Effeltrich
Bürgerversammlung

Stufen und Pflaster machen es Gehbehinderten schwer

Der Fußweg hinauf zum Pfarrhaus und Pfarrsaal in Effeltrich sei wegen der Stufen und des Pflasters für gehbehinderte Personen nur schwer zu bewältigen. Dies war eines der Anliegen in der Bürgerversammlung.
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Der Fußweg hinauf von der Neunkirchener Straße zum Pfarrhaus in Effeltrich. Foto: Dagmar Niemann
Der Fußweg hinauf von der Neunkirchener Straße zum Pfarrhaus in Effeltrich. Foto: Dagmar Niemann

Heuer fand die Bürgerversammlung in Effeltrich in der Turnhalle der Schule statt. Etwa 70 bis 80 Bürger waren gekommen. Die Bürgermeisterin Kathrin Heimann (DEL) erklärte, sie habe die Turnhalle für die Veranstaltung gewählt, weil diese einen barrierefreien Zugang habe; sie hoffe aber, dass man sich im nächsten Jahr wieder im Sportheim versammeln könne, wenn dieses ebenfalls barrierefrei zugänglich gemacht worden sei.

Zunächst ging Kathrin Heimann auf Projekte ein, die vorangebracht werden konnten. Die Digitalisierung macht Fortschritte: Es gibt inzwischen ein Bürgerinformationssystem, auf dem Protokolle von Gemeinderatssitzungen, Satzungen und Bebauungspläne abgerufen werden können. Auch die Briefwahl-Uunterlagen für die Kommunalwahl 2020 wird man online beantragen können. In Bezug auf den Haushalt 2020, der zu Beginn des nächsten Jahres verabschiedet werden soll, führte die Bürgermeisterin aus, dass sich der Schuldenstand der Gemeinde seit dem Höchststand 2012 inzwischen weiter verbessert habe, so dass die Pro-Kopf-Verschuldung von 610 Euro (2018) auf 582 Euro gesunken ist. Heimann verschwieg aber nicht die dringende Empfehlung der Kämmerin, die Ausgaben- und Einnahmesituation der Gemeinde zu verbessern. Dann ging die Bürgermeisterin auf die Pflichtaufgaben der Gemeinde ein. Dazu gehört die Sanierung der beiden Friedhöfe, die damit zu kämpfen haben, dass das Regenwasser nicht richtig abfließt. Es müssen Drainagen eingebaut werden und die Anlagen müssen neu gestaltet werden. Beides ist in Gaiganz besonders dringend und wurde deshalb dort schon in Angriff genommen. Die Sanierung der Aussegnungshalle steht allerdings noch aus. In ihren fast zweistündigen Ausführungen ging Kathrin Heimann auch auf die Ortsbeleuchtung, die Kanalsanierung, den geplanten Anbau der Kindertagesstätte, die bereits begonnene Generalsanierung der Grundschule, die Neueröffnung eines Lebensmittelmarktes und die Aktivität zur Eindämmung des Klimawandels ein.

Fragen der Bürger

Anschließend hatten die Bürger Gelegenheit, Fragen zu stellen und Wünsche zu äußern. Einige Fragen betrafen den als längst überfällig bezeichneten Ausbau der Straße zwischen Effeltrich und Langensendelbach inklusive des heiß ersehnten Radwegs. Heimann deutete an, dass die Verhandlungen mit einigen Grundstückseigentümern noch Geduld bräuchten, sie darüber aber öffentlich weiter nichts sagen dürfe. Zur Maßnahme der Enteignung zu greifen, lehnte sie aus Prinzip ab; im Übrigen würde so ein Verfahren Jahre dauern.

Ein Bürger wiederholte ein Anliegen, das er, wie er sagte, schon auf der Bürgerversammlung 2018 vorgetragen hatte: Der Fußweg von der Neunkirchener Straße hinauf zum Pfarrhaus und zum Pfarrsaal sei wegen der Stufen und des Pflasters für gehbehinderte Personen mit Rollator nur schwer zu bewältigen; da müsse etwas getan werden. Heimann äußerte Verständnis und erklärte, warum es zum Aufschub dieses Projektes gekommen sei. Zurzeit überlege man in der Verwaltung, ob der Bauhof das nicht in Eigenregie machen könne, da ein neuer Mitarbeiter Gartengestaltung gelernt habe und sich mit solchen Arbeiten auskenne.

Nutzung der Turnhalle

Weitere Bürgerwünsche betrafen die Nutzungssatzung der Turnhalle, die Ausbesserung der schadhaften Straßen und die Säuberung der Gräben durch den Bauhof, die nicht geahndeten Geschwindigkeitsübertretungen des Durchgangsverkehrs und die Notwendigkeit, im Ort eine Elektro-Ladestation zu bauen.

Ladeninhaberin kündigt

Kurz vor Schluss der Veranstaltung kam ein Bürger noch auf den Umbau des Rathauses zu sprechen: Wie könne der 2020 fertig werden, wenn sich doch kürzlich erst ergeben habe, dass die Inhaberin des Ladens mit Poststelle im Rathaus zum Februar 2020 gekündigt habe. Kathrin Heimann antwortete, dass für 2020 lediglich der Einbau des Aufzuges vorgesehen sei, wogegen der weitere Umbau erst zu einem zweiten Bauabschnitt gehöre. Bis dahin wisse man, was mit dem Laden geschehe. Denn die Deutsche Post sei verpflichtet, in Orten mit mehr als 2000 Einwohnern eine Poststelle zu erhalten.

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