Forchheim
Neubau

Stadt erhält neues Wasserwerk

Zur allumfassenden Sicherung der Wasserversorgung der Stadt bauen die Stadtwerke im Süden der Stadt für 3,4 Millionen Euro ein neues Wasserwerk. Gleichzeitig werden zwei der insgesamt neun Trinkwasserbrunnen saniert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Statt des symbolischen Spatenstiches hätte auch ein Grundstein gelegt werden können. Ende der Woche wird bereits die Bodenplatte betoniert.
Statt des symbolischen Spatenstiches hätte auch ein Grundstein gelegt werden können. Ende der Woche wird bereits die Bodenplatte betoniert.
+2 Bilder

Sanieren oder gleich neu bauen? Vor dieser Frage stand der Geschäftsführer der Stadtwerke, Christian Sponsel angesichts bevor stehender umfassender Sanierungsarbeiten am Forchheimer Wasserwerk. Da die Kosten eines Neubaus nicht höher sind als bei Reparaturen, entschieden sich die Verantwortlichen der Stadtwerke bewusst für ein neues Wasserwerk inklusive Trafostation.Während der Bauzeit bleibt das bestehende Wasserwerk in Betrieb, das problemlos funktioniert.

Damit, so Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) beim symbolischen Spatenstich, werde die Wasserversorgung der Stadt allumfassend gesichert. Als eine der Hauptaufgaben der Stadtwerke nannte der Oberbürgermeister, Wasser, das Lebensmittel Nummer eins, in ausreichender Qualität und Menge zur Verfügung zu stellen.

Effizienter denn je

Im 355 Quadratmeter großen Neubau, bei dem am Freitag bereits die Bodenplatte betoniert wird, kommt das Wasser aus den Brunnen in einen zwei mal 300 Kubikmeter fassenden Zwischenbehälter. Somit muss das Wasser nicht mehr in die Hochbehälter, sondern nur noch in einen so genannten Vorlagebehälter gepumpt werden. Dort übernehmen Standard-Effizienz-Pumpen die Weiterförderung. Durch diese grundlegende Erneuerung, so Sponsel, sparen die Stadtwerke jährlich Stromkosten von circa 140 000 Euro. Dies entspreche einer Einsparung von 700 000 Kilowattstunden. Im gleichen Zug werden auch die zwei leistungsstarken Brunnen sechs und sieben der insgesamt neun Brunnen Alters saniert.

3,4 Millionen werden investiert

Die Kosten für den Neubau inklusive Trafostation und Sanierung der Brunnen sechs und sieben sind auf 3,4 Millionen Euro veranschlagt. Wegen der Effizienz-Steigerung hoffen die Stadtwerke auf eine Förderung zwischen 140 000 und 200 00 Euro vom Bundes-Umweltministerium.

Jährlich, so Christian Sponsel, investierten die Forchheimer Stadtwerke rund eine Million Euro in den Erhalt der Forchheimer Trinkwasserversorgung. Von vier Hochbehältern aus werden die Bewohner in den einzelnen Stadtteilen versorgt.

Ein Liter für 0,2 Cent

Sponsel attestierte dem Forchheimer Trinkwasser eine ausgezeichnete Qualität. Ein Liter koste gerade mal 0,2 Cent. Das ist hundert mal günstiger als Mineralwasser vom Discounter und 500 mal günstiger als Wasser vom Supermarkt. Im Vergleich mit bekannten Wassermarken wie Evian, Rhön Sprudel oder Frankenbrunnen weise das Forchheimer Wasser bei den Werten von Natrium , Magnesium Calcium, und Kalium Werte auf , die den Vergleich mit den bekannten Marken nicht scheuen müssten.

Für ausgezeichnete Qualität sorge ein 550 Hektar großes Schutzgebiet, das für das Forchheimer Trinkwasser ausgewiesen wurde. Obwohl die Flächen landwirtschaftlich genutzt würden liege der Nitratwert des Forchheimer Trinkwassers bei zwölf Milligramm pro Liter. Der gesetzliche Grenzwert sei mit 50 Milligramm pro Liter mehr als viermal so hoch.

Trotz der Investition bleibe der Preis für das Trinkwasser unangetastet. "Der Wasserpreis wurde bereits 2016 vorausschauend mit den Neubaukosten kalkuliert und zum 1. Januar 2017 angepasst", informierte Christian Sponsel. Er versicherte, eine Erhöhung der Trinkwasserpreise sei auch in den nächsten Jahren nicht geplant.

Diese Preisstabilität, so Günther Prem vom Wasserwirtschaftsamt Oberfranken, sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Wasserversorgung weiterhin in der Hand der Stadtwerke sei. "Seien sie froh darüber", unterstrich Prem.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren