Ein Spitzenduell zwischen Schlaifhausen und Pautzfeld dürften vor der Saison die Allerwenigsten auf dem Zettel gehabt haben, denn vor allem die Gäste retteten sich im Vorjahr erst am letzten Spieltag ans rettende Ufer und entgingen dem Abstieg.
Nach den bisherigen Leistungen sehen beide Trainer ihre Mannschaft nicht zu Unrecht in der Spitzengruppe. Dennoch wollen weder Wolfgang Auer für Schlaifhausen, als auch Christian Böhm für Pautzfeld den guten Start überbewerten.

Lektion gelernt?


Der in seine vierte Saison als Spielertrainer bei der Sparta gehende Böhm, der einst im Bayern ligakader der SpVgg Jahn Forchheim sowie in Ebermannstadt und seinem Heimatverein FC Burk spielte, sieht sein Team am Sonntag zwar nicht gänzlich chancenlos, aber auch nicht in der Favoritenrolle: "Die Saison ist noch jung und durch die heuer vielen spielfreien Runden wird die Tabelle immer ein wenig Schieflage haben. Trotzdem freue ich mich über die bisher verdient gewonnenen neun Punkte aus vier Partien. Die nimmt uns keiner mehr." Damit spielt der DJK-Trainer auf das, nach eigenen Worten "Herzschlagfinale", der Vorsaison an, in dem er selbst im letzten Saisonspiel gegen den TKV Forchheim erst zehn Minuten vor Abpfiff mit dem 4:3-Siegtreffer die Klasse rettete: "Ich hoffe, dass meine Jungs aus der Vorsaison gelernt haben."

Zeit der Experimente ist vorbei


Zuletzt wurmte ihn die 0:5-Heimklatsche gegen die Reserve aus Weingarts: "Für meine Mannschaft und wohl die meisten anderen Teams in diesen Spielklassen ist es kaum möglich, mit Viererkette oder ähnlichen Systemen zu taktieren. Dennoch haben wir Verschiedenes ausprobiert. Dass wir dies wohl zukünftig nicht mehr auf diese Art machen, ist klar." Zufrieden zeigt sich Böhm mit dem Fleiß und der Entwicklung seines 23-köpfigen Kaders.
Momentan trifft es die "Spartaner" hart: Neben den Langzeitverletzten Stefan Kupfer (Leistenbruch) sowie Johannes Bergheim und Sebastian Höhn (beide Kreuzband) fällt noch der rotgesperrte Swen Schlund aus. Philipp Schneider laboriert noch an einer Beckenverletzung und sowohl Dominik Betz als auch Kapitän Jonas Haas sind angeschlagen: "Sein Vater, der Spielleiter Friedrich Haas, ist der Hauptgrund, dass ich hier verlängert habe. Der Fritz ist die gute Seele des Vereins."
Dass der beim Training umgeknickte Andre Asimus, beim 6:2 gegen Effeltrich am Vorsonntag dreifacher Torschütze, bis Spielbeginn wieder fit ist, hofft Böhm zumindest: "Wir kommen trotzdem mit elf Mann zu den Schlaifhausenern, denen ich am ehesten zutraue den Favoriten aus Ebermannstadt und dem TKV Paroli zu bieten."

Unbequem, weil unbekannt


Wolfgang "Molly" Auer, in seiner dritten Saison in Schlaifhausen, will davon nichts hören und gibt sich bescheiden: "Wir wissen was wir drauf haben, und dass wir an guten Tagen jeder Mannschaft die Stirn bieten können. Gegen Ebermannstadt verloren wir am Ende mit 0:2, weil wir nicht alle Leute zur Verfügung hatten." Der aktuelle Tabellendritte Pautzfeld, als Klassenwechsler im Vorjahr noch in der A-Klasse 2 zu Hause, ist für Auer ein unbequemer, weil weitgehend unbekannter Gegner: "Klar ist mein fußballender Kollege Böhm ein Begriff. Ebenso die Namen der Torschützen. Aber das macht es nicht nur schwieriger, sondern auch interessanter."

Nur die Aussicht, keine Punkte


Ihm ist aber auch klar, dass die Gäste eine breite Brust haben: "Nach ihrem guten Start kommen sie mit dem verdienten Selbstvertrauen zu uns. Jetzt liegt es an uns, dass wir unseren Gästen einzig die Aussicht aufs wunderschöne Walberla mitnehmen lassen." Eine genaue Zielsetzung zur Saison lässt sich der inzwischen "Alte Hase" im Trainergeschäft nicht entlocken: "Wir wollen siegen. Meine Mannschaft ist inzwischen soweit, dass sie diese Einstellung in jedem Spiel an den Tag legt. Nach zwei Jahren Aufbauarbeit werden wir nun einen weiteren Schritt gehen." Fast philosophisch fügt Auer hinzu: "Jeder Sieg erhöht die Zufriedenheit und das Selbstbewusstsein, sowie das Miteinander im Verein."
Dass er mit den angeschlagenen Stefan Pislcajt, Johan Alin Hatu und André Finze sowie dem urlaubenden Reinhard Niebler ebenfalls vier Ausfälle hat, beantwortet Auer in bester Eurovision-Manier: "Am Sonntag zählt nur eins: Three Points for Schlaifhausen!"