Hiltpoltstein
Marktgemeinderat

Thema Entsorgung des Klärschlamms holt auch Gemeinde Hiltpoltstein ein

Für die Entsorgung des Klärschlamms, der nicht mehr einfach ausgebracht werden darf, will sich Hiltpoltstein rüsten. Die Gemeinde tritt einem Netzwerk bei.
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Die Kläranlage Hiltpoltstein Foto: Petra Malbrich
Die Kläranlage Hiltpoltstein Foto: Petra Malbrich

Die Entsorgung des Klärschlamms wird ein großes Thema für die Kommunen werden. Davon ist die Hiltpoltsteiner Bürgermeisterin Gisela Bauer (BfH) überzeugt. Sie plädierte dafür, einem Energieeffizienznetzwerk beizutreten. Bereits im August stand das auf der Agenda des Gemeinderats, doch der Tenor im Sitzungssaal war eher zweifelnd, kostet die Mitgliedschaft doch Geld und die Kommune sei bereits Mitglied der Energieregion. Mehr Informationen einzuholen lautete deshalb die Hausaufgabe an die Bürgermeisterin. Mit Markus Brautsch, dem Leiter des Instituts für Energietechnik (IfE), und Dominik Bigge, dem Energiemanager des Landkreises Forchheim, holte sie deshalb die beiden Experten für Energieeinsparungen in den Sitzungssaal. "Ich möchte, dass wir von Anfang an dabei sind, denn oft ist es ein Nachteil, im Nachhinein auf den Zug zu springen", sagte Bauer. "Es werden Biogasanlagen plattgemacht, um den Klärschlamm zu trocknen", ärgerte sich Zweiter Bürgermeister Georg Potzner (CSU) über die Gesetzgebung. Gerhard Prütting (FW) nannte kopfschüttelnd Beispiele, dass der getrocknete Klärschlamm von Italien nach Deutschland gefahren würde, während hier schon alles zu viel sei. "Derzeit bekommen Firmen unseriöse Angebote von irgendwelchen Firmen, die den Klärschlamm irgendwo entsorgen würden", erzählte Brautsch dazu. "Das Thema Klärschlamm wird uns einholen. Dann ist es wichtig, vernetzt zu sein", betonte Potzner. Mehr noch: Der Gesetzgeber fordere sogar, dass sich die Kommunen zusammensetzen, um voneinander zu lernen, betonte Bigge.

Förderprogramm

Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen gebe es bereits ein Förderprogramm für Kommunen. Dort sei die Gemeinde Hiltpoltstein bereits offiziell gelistet als Teilnehmer am Netzwerk. Die Arbeit des IfE basiere auf drei Säulen und setze hier an. So finden regelmäßige Netzwerktreffen in einer der Mitgliedskommunen statt. Zu einem Fachthema werde referiert und an Praxisbeispielen vor Ort Erfahrungen ausgetauscht. "Hier erhält man Informationen aus erster Hand", sagte Brautsch bei der Vorstellung des Energienetzwerks. Auch zu aktuellen Förderprogrammen wird informiert. Dafür würden oft Mitarbeiter in der Verwaltung fehlen. Eine andere Säule ist die energietechnische Beratung. Über drei Jahre - das ist die Dauer der Mitgliedschaft - würden die einzelne Kommunen betreffenden Themen bearbeitet. "Wenn kein Projekt kommt, wird kein Geld verrechnet", sagte Brautsch. Der Leiter des Instituts schilderte Beispiele anderer Gemeinden, die bereits Mitglied sind. So würden beispielsweise feucht gewordene Dämmungen überprüft, aber auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen für unterschiedliche Energieversorgungsvarianten durchgeführt oder neue Verwertungsverfahren untersucht. Vor allem werden Synergieeffekte genutzt. Für das Netzwerkmanagement und die moderierten Netzwerktreffen muss die Gemeinde im ersten Jahr der Mitgliedschaft 750 Euro und in den beiden Folgejahren je 1200 Euro bezahlen. Die energietechnische Beratung kostet im ersten Jahr 4800 Euro und in den beiden Folgejahren 4000 Euro. Einstimmig entschied der Rat, dem Netzwerk beizutreten.



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