Baiersdorf
Radsport

Team Herrmann zieht sich nach nur einer Saison zurück

Zu wenige Sponsoren, zu wenig Aufmerksamkeit: Wenige Monate nach dem Schritt ins Profitum löst sich die Continental-Mannschaft aus Mittelfranken wieder auf.
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Die Baiersdorfer Profi-Radmannschaft löst sich am Ende der Saison 2019 wieder auf. Fotos: privat
Die Baiersdorfer Profi-Radmannschaft löst sich am Ende der Saison 2019 wieder auf. Fotos: privat
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Das Herrmann-Radteam aus Baiersdorf löst sich zum Ende der Saison auf. Teamchef Stefan Herrmann, der seine Mannschaft zu Jahresbeginn erstmals mit dem Continental-Status ins Rennen geschickt hatte und mit großen Ambitionen gestartet war, zeigt sich enttäuscht: "Wir mussten einmal mehr erkennen, dass sich Sponsoren nur schwer für unseren Sport begeistern lassen. Ich wäre gerne wieder einen Schritt weiter gegangen, doch das geht nur mit frischem Geld. Eine Weiterentwicklung für unsere gesamte Mannschaft benötigt einfach einen zusätzlichen Sponsor, um den wir uns massiv bemüht haben. Leider ist uns das trotz vieler Gespräche nicht gelungen."

Trotz einiger nationaler und internationaler Erfolge sind die Baiersdorfer enttäuscht von der Wahrnehmung in den Medien und die Nichteinladung des Teams zur Deutschland-Tour, die vom 29. August bis 1. September in vier Etappen von Hannover nach Erfurt führt. "Der regionale Sport findet immer weniger Beachtung", sagt Sportdirektor Grischa Janorschke aus Altenkunstadt im Landkreis Lichtenfels.

"Wir haben Bundesliga-Rennen gewonnen, Wertungstrikots bei internationalen Rennen geholt. Wir kümmern uns intensiv um den Nachwuchs. Wir haben in den vergangenen drei Jahren jede Saison bei den deutschen Meisterschaften Medaillen geholt, Ende Juni gewann Miguel Heidemann den DM-Titel im Zeitfahren. Wir sind immer noch amtierender deutscher Meister im Mannschaftszeitfahren. Und wir haben unseren jungen Rennfahrern im U23-Bereich mit unserem Rundfahrt-Programm sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten sowie den Vergleich mit der internationalen Spitze geboten - das alles blieb ohne Resonanz", klagt der ehemalige Profi.

Teamchef und Hauptsponsor Stefan Herrmann unterrichtete seine Fahrer und das Umfeld am Wochenende über seine Entscheidung: "Letzten Endes blieb mir keine andere Wahl. Stillstand ist Rückschritt. Ich denke jetzt erst einmal wieder an meine Familie und das eigene Unternehmen. Man soll aufhören, wenn's am schönsten ist. Das Thema Continental-Team ist vorbei. Ich danke all unseren Sponsoren, Partnern und Unterstützern. Es war eine schöne Zeit und wir bleiben natürlich dem Sport treu, denn wir wollen für Schüler- und Jugendfahrer weiter ein Unterstützer sein."

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