Forchheim
Fotos

Streifzüge durch die Endres-Dynastie

In Forchheim ist die "Dynastie Endres" zu Ende gegangen. Birgit Moller und Roland Simanzik laden zu einem Rückblick ein.
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Birgit Moller und Roland Simanzik haben 750 Bilder von der Gerberei Endres gemacht. Viele davon sind in den nächsten Monaten in Mollers Café-Bistro zu sehen. Foto: Roepert
Birgit Moller und Roland Simanzik haben 750 Bilder von der Gerberei Endres gemacht. Viele davon sind in den nächsten Monaten in Mollers Café-Bistro zu sehen. Foto: Roepert
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Die beiden teilen zwei Leidenschaften: Sie sind begeisterte Fotografen und sie haben ein Faible für alte Häuser. Und jetzt haben Birgit Moller (61) und Roland Simanzik (59) ein Projekt gestartet, das beide Interessen zusammenbringt. In Birgit Mollers Café-Bistro in der Apothekenstraße 17 zeigen sie Bilder ihrer Foto-Streifzüge.

20 schlichte, schwarz gerahmte Fotografien sind auf die Wände verteilt. "Die Faszination für alte Häuser und was man daraus machen kann", begleitet Birgit Moller seit Jahrzehnten. Die 61-Jährige ist Fotografin und ihr Mann, der gelernte Graveur und Kaufmann, hat sich von ihrer Fotokunst anstecken lassen.

Der aktuellen Ausstellung hat das Ehepaar ein Motto gegeben: "Eine Dynastie ist zu Ende - Familie Endres." Das letzte Mitglied der Gerber-Familie ist erst im vergangenen Jahr gestorben.
Seit die ehemalige Gerberei am Marktplatz nun zu einem Wohnhaus umgebaut wird, verfolgen die beiden diesen Prozess.

Der 59-Jährige ist seit einem viertel Jahr so gut wie jede Woche auf der Baustelle und erforscht mit seiner Kamera, was die Gerber-Dynastie Endres hinterlassen hat: Werkzeuge, Möbel, Transmissionsriemen und jede Menge alter Maschinen. Etwas Wehmut mache sich schon breit, wenn man sehe, welche Ära hier zu Ende gegangen sei, sagt Roland Simanzik. "Aber es entsteht auch neuer Glanz", sagt er. Und zeigt auf die Bilder mit den "wunderschönen architektonischen Teilen", die dank der Sanierung des Ehepaares Viola und Thomas Korneli erhalten bleiben.

Weil das fotobegeisterte Paar jeden Sonntagsspaziergang nutzt, um durch die Stadt zu streifen und die baulichen Veränderungen zu studieren, sind viele Tausend Bilder der Forchheimer Straßen und Häuser zusammengekommen. 750 Aufnahmen haben Moller und Simanzik bisher alleine von der Fassade und dem Innenleben der ehemaligen Gerberei archiviert. In den nächsten Monaten werden sie den Gästen des Café-Bistros (täglich außer sonntags von 10 bis 17 Uhr) immer wieder neue Motive präsentieren.

Wer sich, wie Roland Simanzik, für "traumhafte Balken-Serien" begeistern kann, wird diese Fotos ohnehin schätzen; aber auch jene Betrachter werden begeistert sein, die Forchheim von einer neuen Seite entdecken wollen. Viele Motive, die Moller und Simanzik zeigen, lagen bislang hinter den Fassaden der Gerberei verborgen - etwa der Gewölbekeller im Garten oder der Sandsteinbrunnen im Keller.

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