LKR Forchheim
InFranken-Kick

SV Langensendelbach unter Beobachtung

Der Aufsteiger muss sich noch an die Qualität in der Kreisliga 1 gewöhnen, rechnet sich gegen die DJK Kersbach aber etwas aus - trotz Personalsorgen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sebastian Jung und der SV Langensendelbach landeten zwar am ersten Spieltag mit dem 0:4 gegen Tennenlohe auf dem Hosenboden, hoffen aber nun in Kersbach auf die ersten Punkte.Sportfoto Zink/Archiv
Sebastian Jung und der SV Langensendelbach landeten zwar am ersten Spieltag mit dem 0:4 gegen Tennenlohe auf dem Hosenboden, hoffen aber nun in Kersbach auf die ersten Punkte.Sportfoto Zink/Archiv

Daniel Rille gastiert bei seiner alte Liebe: Im InFranken-Kick bekommt es der SV Langensendelbach mit seinem Trainer am Samstag um 16 Uhr mit der DJK Kersbach zu tun. Der Aufsteiger will nach einer deutlichen Niederlage zum Start die ersten Punkte in der Kreisliga 1 einfahren. Das identische Ziel hat auch Kersbach.

Kreisliga 1 ER/PEG

DJK Kersbach (10.) - SV Langensendelbach (14.) Keine Willkommensgeschenke in der Liga gab es für Langensendelbach, gegen Tennenlohe setzte es eine deutliche 0:4-Niederlage. Urlaubsbedingt konnte Rille allerdings nicht aus dem Vollen schöpfen. Abteilungsleiter Bernd Ursprung gewinnt der ersten Partie daher auch etwas Positives ab. "Tennenlohe war eine richtig gute Mannschaft, da hat man gemerkt, was auf uns zukommen kann. Wenn man sieht, dass mit Paul Schulze-Zachau ein ehemaliger Bayernliga-Spieler in bestem Alter von der Bank kommt, ist das qualitativ außergewöhnlich", sagt Ursprung. "Vielleicht war es daher ganz gut, dass wir zum Start gegen sie gespielt und uns einige Spieler gefehlt haben. Wer weiß, ob wir in Bestbesetzung etwas geholt hätten."

Zufrieden zeigt sich der Abteilungsleiter mit den Einheiten vor Rundenstart, die Vorbereitung sei gut verlaufen. Dank einer hohen Trainingsbeteiligung konnte Rille viel ausprobieren, jeder habe eine Chance bekommen, sich zu zeigen. Einzige Wermutstropfen waren die Verletzungen von Timo Molzenberger (Mittelfußbruch) und Markus Lamm (Kreuzbandriss). Ansonsten zieht Ursprung ein positives Fazit: "Die Integration der Neuzugänge verlief problemlos, wobei sich bei uns niemand Gedanken machen muss, nicht aufgenommen zu werden", erklärt der 39-Jährige. "Natürlich fehlen in dieser Phase immer wieder Urlauber. Das ist aber auch bei anderen Teams der Fall."

Mit Blick auf die Herausforderung Kreisliga ist das Ziel klar formuliert, der Klassenerhalt stehe an oberster Stelle. In der Liga sieht Ursprung viel Qualität, umso wichtiger sei es, realistisch zu bleiben. "Natürlich müssen sich Mannschaft und Umfeld an die neue Situation gewöhnen. Im letzten Jahr haben wir fast alles gewonnen, aber es kann nun auch vorkommen, dass mehrere Niederlagen am Stück kommen", stellt der Abteilungsleiter klar. "Dann gilt es, klaren Kopf zu bewahren und nicht alles schwarz zu sehen. Aber es ist natürlich klar, dass eine solche Umstellung nach einer derart außergewöhnlichen Saison ihre Zeit braucht."

Für Rille geht es am Samstag direkt gegen seine alte Liebe Kersbach, zwei Jahre verbrachte der 32-Jährige zuletzt als Assistent von Oliver Wurzbacher bei der DJK. Ursprung findet nur positive Worte für den neuen Trainer: "Wir sind absolut zufrieden. Training, Spielvorbereitung, alles top. Er kennt die Gegner vom letzten Jahr und Kersbach natürlich im Besonderen." Im Gegner sieht Ursprung eine erfahrene Kreisligamannschaft, die wisse, auf was es ankomme. Trotz des schlechten Starts in der Vorsaison habe sich Kersbach nicht aus der Ruhe bringen lassen. "Sie sind trotz der Misserfolge geschlossen aufgetreten und haben eine beeindruckende Serie gestartet", so der Abteilungsleiter, der auf die Insider-Infos von Rille baut. "Daniel hat bestimmt den ein oder anderen Tipp für unser Team. Er kennt nahezu alle Spieler und das ist mit Sicherheit kein Nachteil."

Kersbach fehlen etliche Leute

In Kersbach herrscht Vorfreude auf das Wiedersehen mit dem ehemaligen Co-Trainer, ob der aktuellen Personalsituation hätte die DJK den Langensendelbacher Spielertrainer aber gerne in den eigenen Reihen. "Wir freuen uns natürlich, ihn zu sehen. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis, er ist ein feiner Kerl", lobt DJK-Abteilungsleiter Thomas Müller. "Doch für Samstag sieht es kadertechnisch nicht ganz so rosig aus." Tolga Dogan, Daniel Boromissza und Serdar Demirci fallen verletzungsbedingt aus, hinter Wurzbacher stehe ein großes Fragezeichen. Auch auf Fabian Kistner müsse die DJK verzichten, der angehende Lehrer wurde zum neuen Schuljahr von Nürnberg nach Wasserburg versetzt.

Da Kersbach ohnehin über einen dünnen Kader verfüge, sei es schwer, diese Ausfälle zu kompensieren. "Wir haben in der Vorbereitung mit über 50 Spielern gesprochen, aber es ist nicht einfach. Meistens geht es über Bekannte, wie bei Serdar Demirci, der dank Tolga Dogan zu uns kam", erklärt der Abteilungsleiter. "Umso erfreulicher ist es, dass wir mit Florian Erlwein nochmal an Qualität gewonnen haben." Mit viel Geld auswärtige Spieler zu verpflichten, sei in Kersbach keine Option. "Das, was andere machen, wollen wir nicht. Wir möchten unsere Ziele mit eigenen Leuten erreichen, umso stolzer machen uns die letzten Jahre", stellt Müller klar. "Wenn es mal nicht mehr reichen sollte, geht die Welt auch nicht unter."

Trotz der personellen Engpässe zeigt sich Müller optimistisch. Einen Favoriten gebe es nicht. "Beide sind nicht gut gestartet, da steht man natürlich schon ein klein wenig unter Druck. Die Chancen sehe ich bei 50:50." In puncto Matchplan geht Müller davon aus, dass Trainer Wurzbacher ein gutes Händchen bei der Aufstellung beweisen werde. Mut mache außerdem das erste Spiel in Röttenbach, trotz der 1:2-Niederlage. "Wir haben es in Unterzahl sehr gut gemacht und waren nach dem Ausgleich die bessere Mannschaft", so Müller. "Dass wir am Ende ein spätes Tor in abseitsverdächtiger Position bekommen, ist ärgerlich." mho

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren