Forchheim
Tag des offenen Denkmals

Tag des offenen Denkmals: Das ist Geschichte zum Anfassen

Am Tag des offenen Denkmals am 9. September steht das verbindende europäische Kulturerbe im Mittelpunkt.
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Ein Blick in die Burg Hiltpoltstein, die am 9. September zu besichtigen, sonst aber nicht zugänglich ist.  Foto: Josef Hofbauer
Ein Blick in die Burg Hiltpoltstein, die am 9. September zu besichtigen, sonst aber nicht zugänglich ist. Foto: Josef Hofbauer

In ganz Deutschland öffnen rund 7500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten am 9. September beim Tag des Denkmals ihre Türen - so auch im Landkreis Forchheim. Das Motto bezieht sich heuer explizit auf das Europäische Kulturerbejahr 2018.

Es beteiligen sich während des gesamten Jahres die unterschiedlichsten Kultureinrichtungen, Museen, Schulen und sonstige kulturell Engagierte am Kulturerbejahr, das unter dem Motto "Sharing Heritage" steht. Es sind aber nicht nur die großen Gotteshäuser und malerischen historischen Altstädte, die baukulturelle Identität formen und Menschen verbinden. Kunst und Architektur sind immer Zeugnisse sozialer Beziehungen.

Der Landkreis Forchheim lädt zu einem Streifzug in die Vergangenheit ein mit "Geschichte zum Anfassen".

Schleuse 94 Eggolsheim

Auf dem Programm steht die Schleuse 94 bei Eggolsheim an der B 4 Richtung Forchheim neben der Abfahrt Eggolsheim. Um 1840 erbaut, ist diese Schleuse des Ludwigskanals eine von insgesamt 100 Schleusen zwischen Kelheim und Bamberg. Öffnungszeit am 9. September von 9 bis 21 Uhr (sonst auch zugänglich), Führungen nach Bedarf durch Fritz Sitzmann vom "Förderverein Schleuse 94".

Wohnstallhaus Unterstürmig

Anschauen kann man sich auch ein fränkisches Wohnstallhaus in der Schießbergstraße 12 in Unterstürmig. Das traditionelle Wohnstallhaus, schätzungsweise 1825 erbaut, hat einen Fachwerkwohnteil und einen massiv gemauerten Stallteil. Es wird seit dem Erwerb in Eigenleistung saniert. Zu Beginn wurde es entkernt und anschließend denkmalgerecht und ökologisch saniert. Geöffnet von 10 bis 18 Uhr. Führungen werden nach Bedarf angeboten.

Gemeindehaus Pautzfeld

Das Gebäude (Pautzfelder Straße 24) wurde 1749 erbaut. Eine "Versteinerung" der Außenwände erfolgte im Jahr 1841. Bis auf Veränderungen im Grundriss des Erdgeschosses in den 1970er Jahren sind die Grundrisse und die wandfeste Ausstattung noch erhalten. Nach der Gesamtsanierung 2018 beheimatet das Gebäude jetzt auch Räume für die ortsansässigen Heimatvereine. Öffnungszeit 14 bis 18 Uhr, außerhalb des Tages des offenen Denkmals geöffnet von Oktober bis Mai immer freitags von 18 bis 23 Uhr; Führung um 15.30 Uhr durch Architekt Jürgen Schönfelder. Aktionen: kleiner Imbiss.

Speicher in Behringersmühle

Der Getreidespeicher von 1938 am Bahnhof in Behringersmühle beeindruckt durch die vollständig erhaltene Technik zur Verteilung des Getreides in verschiedene Kammern zur Lagerung im Dachgeschoss und belegt die Bedeutung des Bahnhofs Behringersmühle für die Landwirtschaft in der Fränkischen Schweiz. Geöffnet ist er von 10 bis 16 Uhr. Führungen gibt es um 10, 11, 12, 13, 14 und 15 Uhr mit Richard Neun.

Aktionen: Öffnung der Baywa-Halle aus den 1960er Jahren, in der zwei historische, sonst nicht zugängliche Lokomotiven eingestellt sind, Fahrkarten- und Souvenirverkauf, Ausgabe von Handzetteln mit Wegbeschreibung und fachlichen Ausführungen zur nahen unter Denkmalschutz stehenden Hindenburgbrücke.

Wallfahrtsbasilika Gößweinstein

In die Wallfahrtsbasilika in Gößweinstein, die 1730 bis 1739 von Balthasar Neumann erbaut wurde, kann man am 9. September von 8 bis 20 Uhr. Zu beachten sind die Gottesdienstzeiten. Eine Kirchenführung mit Orgelkonzert mit Regionalkantor Georg Schäffner ist um 15.30 Uhr vorgesehen.

Gesteiger Tor in Gräfenberg

In Gräfenberg steht das Gesteiger Tor/Stadttorhaus auf dem Programm, das Nürnberger Tor mit Südfront auf mittelalterlicher Stadtmauer. Es ist ein aufsitzender, dreigeschossiger Walmdachbau. Laut einer dendrochronologischen Untersuchung datiert die Fachwerkinnenwand aus dem Jahr 1654. Anfang des 19. Jahrhunderts Aufstockung mit Walmdach. Nach dem Erwerb durch die Altstadtfreunde Gräfenberg 2008 wurde das Objekt aufwendig saniert. Öffnungszeit 11 bis 17 Uhr. Führungen um 11, 13 und 15 Uhr durch Mitglieder des Kulturvereins und Mitglieder der Altstadtfreunde Gräfenberg

Aktionen: kleine Bewirtung, Führungen zum Thema "Wirnt von Grafenberg - ein mittelhochdeutscher Epiker aus Franken", Besichtigung des Ritter-Wirnt-Museumsstübchens.

