LKR Forchheim

Thorsten Glauber hat noch keine Klarheit

Der Kandidat der Freien Wähler sitzt im neuen Landtag. Daran zweifelt keiner. Doch ist er auch der Top-Mann in Oberfranken? Karl Waldmann und Hermann Greif werden keine Abgeordneten.
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So sehen die Forch-Zeichner Simon Michael und Katharina Hötzel den Kampf von Thorsten Glauber (l., Freie Wähler) und Michael Hofmann (r., CSU) um einen Sitz im Landtag.
So sehen die Forch-Zeichner Simon Michael und Katharina Hötzel den Kampf von Thorsten Glauber (l., Freie Wähler) und Michael Hofmann (r., CSU) um einen Sitz im Landtag.
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Wie oft er am Montag auf "Neu laden" bei der Internet-Seite mit den oberfränkischen Ergebnissen zur Landtagswahl geklickt hat, wird er selbst nicht genau wissen. Es dürfte in Richtung einer dreistelligen Zahl gehen. Doch letztlich musste Thorsten Glauber von den Freien Wählern den Tag beenden, ohne endgültige Gewissheit zu haben, ob er als oberfränkische Nr. 1 oder Nr. 2 seiner Wählergruppe in den Landtag einziehen wird. Schuld daran sind die Stimmkreise 402 Bamberg-Stadt und 404 Coburg. Von dort lag auch bis Montagabend die exakte Auszählung der Zweitstimmen nicht vor, während die übrigen sechs Stimmkreise des Bezirks ihre Zahlen schon am frühen Nachmittag an den Landeswahlleiter übermittelt hatten.


Sorgen muss sich Glauber, der bereits in den vergangenen fünf Jahren in München Politik gemacht hat, nicht machen: Er wird sicher den im direkten Duell mit ihm erfolgreichen Michael Hofmann von der CSU ins Maximilianeum begleiten. Ohne die Ergebnisse von Bamberg-Stadt und Coburg liegt der 42-jährige Pinzberger mit 18 858 Stimmen (davon 16 088 Erststimmen) klar vor Peter Meyer, der bisherigen Nr. 1 der Freien Wähler. Der Bayreuther liegt bei 15 210 Stimmen. Die beiden dürften die zwei oberfränkischen Sitze der Freien Wähler gebucht haben. Denn Platz 3 ist mit 8079 Stimmen schon deutlich entfernt.



Den belegt noch die 23-jährige Elisabeth Simmerlein aus Elsenberg, für die sich Glauber riesig freut: "Das ist ein Wahnsinnsergebnis, und das als Zweistimmenkandidatin. Sie hat großartige Arbeit geleistet." Über sein eigenes Ergebnis wollte sich Glauber vor der abschließenden Meldung noch nicht äußern, machte jedoch klar, dass er sehr glücklich mit seinem Abschneiden ist. Schließlich hat er das beste Erststimmen-Ergebnis der FW in Bayern eingefahren.


Oberbayern zieht Grüne runter
Die Grünen im Landkreis haben indessen "geschockt" auf das Wahlergebnis reagiert. Das sagt Karl Waldmann, der als Direktkandidat für den Landtag ins Rennen gegangen ist. Vor allem der Einbruch der Grünen in Oberbayern (von 13,1 auf unter zehn Prozent) habe sich bedauerlich auf die Situation der Grünen in der hiesigen Region ausgewirkt: Die Grünen in Oberfranken kamen auf rechnerisch 1,33 Sitze. Bei rechnerisch 1,5 Sitzen wäre Karl Waldmann - aktuell mit 7270 Stimmen hinter Ulrike Gote (14 540) auf Platz 2 - wohl in den Landtag eingezogen. Persönlich sei er mit seinem Ergebnis aber zufrieden, betonte der Grüne Kreisrat aus Heroldsbach, der im Landkreis Forchheim 902 Erststimmen hinzugewonnen hat. Oberfrankenweit hat der Gymnasiallehrer aus Forchheim seinen Stimmanteil im Vergleich zur Wahl 2008 um 20 Prozent gesteigert.

Bemerkenswert sei auch das Abschneiden der Grünen in der Stadt Forchheim: "Hier liegen wir mit 9,4 Prozent deutlich über dem Schnitt in Bayern." Karl Waldmann konnte seinem knappen Scheitern aber auch etwas Positives abgewinnen: "Bei einer absolute Mehrheit der CSU in München, da mache ich lieber Bildungspolitik am Ehrenbürg-Gymnasium."

Gerne nach München wäre hingegen Hermann Greif gegangen. Da allerdings die CSU wohl nur ein zusätzliches Mandat in Oberfranken erhält, muss der BBV-Bezirkspräsident aus Pinzberg zusehen, wie sich darum MdL Ludwig Freiherr von Lerchenfeld (Presseck) und Bayreuths Ex-Bürgermeister Michael Hohl streiten. Beide haben bereits doppelt so viele Stimmen wie Greif (15 701) gesammelt. Der ist mit dem "komfortablen dritten Platz" trotzdem zufrieden: "Ich denke, ich habe das Vertrauen in mich gerechtfertigt und einen guten Kandidaten für die CSU Forchheim abgegeben." Er müsse auch die Stärke der Freien Wähler im Landkreis anerkennen. Leise hofft er noch auf München: "Ist ja auch gut, wenn man einer der ersten Nachrücker ist..."

Keine Chance auf einen SPD-Sitz im Landtag hat Reiner Büttner. Im internen Ranking lag der Buckenhofener am Montagabend lediglich auf Rang 6.

Ergebnisse der Direktkandidaten und Parteien in den fränkischen Stimmkreisen finden Sie unter wahlen.infranken.de. Auch Detailinformationen zu den Direktkandidaten finden Sie auf dieser Seite.

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