Eggolsheim
Industriedenkmal

Stiftung Denkmalschutz adelt die Schleuse 94 bei Eggolsheim

Die Schleuse 94 des alten Ludwig-Kanals bei Eggolsheim hat eine Auszeichnung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erhalten.
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Die Plakette an der Schleuse 94 Foto: Elisabeth Görner
Die Plakette an der Schleuse 94 Foto: Elisabeth Görner
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Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) konnte zwar seit ihrer Gründung im Jahre 1985 zusammen mit der Glücksspirale schon über 380 Projekte allein in Bayern fördern. Aber es ist keineswegs selbstverständlich, dass solch ein Projekt dann auch eine Plakette verliehen bekommt, wie es nun bei der Schleuse 94 des stillgelegten Ludwig-Donau-Main-Kanals bei Eggolsheim geschehen ist.

Ein Netz aus über 100 ehrenamtlichen Ortskuratoren gibt der deutschlandweiten Denkmalschutzstiftung jeweils vor Ort ein Gesicht. So überbrachte der hiesige Ortskurator "Fränkische Stadtbaumeister der DSD", Reinhold Schöpf, dem Vorsitzenden des Fördervereins Schleuse 94, Stefan Pfister, zur Erinnerung an die gelungene, ja vorbildliche Restaurierung eine Bronzetafel. Sie trägt die Aufschrift: "Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der Glücksspirale". Bei der Übergabe anwesend waren auch Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) und einige andere Mitglieder des Eggolsheimer Schleusenvereins.

Schöpf wandte sich an die Versammelten mit den Worten: "Es ist nicht alltäglich und es bedarf großer Überzeugung der Bürger, wenn eine Schleuse - ein Industriedenkmal - für unsere Nachwelt erhalten werden soll. Diese Leistung hat die Verantwortlichen unserer Stiftung überzeugt. Sehen Sie in der Beteiligung der Stiftung nicht nur den Geldbetrag von 20.000 Euro, sondern auch die Anerkennung ihrer Leistung. Sie und alle Unterstützer werden mit dieser Plakette von der Denkmalspflege quasi geadelt."


Aufgabe aller Bürger

Der Gründer der DSD, Professor Gottfried Kiesow, habe schon gesagt, dass die Denkmalpflege nicht in erster Linie Aufgabe von Ämtern und Behörden sei, sondern die aller Bürger. Die amtliche Denkmalpflege müsse zwar der mahnende Anwalt der Denkmale sein, aber die Bürger die "Geschworenen". Sie würden letztlich mit ihrem Engagement darüber entscheiden, ob die historischen Zeugnisse auch für die nächsten Generationen gerettet werden.

So hat die Rettung der Schleuse 94, eine der 100 Schleusen zur Zeit der Erbauung auf der Strecke zwischen Kelheim und Bamberg, auch sehr vielen Eggolsheimern am Herzen gelegen. Ende 2009 wurde der Förderverein gegründet. Ab 2010 wurde Geld gesammelt, das seit 2013 an die politische Gemeinde weitergeleitet wurde und wird, zum Beispiel für eine bis Juli noch geplante Beleuchtung.


Besonders hoher Hub

Bisher sind durch den Verein 25.000 Euro zusammengekommen. Die Schleuse 94 bei Eggolsheim war eine der zentralen Schleusenanlagen im Regnitztal mit einem besonders hohen Hub von 3,20 Metern. Die Gesamthöhe beläuft sich auf knapp fünfeinhalb Meter. Sie ist etwa 34 Meter lang und gut viereinhalb Meter breit. Die Schleusenkammer und der in acht Metern in der Tiefe liegende Boden aus Sandsteinplatten ist hervorragend erhalten, ebenso ein so genannter Düker (Druckleitung zur Unterquerung eines Gewässers), der durch den ganz alten Kanal führt.


Dekmalgerechte Sanierung

Die Restaurierung wurde denkmalgerecht und in Abstimmung mit allen Beteiligten, darunter insbesondere auch der Naturschutzbehörde, ausgeführt. Reinhold Schöpf drückte seine eigene Freude und die der gesamten DSD über die bürgerschaftliche Initiative aus, die die Schleuse wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht habe. Er schloss mit dem Leitwort von Gottfried Kiesow, der auf viele Denkmäler, besonders auch auf die Schleuse 94 zutreffe: "Wenn wir Denkmäler erhalten, ist das der Dank an die Vergangenheit, unsere Freude in der Gegenwart und unser Geschenk an die Zukunft."


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