Schlaifhausen
Feier

Tauben fliegen für den Frieden

Seit hundert Jahren besteht der Krieger- und Militärverein Schlaifhausen. Die Mitglieder begannen ihre Jubiläumsfeier mit einem Gedenken an jene 24 Männer des Dorfes, die ihr Leben in den beiden Weltkriegen ließen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Kriegerverein erinnerte durch Friedenstauben an seine wahren Absichten.  Fotos: Franz Galster
Der Kriegerverein erinnerte durch Friedenstauben an seine wahren Absichten. Fotos: Franz Galster
+13 Bilder

Sorgfältig vorbereitet hatte sich der Krieger- und Militärverein Schlaifhausen auf das Fest seines 100-jährigen Bestehens. Es war gleichsam Pflicht, sich der 24 Toten aus dem Dorf zu erinnern, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben ließen. Unter Böllerschüssen und den Klängen der Musikkapelle aus Poxdorf machte sich dazu ein Festzug vom Festplatz auf den Weg zum Kriegerdenkmal vor der Kirche.

Die Königlich Bayerische Landwehr des Patenvereins aus Leutenbach begleitete den Zug. Frauen in ihren traditionellen Trachten erinnerten an die frühere Zeit. Symbolisch stiegen zwei weiße Friedenstauben in den Himmel, um ihren Weg in ihre Heimat nach Dürrbrunn zu suchen. "Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung", zitierte der Vorsitzende des Kriegervereins, Theobald Messingschlager, eine alte jüdische Weisheit.

Nicht Verschweigen oder Verdrängen, sondern die Erinnerung bereite den Weg zu den richtigen Schlüssen. "Lasst uns jeden Tag für Frieden und Versöhnung einstehen", mahnte Messingschlager und erinnerte auch an das Leid der Angehörigen. Zweiter Vorsitzender Michael Pieger, gleichzeitiger BKV-Kreisvorsitzender, legte unter den Schüssen des Ehrensaluts und dem Läuten der Kirchenglockenden Kranz am Ehrenmal nieder.

Vereinsschießwart Markus Schirmer, der in gründlicher Detailarbeit Material für eine viel bewunderte Festschrift zusammengetragen hat, las dann bei großer Stille und in gesetzten Worten die Namen der gefallenen Männer vor, die nur zwischen 17 und 44 Jahre alt wurden. Pfarrer Michael Gehret gedachte der vielen Opfer der Weltkriege.

Zurück im Festzelt, begrüßte Theobald Messingschlager viele Ehrengäste. Unter ihnen Schirmherr Bürgermeister Bernd Drummer, Landrat Hermann Ulm, Umweltminister Thorsten Glauber und MdL Michael Hofmann, sowie viele Vertreter des BKV und BSV. Er vergaß auch nicht, allen Helfern und Gönnern zu danken.

Schirmherr Bernd Drummer erinnerte an das unvorstellbare Leid des Krieges und die Zeit der Gründung des Vereins. Der martialische Name Kriegerverein sei weit weg vom Krieg. Der Verein fühle sich vielmehr Frieden, Freiheit und Menschenrechten verpflichtet. Thorsten Glauber drückte seine Achtung für die gelungene Festschrift und die tolle Ausrichtung des Festes aus. MdL Michael Hofmann nannte die Gedenkfeier berührend. Er nahm Bezug auf die Europawahl und betonte die Einheit Europas als Garant des Friedens. BKV-Präsident Hans Schiener dankte für die Arbeit des Vereins "in Treue für Gott, Heimat und Vaterland", wie es die Losung sagt. BKSV-Vorsitzender und Vize-BKV-Präsident Josef Brosch betonte, es gebe keine Opferkultur und mahnte zum Frieden. Kritische Worte fand er für die Spaßgesellschaft, die keine Verantwortung mehr übernehmen wolle. Landrat Hermann Ulm verwies auf die vorhandene Wanderausstellung und dankte für das Mahnen. Für die Ortsvereine gratulierten Johannes Pieger und Christine Messingschlager.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren