den Tischen im "Grünen Klassenzimmer" im Wildpark Hundshaupten. Zum ersten Mal haben die Mitarbeiter des Wildparks zum Laternenbasteln aufgerufen, mit überwältigender Resonanz. Dabei sind es nicht nur die Kinder, die mit Eifer dabei waren. "Auch den Eltern macht es Spaß", sagte Lisa Winzer mit einem Blick in den Raum. Und doch war es kein gewöhnliches Laternenbasteln. "Müll ist das Thema, das die ganze Welt bewegt", erklärte Winzer. Deshalb wollte man das Thema auch im Wildpark aufgreifen und als Auftakt mehrerer "Müllaktionen" etwas Schönes aus dem Abfall basteln. In diesem Fall Laternen für einen St. Martinszug.

Vor diesem Hintergrund war es nicht ungewöhnlich, dass irgendwo am Boden ein Karton gefüllt mit leeren Putz- und Spülmittelflaschen stand, aus dem sich einige Kinder eine Flasche in geeigneter Größe und Form heraus zogen und mit den Bastelideen auf den Farbvorlagen verglichen. Andere wählten alte Eierkartons als Grundmaterial für die Laterne. Die Böden der einzelnen Eiablagen wurden einfach abgeschnitten und mit buntem Transparentpapier beklebt. "Auf jedes kommt ein Tier", erklärt der Vater, der bei dieser Arbeit unterstützte. "Ich nehme einen Fuchs und einen Hasen", meinte die siebenjährige Sonja aus Cadolzburg und ihre Freundin Sarah wählt noch einen Igel aus den Tierstempeln aus.

Von den Fledermäusen ist die sechsjährige Alena aus Bamberg begeistert. "Sie jagen nachts und haben eine Echoortung", erklärte das Mädchen, warum sie eine Fledermauslaterne aus einer Flasche bastelt. Die Fledermäuse sind auch bei anderen Kindern beliebt, die gerade die Flügel oder Füße der Fledermäuse ausschnitten. Für einen Marienkäfer hat sich die vierjährige Dana aus Igensdorf entschieden. "Bunte Laternen mit Sternen haben sie im Kindergarten gebastelt", erklärt ihre Mutter. Das waren natürlich ganz andere Laternen. Diese hier sind eben doch ungewöhnlich, ideenreich und irgendwie auch niedlich. Selbst die Monster, die ein freundliches Grinsen im Gesicht hatten.

Ob von einem Jungen aus Schwabach oder dem Mädchen aus Garching, die Laternenbastelaktion fand großen Anklang. "Im Internet haben wir von der Aktion gelesen", erklärte der Vater aus Garching. In Pottenstein machen sie derzeit Urlaub und da passte ein Besuch im Wildpark mit der anschließenden Bastelaktion gut ins Programm. Die meisten Besucher hatten die Stunden vor dem Basteln im Wildpark verbracht, weiß Winzer. Immer wieder gingen in der Zwischenzeit die Kinder zu den Bastelmaterialien. Ein Junge zog eine Kastanie aus der Kiste mit Naturmaterialien. Die Kastanie könnte die Nase für sein Laternentier werden, so die Überlegung, die er mit der Betreuerin Lisa Winzer traf.

Einen Hund wollte ein anderer Junge gestalten. Dass ihm das wunderbar gelungen ist, wurde schnell sichtbar, denn nach getaner Arbeit stellten sich die Kinder vor dem Klassenzimmer auf. Inzwischen waren die Eigenproduktionen mit einem Laternenstab versehen und da es bereits dämmerte, strahlten und glänzten Fledermäuse, Bienen, Marienkäfer, Sterne und Monster um die Wette. Alle fröhlich wie ihre Halter und auch ein wenig aufgeregt, begann doch nun der Laternenzug im Wildpark, rund zu den Elchen und Hirschen, die bestimmt aus dem Staunen nicht heraus kamen. Der Wolf, der den Mond anheulte, blieb als Silhouette auf Zoes Laterne.



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