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Zur Kerwa gibt es die Schlusslichtmaß

Vorgeführt am 1. Spieltag: Die Ambitionen der DJK Weingarts erhielten durch das 0:5 gegen Gößweinstein einen Dämpfer.
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Der Weingartser Tobias Leikam hat den Ball, weiß aber nicht, wohin damit. Simon Redel ist an ihm dran. Der DJK fehlten die Ideen gegen Gößweinstein, das belegt das 0:5 deutlich.Uwe Kellner
Der Weingartser Tobias Leikam hat den Ball, weiß aber nicht, wohin damit. Simon Redel ist an ihm dran. Der DJK fehlten die Ideen gegen Gößweinstein, das belegt das 0:5 deutlich.Uwe Kellner
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Eine krachende Niederlage - ausgerechnet zur eigenen Kerwa, und dann noch gegen einen Aufsteiger: Die DJK Weingarts ist nach allen Regeln der Kunst vom SV Gößweinstein vorgeführt worden, am Ende steht ein 5:0-Sieg, an den nicht einmal die kühnsten Optimisten geglaubt hätten.


DJK Weingarts - SV Gößweinstein 0:5
"Am besten wir tragen ab sofort alle unsere Heimspiele in Maigisch aus", scherzte Gößweinsteins Torwart Tobias Krug nach der Partie. Wenige Wochen nach dem gewonnenen Aufstiegsspiel auf dem neutralen Platz in Weingarts gewann sein Team auch das Auftaktderby gegen die DJK. Schon allein die Tatsache, dass Gößweinstein in Weingarts siegte, wäre eine Überraschung gewesen. Dass sie dies mit einem glatten 5:0 tun, sprengte alle Erwartungen. "Im Traum hätte ich nicht an so ein Ergebnis gedacht", sagte DJK-Trainer Arne Schmidt. "Dass die ersten drei Schüsse von Gößweinstein drin waren, war natürlich bitter."

Eigentlich war Weingarts gut im Spiel, doch dann traf Dominik Sebald einen Eckball direkt ins vordere kurze Eck (14.). Ein Treffer, der niemals hätte fallen dürfen und bei dem Neuzugang Lukas Drummer vom Baiersdorfer SV, der den Vorzug vor Daniel Nüssel zwischen den Pfosten bekam, keine gute Figur machte. Genauso hätte er den Schuss aus gut 25 Metern von Sebald halten können, ließ diesen jedoch zum 0:2 passieren (17.).

Danach waren die Hausherren regelrecht geschockt. Nichts funktionierte mehr. "Unser direkter Eckball war der Dosenöffner. Danach ist den Maigischern wenig eingefallen, wir sind hinten gut gestanden und haben unsere Dinger vorn eiskalt gemacht", sagt SVG-Trainer Jens Zweck. Dominik Sebald, der in der kompletten letzten Aufstiegssaison lediglich drei Tore geschossen hat, komplettierte seinen Hattrick mit einem wunderschönen Schuss ins lange Eck zum 0:3 (32.). Die Bewegung im Maigischer Spiel ließ zu wünschen übrig, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen und zu den Gegenspielern waren zu groß.

"In der zweiten Hälfte habe ich eigentlich gedacht, dass es nochmal rumpelt und Maigisch alles rausholt. Ich habe früher ja auch hier gespielt und da wurde öfter das eine oder andere Spiel gedreht", vermutete Zweck.


Wende im Spiel? Keineswegs

Was er sah, waren zwei weitere Treffer für sein Team. Erst traf Marcel Zweck nur den Pfosten (50.), danach schaltete er nach einem Schuss von Simon Redel, der ebenfalls an den Pfosten klatschte, am schnellsten und staubte zum 0:4 ab (57.). Gegen eine extrem zweikampfschwache Abwehr, in der Pausierer Michael Antes fehlte, tanzte sich Marcel Zweck kurz darauf durch, ehe der Ball bei Sven Wächter landete und im Netz zum 0:5 (59.). Der 34-Tore-Stürmer der letzten Saison ist nach seinem Muskelriss erst im Aufbau für die neue Saison, bewies jedoch sofort, dass er auch in der Kreisliga eine Hausnummer sein wird. Weingarts hatte Chancen, jedoch zu wenige, diese wurden kläglich vergeben. Stefan Ismeier traf aus zwei Metern nach einem Eckball beispielsweise nur die Latte.

"Heute war so ein Tag, an dem gar nichts geklappt hat, da hätten wir noch eine Stunde länger spielen können", meinte Schmidt. Die Weingartser unter den 120 Zuschauern wendeten sich schon bald lieber den Festlichkeiten der Kirchweih am unteren Sportplatz zu. Von ihren Jungs waren die Fans maßlos enttäuscht. Aufgrund des hohen Sieges ertönten von Gößweinsteiner Seite leise "Spitzenreiter"-Rufe, die Trainer Jens Zweck jedoch sofort unterband: "Der Gegner war heute wirklich nicht sonderlich gut. Weingarts hat andere Ambitionen und wird aus dem Tief sicherlich rauskommen. Ich freue mich über die drei Punkte. Wir nehmen jeden Zähler gerne mit, denn wir werden bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen."

Auf der anderen Seite saßen Spieler und Trainer noch längere Zeit im Gespräch auf dem Platz. "Ich will nichts schön reden, bei so einer dicken Packung geht das gar nicht. Gehen die ersten Tore nicht gleich rein, kann das Spiel aber auch anders ausgehen. In der Pause haben wir daran geglaubt, zurückkommen zu können, weil wir viel Ballbesitz hatten und wir von der Fitness her nicht unterlegen waren. Gößweinstein hat mehr gepumpt als wir. Die haben sich aber wahnsinnig reingehängt und sich in jeden Ball und Zweikampf reingehauen. Das hat funktioniert", sagte Schmidt abschließend.
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