Weilersbach
InFranken-Kick

SV Pretzfeld fehlt das Glück

Mit dem Gegner auf Augenhöhe, aber trotzdem wieder verloren: Der Aufsteiger nutzt seine Chancen nicht, die Gloria schon.
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Fünf Spiele, fünf Niederlagen: Der SV Pretzfeld (in blau) wartet noch immer auf den ersten Sieg in der Kreisklasse 2. Immerhin: Bei der 0:2-Niederlage gegen den SV Gloria Weilersbach hat sich der Aufsteiger als absolut konkurrenzfähig erwiesen.Matthias Hofmann
Fünf Spiele, fünf Niederlagen: Der SV Pretzfeld (in blau) wartet noch immer auf den ersten Sieg in der Kreisklasse 2. Immerhin: Bei der 0:2-Niederlage gegen den SV Gloria Weilersbach hat sich der Aufsteiger als absolut konkurrenzfähig erwiesen.Matthias Hofmann
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Die Vorfreude war groß: Seit über 40 Jahren gab es kein Pflichtspiel zwischen dem SV Gloria Weilersbach und dem SV Pretzfeld mehr, am Wochenende trafen die Nachbardörfer im InFranken-Kick in der Kreisklasse 2 endlich wieder aufeinander. Trotz perfekter Rahmenbedingungen wollte auf dem Platz aber keine rechte Derbystimmung aufkommen. Und nach der 0:2-Niederlage warten die Pretzfelder weiter auf den ersten Sieg. SV Weilersbach - SV Pretzfeld 2:0 Beide Mannschaften schenkten sich nichts, emotional und hitzig wurde es aber nur selten. So sprang das kaum vorhandene Feuer nie auf die Ränge über. In den Schlussminuten durfte zumindest auf Weilersbacher Seite gejubelt werden.

Bereits vor Anpfiff hatten Weilersbach und Pretzfeld eine Personalie gemeinsam. Sowohl bei den Hausherren als auch beim Gast fehlten die Trainer urlaubsbedingt. Somit mussten die Co-Trainer übernehmen. Bei der Gloria war dies Sebastian Vollmeier, auf der Gegenseite hatte Volkan Güla das Sagen. Beide Interims-Übungsleiter liefen von Beginn an auf und dirigierten ihre Teams aus dem Feld heraus.

Vor 160 Zuschauern sorgte Sebastian Dierl für die erste Tor-annäherung, als er einen Freistoß weit über das Tor zimmerte (3.). Deutlich gefährlicher wurde es auf der Gegenseite. Güla drang in den Strafraum ein und scheiterte an Keeper Christian Blum (7.). Die faire Partie wog in der Anfangsphase hin und her, beide Seiten kamen zu Abschlüssen, die hochkarätigeren Möglichkeiten gingen aber auf das Pretzfelder Konto. Nachdem Weilersbachs Dominic Amon einen schnell ausgeführten Freistoß von Daniel Böhm nicht voll traf (15.), tauchte Güla allein vor dem Tor auf (17.). Kurz darauf schnupperten die Gäste erneut an der Führung. Gereon Amon fand im Rückraum Raphael Porzelt, dessen Abschluss zu harmlos geriet (20.). Eine gute Möglichkeit, die Nächste ließ nicht lange auf sich warten. Michael Streibel setzte Güla in Szene. Aus spitzem Winkel zielte der SV-Co-Trainer allein deutlich über die Latte (26.).

Gloria mit mehr Mut

Weilersbach war in dieser Phase mit dem torlosen Remis gut bedient, im weiteren Verlauf investierten die Gastgeber mehr. Da aus dem Spiel kaum gefährliche Offensivaktionen zustande kamen, musste ein Eckball für die beste Gloria-Chance herhalten. Markus Hendel spielte flach auf Sebastian Dierl, der direkt abschloss. Da der Angreifer das Spielgerät nicht voll traf, konnte der Schuss auf der Torlinie geklärt werden (30.). Bis zur Pause flachte die Partie deutlich ab, ohne allerdings an Härte zuzunehmen. So kam über die gesamte Spielzeit kaum Derbyatmosphäre auf. Dies war natürlich auch ein Verdienst von Schiedsrichterin Gertrud Gebhardt, sie machte ihre Sache sehr gut.

