Aufseß
Gebührenbescheid

Streit mit Brauereibesitzer in Aufseß um Abwasser geht vors Gericht

Der Aufseßer Bürgermeister und ein Brauereibesitzer streiten seit eineinhalb Jahren um Abwassergebühren. Der Fall geht bis vor Gericht.
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Ein Wasserzähler Symbolfoto: Ekkehard Roepert
Ein Wasserzähler Symbolfoto: Ekkehard Roepert

In Aufseß liegen seit etwa eineinhalb Jahren Bürgermeister Ludwig Bäuerlein (CSU) und Brauereibesitzer Frank Rothenbach im Clinch. Der Streit um die Abwassergebühren ging nun sogar vor Gericht. Eine Entscheidung soll es am 31. Oktober geben. Begonnen hatte das Problem mit zwei Bescheiden der Gemeinde über Kanalgebühren für die Jahre 2016 und 2017. "Herr Bäuerlein hat hier willkürlich Bescheide entlassen", meint Frank Rothenbach. Diese sollen um 51.000 Euro zu hoch sein.

Eigene Quelle

Seine Brauerei ist an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. "Wir haben aber eine Quelle. Dieses Wasser nutzen wir als Kühlwasser, das auch nicht in den Kanal geht", erläutert Rothenbach. Denn seine Brauerei habe seit vielen Jahren eine offizielle Erlaubnis, dieses Wasser in die Aufseß einzuleiten. Das beim Brauen anfallende Schmutzwasser dagegen wird in den Abwasserkanal eingeleitet.

Geschätzte Werte

Da die Werte bezüglich des Kühlwassers nicht genau überprüfbar sind, wurden die Zahlen für die Bescheide geschätzt. "Die Rechtsaufsicht war hier und ist darauf gekommen, dass die Werte der Zähler nicht übereinstimmen", erklärt Bäuerlein. Der Bürgermeister gibt an, dass sich die Gemeinde gütlich hätte einigen wollen. Frank Rothenbach hält dagegen, dass sich der Bürgermeister eben nicht gütlich einigen wollte, weshalb das Verwaltungsgericht eingeschaltet wurde. Weiter berichtet der Brauereibesitzer, dass es in Anwesenheit von Bäuerleins Anwalt einen Farbtest gegeben habe. Ungefährliche Farbe war dem Kühlwasser zugeführt worden. Dieses gefärbte Wasser sei dann in die Aufseß geflossen. Allerdings konnte die genaue Menge nicht festgestellt werden.

Persönliche Angriffe?

Ludwig Bäuerlein fühlt sich von Frank Rothenbacher persönlich angegriffen. Er wolle aber die Brauerei nicht unnötig belasten. "Allerdings, wenn Zahlungen ausfallen, muss die Allgemeinheit mitzahlen", sagt Bürgermeister Bäuerlein. Er will dem Gemeinderat vorschlagen, auf Gemeindekosten eine Messeinrichtung im Abwasserkontrollschacht einbauen zu lassen, damit genaue Werte für zukünftige Bescheide vorliegen.



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