Forchheim
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Tiefgarage am Paradeplatz: Ausfahrt ist zu eng!

Fast jeder zweite Autofahrer hat Probleme bei der Ausfahrt aus der Tiefgarage am Paradeplatz in Forchheim. Der Radius der Kurve vor dem Chip-Einwurf an der Ausfahrschranke ist viel zu eng. Es muss sich was ändern, fordern die Stadträte des Freien Bürgerblocks Forchheim.
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Verrenkungen sind nötig, um an den Münzeinwurf zu gelangen. Foto: Josef Hofbauer
Verrenkungen sind nötig, um an den Münzeinwurf zu gelangen. Foto: Josef Hofbauer
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Der Teufel steckt im Detail: Nahezu die Hälfte der Autofahrer scheitern beim Versuch, problemlos aus der Tiefgarage am Paradeplatz in Forchheim herauszufahren. Der Kurvenradius ist zu eng, um den Park-Chip problemlos in den Schacht zu bekommen, damit sich die Schranke für die Ausfahrt öffnet.

Der erste Autofahrer kriegt die Kurve nicht. Er muss zurückfahren. Obwohl er rangiert, sind seine Arme zu kurz, um den roten Chip in den Automaten werfen zu können. Der Autofahrer stoppt, öffnet das Fenster. Der Herr versucht, an den Einwurfschlitz zu gelangen. Da macht plötzlich sein silbergraues Auto einen Satz nach vorne. Der Herr steigt aus, wirft den Chip ein und kann endlich die Tiefgarage verlassen.

Hinter ihm hat sich eine kleine Schlange gebildet. Doch auch der nächsten Autofahrerin, einer älteren Dame, geht es nicht besser. Auch ihre Arme reichen nicht bis zum Münzeinwurf.
Auch sie muss die Fahrertür öffnen, um die Schranke betätigen zu können.


"Das ist blöd gemacht"

Eine weitere Autofahrerin ist etwas näher am Einwurfschlitz. Doch sie muss den Sicherheitsgurt lösen und sich aus dem Fenster beugen, um den Ausfahrt-Mechanismus auszulösen. Der folgende Autofahrer löst das Problem, indem er kurz rangiert.

"Das ist blöd gemacht", bestätigt eine junge Mutter aus Lichtenfels, die zum ersten Mal in der Tiefgarage geparkt hat. Zwischen dem Chip und dem Einwurf-Schlitz klafft eine Distanz von gut einem halben Meter. "Ich könnt's mit Weitwurf versuchen", lächelt sie, nimmt dann aber dankend die Hilfe des Reporters in Anspruch. "Das war jetzt nicht so gut", bekennt eine Mittdreißigerin verlegen. "Einer von hundert Versuchen klappt", lacht die Dame und drückt mir den Chip in die Hand.

Kaum Beschwerden

Das sind keine Einzelbeispiele. Viele Autofahrer müssen Verrenkungen machen oder aussteigen, um an den Münzeinwurf zu kommen. Beschwert hat sich aber kaum jemand. "Es ist halt blöd, aber wenn ich m ich da aufrege, wird sich nichts ändern", findet eine Forchheimerin resignierend.

Anderer Meinung ist Stadtrat Heinz Endres (Freier Bürgerblock Forchheim, FBF). Er und seine Mitstreiter sind nach mehreren Ortsterminen zur Überzeugung gelangt, dass hier gehandelt werden muss. "Fast jeder zweite Autofahrer hat Schwierigkeiten, beim Ausfahren den Münzeinwurf zu erreichen", bestätigt Endres. "Ursache ist der zu enge Radius der Ausfahrt", sagt der Fahrlehrer, der daraufhin das Gespräch mit dem Betreiber der Tiefgarage, den Forchheimer Stadtwerken, gesucht hat.

Dort, berichtet Endres, sei das Problem bekannt. Allerdings sei momentan niemand gewillt, etwas zu ändern, da in einigen Jahren sowieso eine Sanierung der Tiefgarage ins Haus stehe. Doch die Stadträte der FBF wollen nicht so lange warten. "Es gibt ganz einfache, pragmatische Lösungen, die nicht viel kosten", findet Manfred Mauser (FBF).

Die Vorschläge haben die Stadträte schriftlich skizziert (siehe unten). Sie haben am Montag einen offiziellen Antrag an die Stadt gestellt, die Ausfahrt-Situation der Tiefgarage am Paradeplatz umgehend zu ändern.

Lösungen ausgearbeitet

Variante 1 sieht vor, vier Frauenparkplätze aufzulösen und so für eine gerade Ausfahrt zu sorgen. Die 90-Grad-Kurve würde entfallen. Bei der zweiten Variante müsste der Münzeinwurf so versetzt werden, dass sich die Ausfahrt-Schranke schon öffnet, bevor der Autofahrer die 90-Grad Kurve bewältigt hat. "Dies hätte den Vorteil, dass die bestehende Verkehrsführung nicht geändert werden müsste", erklärt FBF-Pressesprecher Hans Schneider. Er meint: "Da muss dringend was geändert werden."
Reinhard Postler, Technischer Leiter der Stadtwerke, will die Vorschläge erst mal prüfen. "Wir müssen sehen, was das kostet. Dann können wir eine Entscheidung treffen", zeigt sich der Vertreter der Stadtwerke gesprächsbereit.


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