Auch im zweiten Abschnitt ging es ausgeglichen zu.

Weilersbach kam dem 1:0 kurz nach Wiederanpfiff nahe, als Florian Bernard einen Diagonalball von Philipp Langmar nicht verwerten konnte (47.). Für Pretzfeld war es Lindner, der einen Güla-Freistoß aus guter Position nicht im Netz unterbrachte (61.). Es folgte eine kurze Drangphase der Hausherren. Doch Dierl (64.) und Amon (66.) fehlte das Glück.

Von fehlendem Fortune konnte auch Güla ein Lied singen. Vier Minuten später marschierte er allein auf das Gästetor zu (70.). Diese Aufzählung von Chancen soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Partie immer wieder Auszeiten nahm. In diesen plätscherte das Geschehen vor sich hin, mit Fehlpässen und missglückten Flanken. So bog die Partie ohne große Höhepunkte in die Schlussphase ein. Als vieles auf ein Remis hindeutete, schlug die Gloria zu. Ein Angriff über mehrere Stationen landete bei Dierl, der Vollmeier in Szene setzte. Frei vor dem Tor ließ sich der Mittelfeldspieler nicht zweimal bitten und vollstreckte eiskalt und wuchtig in die lange Ecke (80.). Der Jubel war groß, kurz darauf netzte Dierl sehenswert zum 2:0 ein. Von Markus Hendel hoch angespielt traf der Stürmer spektakulär per Fallrückzieher. Ein Treffer der Marke "Tor des Monats" (84.). Von diesem Doppelschlag sollte sich Pretzfeld nicht mehr erholen.

Die Meinungen der Trainer

"Die erste Hälfte war zerfahren, es gab wenige gute Szenen, der Kampf stand im Vordergrund. Auch ich habe mir das anders vorgestellt, wir haben nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Kompliment an die Schiedsrichterin, sie hat keinerlei Hitze aufkommen lassen. Beide Seiten haben sie vom Anpfiff weg akzeptiert, das hilft in einem Derby natürlich", erklärte Weilersbachs Co-Trainer Sebastian Vollmeier. "Im zweiten Abschnitt hat Pretzfeld die Chancen liegen gelassen, wir haben sie genutzt. Das Traumtor am Ende hat Pretzfeld endgültig den Zahn gezogen."

Enttäuscht über die verpasste Gelegenheit, endlich erste Punkte in der Kreisklasse einzufahren, zeigte sich Pretzfelds Assistenztrainer Volkan Güla: "Wenn wir in der ersten Halbzeit aus unseren Chancen die Tore machen, sieht es anders aus. Am Ende haben wir auch durch fatale Abwehrfehler verloren. Wobei man sagen muss, dass wir durch die letzten Spiele auch traumatisiert sind. Immerhin haben wir da 20 Buden bekommen. Das löst noch mehr Angst aus, einen Fehler zu machen."

Die Statistik zum Spiel

SV Weilersbach: Blum - Sponsel, Böhm, Langmar, Dangel, Hendel, Vollmeier, Bernard, Dörfler, Dierl, Amon (Trambauer, Erlwein, Wernsdörfer). SV Pretzfeld: Dötzer - M. Dötzer, H. Streibel, Hofmann, M. Lindner, Amon, Güla, Schmitt, M. Streibel, Pöhlmann, Porzelt (J. Lindner). Tore: 0:1 Vollmeier (80.), 0:2 Dierl (84.). Zuschauer: 160. Schiedsrichterin: Gertrud Gebhard (TSV Hirschaid)



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