Forchheim
Europa

Themen, die Europäer und Forchheimer bewegen

Italien, Polen und Zeitumstellung waren die Hauptthemen bei der Pro-Europa-Aktion "Pulse of Europe" in Forchheim.
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Die Pro-Europa-Kundgebung in Forchheim Foto: Pauline Lindner
Die Pro-Europa-Kundgebung in Forchheim Foto: Pauline Lindner

Welche Themen bewegen die Europäer? Drei Nachrichten der jüngsten Zeit stellte Emmerich Huber, der Initiator der Pulse-of-Europe-Treffens in Forchheim, auf dem Marktplatz zur Diskussion. Oder , wie er selbst formulierte: "Zum Nachdenken zu bringen."

Erstens, dass die EU-Kommission den Haushalt Italiens zurückgewiesen hat, mit der Gefahr des italienischen Staatsbankrotts und damit einem Sprengsatz für die Euro-Zone. Zweitens, dass Polen sich dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) beugt und pensionierte Verfassungsrichter wieder ins Amt ruft. Oder drittens: Auf die zweimal jährliche Zeitumstellung zu verzichten?

"Ist das das Wichtigste in Europa?", fragte er in den Kreis von knapp 40 Personen. Acht Promille der EU-Bürger haben an der Abstimmung teilgenommen. 80 Prozent von ihnen, so wusste die frühere Europa-Parlamentsabgeordnete Wilmya Zimmermann (SPD), waren Deutsche. Und die präferieren die ganzjährige Beibehaltung der Sommerzeit. Das sieht sie skeptisch, weiß sie doch von ihrer Familie in den Niederlanden, dass dort der Sonnenaufgang fast eine Stunde später als bei uns ist. Oder im westlichsten Bereich der mitteleuropäischen Zeitzone in Westspanien. Dort geht derzeit die Sonne erst um acht Uhr auf.

Grenzkontrollen

Nachdenklich stimmte Zimmermann, dass vor 40 Jahren Menschen an der deutsch-französischen Grenze "begeistert, die Grenzschranken umgelaufen haben", sie selber und eine ganze Busreisegesellschaft aber 40 Jahre später bei einer Reise von Wien nach Rumänien bei der Ein- wie der Ausreise aus Ungarn einer einstündigen Ausweiskontrolle unterzogen wurden. "Wir müssen weiter für Reisefreiheit kämpfen", forderte Zimmermann. Für die vielen Auseinanderbewegungen in Europa, hervorgerufen durch populistische Regierungen, sieht Tobias Lukoschek, der Europa-Kandidat der FDP, mögliche Signale von den US-amerikanischen Wahlen zum Senat und zum Repräsentantenhaus, falls sich die republikanische Mehrheit im Parlament verfestigen sollte. Er befürchtet, dass sie dortige Tendenzen mitnehmen und so neuen Schwung erhalten.



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