Weingarts
Fußball

Weingartser Coach erwartet mehr von seinen Jungs

Stellvertretend für den ganzen Verein sehnt Bastian Lunz die Winterpause herbei. Bis dahin will der nach einer Verletzung noch eingeschränkte Trainer aber noch zwei Mal punkten.
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Bastian Lunz mit einer fordernden Geste Richtung Schiedsrichter. Auch von seinen Mitspielern bei der DJK Weingarts erwartet der Trainer mehr.  Archivbild: Uwe Kellner
Bastian Lunz mit einer fordernden Geste Richtung Schiedsrichter. Auch von seinen Mitspielern bei der DJK Weingarts erwartet der Trainer mehr. Archivbild: Uwe Kellner

Im zehnten Jahr Kreisliga-Fußball in Folge nach dem Abstieg ist die Sehnsucht nach der Rückkehr in die Bezirksliga bei der DJK Weingarts unverändert groß. Von Jens Zweck, mit dem Maigisch abgestiegen war, über Ex-Profi Norbert Hofmann, der die längste Amtszeit in der jüngeren Vereinsgeschichte aufweist, bis Arne Schmidt, der nach der vergangenen Saison aufhörte, scheiterte jeder Übungsleiter an dem großen Ziel.

Im Sommer verpflichtete die DJK mit Bastian Lunz und Oliver Seybold ein neues Spielertrainerduo, das zwar in dieser Position keine Erfahrung mitbrachte, aber zusammen unter anderem 163 Partien in der Regionalliga für Schweinfurt und Eltersdorf auf dem Buckel hat. Mit 13 Punkten aus den ersten fünf Spielen lief scheinbar alles nach Plan, doch aus den vergangenen neun Begegnungen holte Weingarts nur einen Dreier und ist der Abstiegszone der Kreisliga 2 ER/PEG deutlich näher als den Plätzen 1 und 2.

Neben der Ankunft von Lunz, der in Bubenreuth wohnt, und Seybold aus Kleingesee (Kreis Gößweinstein) ging beinahe unter, dass Maigisch seinen erfolgreichsten Stürmer (Andreas Stenglein, 18 Tore, zum SV Pretzfeld) und seinen drittbesten Torschützen (Noah Drummer, 9, SV Buckenhofen) ziehen ließ. Lunz macht auch die mangelnde Einstellung einiger Akteure für die Krise verantwortlich. Das Gefühl, dass der Trainerstuhl des 34-Jährigen, und seines zwei Jahre jüngeren Kollegen wackelt, glaubt der zweifache Vater nicht. Wie ist die Stimmung nach der Niederlage in Wolfsberg, wenige Kilometer von Oliver Seybolds Heimat entfernt? Bastian Lunz: Wir alle sind mit der Situation und der Punktausbeute nicht zufrieden. Wir müssen in den zwei ausstehenden Partien unbedingt punkten, um nicht noch weiter hinten reinzurutschen und uns in der Winterpause neu aufstellen - auch personell. Spüren Sie und Oliver noch die volle Rückendeckung des Vereins? Manche Zuschauer äußern sich kritisch. das ist normal und berechtigt. Die handelnden Personen wissen aber, woran es liegt und können das Ganze gut einschätzen. Ich habe jedenfalls noch nicht gehört, dass Gesprächsbedarf besteht. Woran machen Sie die Talfahrt fest? Wir hatten einige schlechte Spiele, aber meistens liegt es an groben individuellen Fehlern. Wir kriegen dagegen kaum solche Geschenke. Und wenn doch, dann nutzen wir sie nicht. Dazu kommen Verletzungen, Krankheiten und Urlaube, mit denen zwar nahezu alle Mannschaften zu kämpfen haben, aber so extrem habe ich das selten erlebt.

Ich selbst fiel mit einer Blessur am Sprunggelenk länger aus, der Knöchel ist immer noch geschwollen. Michael Antes fehlt mit einem Kreuzbandriss die komplette Saison, Stammtorwart Lukas Drummer ist seit dem letzten Sieg gegen Ermreuth ebenfalls langzeitverletzt. Manche Fußballer aus der zweiten Reihe wachsen über sich hinaus, wenn der Star des Teams geht. Ist es bei der DJK vielleicht umgekehrt: Gibt der ein oder andere - bewusst oder unbewusst - weniger, weil zwei höherklassig erfahrene Spieler dazukamen? Ich kann natürlich nicht in die Spieler hineinschauen. Es wäre aber der völlig falsche Ansatz. Normalerweise muss jeder noch mehr Gas geben, weil Oli und ich ja theoretisch einen Stammplatz wegnehmen. Leider hat sich der Kader bislang aber von selbst ergeben. Das könnte eher zu geringerer Leistungsbereitschaft geführt haben. Das muss sich spätestens nach dem Winter ändern. Als Trainer braucht man den Konkurrenzdruck. Haben die vier Siege und das Remis zum Auftakt ein bisschen geblendet? Die damals unterlegenen Gegner stehen heute auf den Rängen 11, 14, 15 und 16. Der Sieg in Schnaittach war knapp, gegen Henfenfeld müssen wir sogar verlieren. Uns war klar, dass wir keine Übermannschaft sind, die einfach durchmarschiert. Wir wussten, dass wir ein relativ leichtes Auftaktprogramm hatten und haben es danach nicht auf die leichte Schulter genommen. Sie und Seybold hatten keine Erfahrung im Trainergeschäft. Haben Sie Fehler gemacht oder sind Sie teilweise überfordert? Überfordert ist das falsche Wort. Eher überrascht. Zum einen von der hohen Qualität der meisten Gegner. Fast jede Mannschaft hat Spieler, die ein paar Ligen höher spielen könnten. Zum anderen von der Einstellung mancher Akteure. Ich habe in meiner Karriere noch nie ein Training oder gar ein Spiel wegen eines privaten Termins abgesagt. Ich bin da anderes gepolt. Oli und ich haben uns diesbezüglich schon den Mund fusselig geredet. Nach dem Winter, nein schon in den verbleibenden zwei Spielen und eigentlich schon von Anfang an erwarte ich mehr von meinen Jungs.

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