Erlangen
Steilpass

Tommy Kind will die Trendwende

Nach dem Stolperstart und der Trainerentlassung steht die SpVgg Erlangen unter Druck. Umso mehr ist Tommy Kind gefordert, die Spieli mit seiner höherklassigen Erfahrung zu stabilisieren.
Artikel drucken Artikel einbetten
+1 Bild

Drei erfolgreiche Spielzeiten beim SC Eltersdorf liegen hinter Tommy Kind. Trotz seines Stammplatzes beim ambitionierten Bayernligisten kehrte er im Sommer zur SpVgg Erlangen zurück - und ist mehr denn je gefordert. Denn nach dem schwachen Saisonstart in der Bezirksliga trennte sich die Spieli von Coach Joachim Müller. Die dem hochgewachsenen Kind zugedachte Führungsrolle erweiterte sich kurzfristig um die Leitung des Trainings.

Dem höherklassigen Fußball hat der Verteidiger, der die Talentschmiede des FC Rot-Weiß Erfurt durchlief, derweil abgeschworen.

Wer hat Sie angespielt?

Tommy Kind: Mich hat Tugay Akbakla nominiert, der in Fachkreisen auch "die osmanische Katze" genannt wird. Er musste in Eltersdorf den einen oder anderen Ball, den ich den gegnerischen Stürmern unfreiwillig auflegt habe, aus dem Netz holen. Manchmal hätte er mir sicher gerne den Kopf abgerissen.

Wie intensiv verfolgen Sie den weiteren Weg der Quecken und was trauen Sie dem Team zu?

Ich schaue so oft es geht bei den Spielen zu, auch gegen Vilzing war ich vor Ort. Das war ein richtig gutes Bayernligaspiel, in dem die Gäste ihre Chancen eiskalt genutzt haben. Eltersdorf gelang das noch nicht, aber sie werden eine sehr gute Rolle spielen. Das Team hat viele charakterlich starke Spieler im Kader, die zudem Tempo mitbringen. Es macht Spaß, die Partien anzuschauen. Ich habe mich bei meinem Wechsel definitiv nicht gegen den SCE entschieden.

Warum wechselten Sie dann trotz ihres Stammplatzes zurück zur Spieli? War Ihr Interesse an der Bayernliga nicht mehr groß genug?

Auf die Bayernliga hatte ich noch Lust, das ist eine tolle Spielklasse auf hohem Niveau. Ich muss mir aber eingestehen, dass ich mit meiner Größe gegen viele dribbelstarke Angreifer immer mehr Probleme bekommen habe. Außerdem will ich auf meinen Körper achten. Vor drei Jahren wurde bei mir eine Hüftarthrose diagnostiziert. Ich möchte später nicht mit dauerhaften Schmerzen leben und habe mich daher entschlossen, etwas kürzer zu treten. Die Zeit spielt auch eine Rolle: An freien Wochenenden bin ich gerne in meine thüringische Heimat gefahren, das war in Eltersdorf kaum mehr möglich. Wenn es nicht gut lief, haben wir oft am Wochenende trainiert, zudem mussten wir für Auswärtsspiele häufig weit fahren. Bei der Spieli brauche ich drei Minuten mit dem Fahrrad, bis ich am Sportgelände bin.

Nach dem gerade so vermiedenen Klassenerhalt wollte sich die SpVgg in diesem Jahr stabilisieren. Der Start ist jedoch mehr als holprig verlaufen, zuletzt verlor Ihr Team drei Spiele am Stück.

Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt. Alle müssen sich hinterfragen, was bislang schief ging und aus den Fehlern lernen. Unser Problem ist, dass uns bislang in jeder Woche wichtige Spieler gefehlt haben. Wir konnten uns bislang noch nicht einspielen, teilweise fehlten fünf Stammkräfte. Das bisherige Abschneiden entspricht sicherlich nicht den Erwartungen des Vereins, Umbruch hin oder her.

Anfang der Woche reagierte der Klub und trennte sich von Trainer Joachim Müller.

Diese Entscheidung hat uns als Mannschaft genauso wie Joachim selbst überrascht. Wir saßen nach dem Mannschaftstraining am Dienstag noch lange in der Kabine zusammen und haben über die Gründe und den Zeitpunkt der Entscheidung gesprochen. Die Einheit haben Andreas Hartmann und ich zusammen geleitet, interimsweise übernimmt Michael Hahn.

Was haben Sie sich persönlich für diese Saison vorgenommen und welche Ziele hat die Mannschaft für die restliche Saison?

Ich persönlich will den Zugängen helfen, sich zu akklimatisieren und ihnen zur Seite stehen. Ich habe meine Erfahrungen auch auf höherem Niveau gesammelt, bin deshalb aber nichts Besonderes. Die Jungs können immer mit mir sprechen. Als Team wollen wir eine bessere Bilanz als in der vergangenen Spielzeit erreichen. Das vordere Mittelfeld muss mit der vorhandenen Qualität drin sein. Umso wichtiger ist das anstehende Derby beim SV Tennenlohe. Dort spielen einige ehemalige Spieli-Akteure, wir lassen uns vom Tabellenplatz nicht blenden. Ein Sieg würde uns viel Auftrieb geben.

An wen spielen Sie weiter?

Ich nominiere Michael Thomann vom FC Herzogenaurach. Unser Treffen zum Frühschoppen an der Erlanger Bergkerwa ist zum festen Ritual geworden. Wir kennen uns gut.

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld bilden die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Verboten sind Kurzpässe, also Zuspiele innerhalb des eigenen Vereins, und Rückpässe zu bereits angespielten Aktiven.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren