Pretzfeld
Restauration

"Theilerkreuz" in Pretzfeld erstrahlt wieder

Der Fränksiche Schweiz Verein hat das sogenannten "Theilerkreuz" an der Eggloffsteiner Straße in Pretzfeld wieder auf Vordermann gebracht.
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Gerd Tippl schlägt die Nägel ein. Foto: Carmen Schwind
Gerd Tippl schlägt die Nägel ein. Foto: Carmen Schwind
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Vorsichtig schlug Restaurator Gerd Tippl am vergangenen Mittwoch die Nägel in den Korpus am sogenannten "Theilerkreuz" an der Eggloffsteiner Straße in Pretzfeld.

Im Auftrag des Fränkische Schweiz Vereins Ortsgruppe Pretzfeld (FSV) hatte er zuvor den Korpus restauriert und neu gefärbt. "Das dürfen keine modernen, synthetischen Farben sein, sondern traditionelle. Die trocknen dann auch langsamer", erklärte der Fachmann.

Pretzfeld geht vorbildlich vor

Gerd Tippl wohnt in Bamberg und achtet auf die Kreuze und Martern am Wegrand, wenn er durch die Fränkische Schweiz fährt. "Die gehören zu Franken. Die müssen unbedingt erhalten bleiben", meinte der Restaurator und erzählte, dass er auf die Besitzer zugehe, wenn er Kreuze in einem schlechten Zustand sieht. "Hier in Pretzfeld wird allerdings vorbildlich mit diesen Denkmälern umgegangen. Da kümmert sich der Fränkische Schweiz Verein bestens", lobte Tippl.

In diesem Jahr hat er vom Trattkreuz vor dem Obstmarkt das INRI-Schild repariert, an der Nepomuk-Figur, die Richtung Bundesstraße steht, einige Ausbesserungen vorgenommen und die Korpusse des Richter- und des Theilerkreuzes restauriert. Die Kosten belaufen sich auf etwa 2500 Euro und werden vom FSV getragen.

"Wanderwegepflege, Wanderungen, Pflege des Brauchtums, der Trachten und vieles mehr sehen wir als Aufgaben unseres Vereins, aber auch Ausstellungen und Veranstaltungen", fasste der erste Vorsitzende Karl-Ludwig Grodd zusammen. Die Schäden an den Kreuzen entstanden durch Luftverschmutzung, "die aber mittlerweile wieder besser geworden ist", meinte Grodd.

Den Anstrich der Kreuze hatten er und andere Mitglieder selbst übernommen. Die Farbe dazu erhielten sie von Gerd Tippl. Das Kreuz sei eine Nachbildung, das Original befinde sich in der Sankt-Kilians-Kirche in Pretzfeld, erklärte Pfarrer Florian Stark. Er zitierte den Apostel Paulus, der von der "Torheit des Kreuzes" schreibt. "Das könnte man mit der Torheit vergleichen, Kreuze zu restaurieren", trug der Pfarrer vor, segnete das Kreuz und wünschte, dass sich viele Menschen hier einfinden. Beim jährlichen Flurgang wird an diesem Kreuz haltgemacht und gebetet. Alle Helfer, Förderer und Marktgemeinderäte freuten sich über das wiedererstrahlte Kreuz.

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