Kleingesee
Restauration

Strahlkraft der Orgel ist zurück

Mit einem Festgottesdienst wurde der Abschluss der Renovierungsarbeiten gefeiert.
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Pfarrer Flavian (Mitte) weihte die generalüberholte Orgel, zu deren Klängen auch der MGV Kleingesee sang. Fotos: privat
Pfarrer Flavian (Mitte) weihte die generalüberholte Orgel, zu deren Klängen auch der MGV Kleingesee sang. Fotos: privat
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Schon von weitem waren Stolz und Freude der Kleingeseer über den neuen Glanz in ihrem Gotteshaus zu sehen. Kräftig flatterten die Fahnen am Kirchenvorplatz und auch im Inneren des Gotteshauses war alles festlich geschmückt worden: Bei einem Gottesdienst weihte Pfarrer Flavian Michali die Orgel, die nach zwölfwöchiger Renovierungsarbeit samt Reinigung und Instandsetzung nun wieder erklingen kann.

Erbaut im Jahre 1937 vom bereits nicht mehr existierenden Orgelbaubetrieb E. Dietmann aus Lichtenfels, umrahmte die Orgel mehr als acht Jahrzehnte treu und zuverlässig viele Gottesdienste und kirchliche Feiern in der Herz Jesu Kirche in Kleingesee. In den vergangenen Jahren, nicht zuletzt durch die große Innenrenovierung im Jahr 2004, wurden der Staub und Schmutz sowie die Schäden und Mängel am historischen Instrument immer größer.

Selten gewordenes System

Der im Untergehäuse der Orgel befindliche Schwimmerbalg wies sehr große Schäden auf, ebenso die gesamte Spiel- und Registertraktur sowie die erhaltenen Dietmannschen-Taschenventile denen sich beherzt die Kirchenstiftung Kleingesee annahm. Wie so oft stellt sich am Anfang eines solchen Projektes die Frage, ob Renovierung, Neubau oder der Umstieg auf eine elektronische Orgel besser ist. Ersteres hatte die Kirchenstiftung von Anfang an überzeugt, da zumal das Klangbild der Orgel sehr schön und die pneumatische Spiel- und Registertraktur ein selten gewordenes System von Orgelbauten darstellt.

Anfang des Jahres wurde mit der Oberasbacher Orgelbaufirma Friedrich ein erfahrener Restaurierungsbetrieb beauftragt, die mittlerweile 82 Jahre alte Orgel unter historischen Gesichtspunkten wieder instand zu setzen. Viel Fleiß, Engagement, Arbeit und Einsatz waren nötig für das Gelingen des nicht gerade alltäglichen Projektes. Eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Kirchenverwaltung, Orgelbauer Dominik Friedrich und einem Orgelsachverständigen aus Bamberg wurde schließlich zum Erfolg für die Orgel welche jetzt im frischen Glanz strahlt.

"Viele Jahre haben sich Menschen in unserer Gemeinde und weit darüber hinaus für dieses Werk stark gemacht. Viel Zeit, Fantasie, Geld und Einsatz stecken in diesem Projekt", sagte Kirchenpfleger Michael Dörres. Durch beispiellose Weise seien durch unzählige Spenden, Benefizveranstaltungen, Sammlungen und Zuwendungen durch Vereine und Firmen viele Spenden für die Generalrenovierung zusammengekommen.

Mehr als die Hälfte der knapp 40 000 Euro welche für die Generalrenovierung der Orgel aufgebracht werden mussten, kamen von Stiftungen und Institutionen auf Kreis- Bezirks- und Bundesebene. So dürfen sich der Oberfrankenstiftung, der Zukunftsstiftung der Sparkasse Forchheim, der Bayerischen Landesstiftung, dem Bayerischen Landesamt für Schule, der Schulze Delitzsch-Stiftung, der Volksbank Forchheim sowie dem Erzbistum Bamberg des Dankes der Kirchengemeinde für ihre großzügigen Zuwendungen gewiss sein.

Nach einer feierlichen Prozession zur Orgelempore wurde gleich zu Beginn des Festgottesdienstes die Dietmann-Orgel durch Pfarrer Flavian geweiht. Der Begrüßung des Geistlichen folgte ein genau festgelegtes Ritual. Nach Lesung und dem Psalm folgte das feierliche Weihegebet. Nach festlicher Inzenz mit Weihrauch und Besprengung mit Weihwasser folgte das erste Spiel der Orgel, welche zusammen mit der Gemeinde das Danklied "Nun danket alle Gott" anstimmte. Musikalisch wurde der Festgottesdienst durch den Männergesangverein Kleingesee sowie durch den Trompeter Johann Hofmann aus Regenthal feierlich umrahmt.

Die Dietmann Orgel wurde vom Hauptorganisten Tobias Dörres gespielt, der begeistert war vom generalüberholten Instrument: "Der Klangreichtum sowie die verschiedenen Tonmischung der Orgel glänzen in einer frischen, noch nie zuvor so gut hörbaren Brillanz."

Pfarrer Flavian stimmt in seiner Predigt in das Lob ein: "In einer Zeit, in der immer weniger Menschen bereit sind, gerade für die Kirche oder eine Orgel zu spenden, haben wir die stolze Summe zusammenbekommen." Die Weihe der Dietmann-Orgel, welche für ihn die erste in seinem Dienst als Priester war, gehe ihm sehr ans Herz, so der Geistliche weiter.

Kirchenpfleger Michael Dörres brachte den großen Dank der Kirchenstiftung Kleingesee zum Ausdruck: "Die Orgel ist mehr als ein Instrument - in der Musik drücken die Gläubigen aus, was sie im Gottesdienst bewegt, dass sie Gott feiern und verehren. Möge sich die Gemeinde durch die Klänge der Orgel aufbauen und beseelen lassen. Möge ihre Musik viele Gäste erfreuen. Möge sie noch viele Jahre den ehren, dem unser besonderer Dank gelten muss."

Mit dem Gruß an die Gottesmutter im Lied Maria Maienkönigin endete der feierliche Gottesdienst, ehe Orgel und Trompete zum festlichen Auszug nochmals den Raum der Kirche mit Festmusik füllten.

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