Forchheim
Triathlon

SSV Forchheim: Taktik verfehlt, Ziel erreicht

Obwohl die Bayernliga-Männer durch ein Missverständnis beim letzten Wettkampf des Jahres die Top Ten knapp verpassten, haben sie ihr Saisonziel erreicht.
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Michael Stirnweiß beim Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren. Der 30-Jährige kam als 38. von 60 Triathleten aus dem Main-Donau-Kanal. Fotos: SSV Forchheim
Michael Stirnweiß beim Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren. Der 30-Jährige kam als 38. von 60 Triathleten aus dem Main-Donau-Kanal. Fotos: SSV Forchheim
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Das Ziel für Robert Braun, Andreas Maiwald, Frank Müller und Michael Stirnweiß beim letzten Wettkampf der Triathlon-Bayernliga-Saison war, den achten Tabellenplatz zu verteidigen. Dies gelang dem Quartett des SSV Forchheim zwar, doch die taktischen Vorgaben setzte es nur teilweise um, so dass die Sportler bis zur letzten Minute zittern mussten, ob es nach dem Rennen im oberbayerischen Beilngries zu einem versöhnlichen Abschluss reicht.

Drei müssen ankommen

Das Format "Teamsprint" versprach viel Action für die Zuschauer und zusätzliche Anstrengung für die Athleten. Wenn die Zeit des dritten Athleten nach Schwimmen, Radeln und Laufen stellvertretend für die gesamte Mannschaft zählt, will dieser schließlich möglichst schnell ins Ziel gebracht werden. Schieben, Ziehen, Anschreien - fast alles ist erlaubt.

Die Forchheimer legten einen Start nach Maß hin. Nach 750 Metern kletterte Maiwald als Zweiter der 60 Athleten aus dem Main-Donau-Kanal, Braun und Müller folgten im Mittelfeld. Auch Stirnweiß nahm als 38. nur 25 Sekunden hinter seinen SSV-Kollegen die Verfolgung auf.

330 Höhenmeter

Nun wurde es aus zwei Gründen taktisch: Erstens stand gleich auf den ersten der 20 Radkilometer ein Großteil der 330 Höhenmeter bevor. Zweitens suchten und fanden sich die einzelnen Teams zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. So hatte Stirnweiß die Lücke auf Braun gleich zugefahren und schloss wenig später auch zu Müller auf. Zu zweit bissen sie sich in einer Gruppe fest und vereinigten sich auf den ersten Metern bergab mit einer weiteren Gruppe, in die sich auch Maiwald zurückfallen gelassen hatte. Wie hervorragend die Ausgangsposition nach noch nicht einmal der Hälfte der Radstrecke war, verdeutlichte die Anwesenheit der der Hofer, die später Tageszweiter wurden.

Doch bald war die Euphorie gedämpft. Müller hatte im welligen Teil der Strecke Probleme, die Leistungsspitzen mitzugehen und ließ die Gruppe ziehen. Stirnweiß begleitete ihn, um zumindest zu zweit zusammenzuarbeiten. Maiwald hatte nicht mitbekommen, dass Müller und Stirnweiß zu seiner Radgruppe aufgeschlossen hatten. So war ihm nicht bewusst, dass seine Stärke in der mittleren Disziplin gefragt gewesen wäre, um sein Team heranzufahren.

Maiwald übersieht Laufschuhe

Zu allem Überfluss nahm Maiwald beim Wechsel zur Laufstrecke nicht wahr, dass die Schuhe seiner Kameraden noch in der Wechselzone auf ihre Besitzer warteten. Mit mittlerweile zwei Minuten Rückstand stellten Müller und Stirnweiß ihre Drahtesel ab.

Mit einer gehörigen Portion Wut ob der fehlenden Unterstützung ihrer Kollegen machten sich die beiden auf die abschließenden fünf Kilometer. Doch sich andeutende Wadenkrämpfe zwangen Stirnweiß zu gemäßigtem Tempo. Erst zur zweiten Hälfte lief es besser, wo dann auch Maiwald wartete. Schließlich überholte der SSV kurz vor dem Zielbogen noch zwei Konkurrenten und erreichte als Zehnter von 15 das Finisher-Buffet.

Als achte der 15 Mannschaften schlossen die Forchheimer die Triathlon-Bayernliga ordentlich ab. Auf Maiwald wartet Anfang September noch die Langdistanz (3,8/180/42 Kilometer) in Amsterdam, bei der er aufgrund der Nominierung für die Altersklassen-Nationalmannschaft in den bundesdeutschen Farben starten darf.

SSV-Frauen sagen ab

Das Forchheimer Damenteam nahm den Wettkampf in Beilngries aufgrund von Verletzungen und Verhinderungen nicht wahr und sammelte somit keine weiteren Punkte für ein besseres Abschneiden in der Tabelle. Die Bayernliga-Saison beendeten die SSVlerinnen nach drei absolvierten Wettkämpfen auf dem elften und vorletzten Rang.

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