Burg Hiltpoltstein

Im Kern mittelalterliche Burganlage mit über 900-jähriger Geschichte. König Ludwig I. erwarb die Burg 1841; heute ist sie im Privatbesitz. Öffnungszeit 10 bis 16 Uhr (sonst nicht geöffnet).

Aktionen: Führungen durch Kreisheimatpfleger Georg Brütting (Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen pro Führung begrenzt) um 10, 11, 14 und 15 Uhr.

Ehem. Brauhaus Hiltpoltstein

Das Haus Am Schloßhof 1 war über mehrere Jahrhunderte das Brauhaus des Pflegamtes Hiltpoltstein. 1872 in ein Wohnhaus mit Stall umgebaut. 2013 Umbau durch den Fränkische-Schweiz-Verein Hiltpoltstein zu einem Vereinsheim mit Ausstellungsräumen unter Erhaltung der historischen Strukturen. Öffnungszeit 10 bis 17 Uhr (sonst auf Anfrage geöffnet); Führungen nach Bedarf durch Reinhold Geldner. Aktionen: kleine Bewirtung; Ausstellung über die Geschichte des Hauses und das Pflegamt sowie einige ehemalige Handwerker des Ortes.

Oberes Torhaus Hiltpoltstein

Die B 2 durch Hiltpoltstein war ehemals durch ein Unteres und ein Oberes Tor kontrollierbar. Das noch bestehende Obere Tor (Hauptstraße 52) geht im Kern wohl auf das späte Mittelalter zurück und war bis 1799 im Besitz des Pflegamtes Hiltpoltstein. Der Fachwerkaufbau über der Straße ist auf 1756 datiert. Nahezu komplett vorhandene Werkstatteinrichtung eines ehemaligen Torsattlers. Öffnungszeit 10 bis 17 Uhr (sonst nicht geöffnet); Führungen nach Bedarf.

Aktionen: Information über die Geschichte des Hauses, Einrichtung einer Sattlerwerkstatt.

Alte Stallung Hiltpoltstein

Nebengebäude des Gasthauses "Goldenes Roß" (17./18. Jh.) in der Hauptstraße 51. Die Scheune mit Satteldach und Fachwerkgiebel diente ehemals als Stallung. 2017 wurde das Erdgeschoss der Scheune renoviert und eine neue Brennanlage eingebaut. Diese ist seit 2018 in Betrieb. Seither befindet sich in dem Gebäude die "Neue Brennerei". Der Heuboden der Scheune wurde zu Wohnräumen umgebaut. Öffnungszeit 11 bis 16 Uhr. Außerhalb des Tages des offenen Denkmals geöffnet freitags 15 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 12 Uhr.

Dreiseithof in Steinbach

Der Bauernhof liegt im alten Ortskern von Steinbach (Am Steingraben 9) und zählt zu den ältesten Anwesen der Ortschaft (erste urkundliche Erwähnung des Hofes im 14. Jahrhundert). Der "Stoffelshof" prägt zusammen mit den benachbarten Höfen das Bild des alten Ortskerns. Das Wohnstallhaus stammt aus dem Jahr 1674 und dient nach der Sanierung als Wohnhaus. Öffnungszeit 11 bis 16 Uhr (sonst nicht geöffnet). Aktionen: Besichtigung des Anwesens und Erfahrungsaustausch.

Synagoge Ermreuth

1822 als eine der größten Dorfsynagogen in Oberfranken erbaut. Am 9. November 1938 geschändet und verwüstet. 1953 bis 1974 als Lagerraum genutzt, 1975 vom Markt Neunkirchen am Brand erworben. 1988 entdeckte man auf dem Dachboden die Genisa, das verborgene Erbe. Mehrjährige Restaurierung, 1994 als Gotteshaus wiedergeweiht und als Begegnungsstätte und Museum für jüdische Geschichte und Kultur eröffnet (Wagnergasse 8), Öffnungszeit 14 bis 18 Uhr (sonst jeden dritten Sonntag im Monat 14 bis 17 Uhr, jeden ersten Sonntag 15 Uhr zur Führung geöffnet); Führung um 15 Uhr durch Rajaa Nadler.

Aktionen: 18 Uhr Konzert "Aufforderung zum Tanz" mit Eva Sohni (Geige), Christine Fesefeldt (Klavier)

Schwarzhaupt-Haus Ermreuth

Ehemals in jüdischem Besitz, zweigeschossiger, traufständiger, verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit älterem Kern. Mit der Synagoge ein einmaliges Ensemble in Oberfranken. Neben Friedhof und Schulgebäude stehen sie für das einst blühende jüdische Gemeindeleben im Ort. Mit der Sanierung des Anwesens (Wagnergasse 6) wurde begonnen, wobei diese durch hohen Eigeneinsatz über mehrere Jahre angelegt ist. Öffnungszeit 11 bis 15 Uhr (sonst nicht geöffnet), Internet: www.schwarzhaupthaus.de.

Aktionen: kleiner Imbiss, ab 13 Uhr Live-Musik, französische Chansons mit "Les trois sans facon". red



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