Forchheim
Hallenfußball

Seltener Jubel beim TSV Kirchehrenbach

Während es auf dem Rasen in der Bezirksliga alles andere als rund läuft, feierte der TSV Kirchehrenbach beim Turnier des größten Rivalen den Gesamtsieg.
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Der SV Buckenhofen (li. Silas Keilholz) setzte sich im Halbfinale gegen den TSV Röttenbach (re. Tobias Müller) durch, scheiterte aber im Finale an Kirchehrenbach.  Fotos: Uwe Kellner
Der SV Buckenhofen (li. Silas Keilholz) setzte sich im Halbfinale gegen den TSV Röttenbach (re. Tobias Müller) durch, scheiterte aber im Finale an Kirchehrenbach. Fotos: Uwe Kellner
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Der TSV Kirchehrenbach schlittert nach dem direkten Wiederabstieg aus der Bezirksliga auch in der Kreisliga dem Niedergang entgegen, die Winterpause nutzt die Mannschaft des scheidenden Trainers Stephan Schleiwies für ein wenig Stimmungsaufhellung. Die Walberla-Kicker holten sich den vom SV Weilersbach ausgerichteten Franken-Bräu-Cup. Einen emotionalen Höhepunkt gab es für den TSV bereits vor dem Finale gegen Buckenhofen.

Den Titel beim zweiten Turnier der Weilersbacher Dreikönigsserie, den Gloria-Cup, verteidigte die SG Pinzberg/Gosberg, obwohl sie im Halbfinale und im Endspiel auf Gegner traf, die eine Vorrundenpartie weniger bestritten hatten. Grund war der Nichtantritt des Bammersdorfer SV.

Franken-Bräu-Cup

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Der Parkplatz vor der Forchheimer Ehrenbürg-Halle war voll, die Mannschaft des Ausrichters schaffte den Sprung ins Halbfinale. Eigentlich lief es für den SV Weilersbach perfekt. "Wenn wir ins Halbfinale kommen, ist es immer ein gutes Zeichen", freute sich Abteilungsleiter Arno Amon. Doch in der Vorschlussrunde traf die Gloria auf den ewigen Rivalen Kirchehrenbach.

Der TSV hatte sich in der Gruppenphase von Spiel zu Spiel gesteigert, alle vier Gegner bezwungen und war gegen die Gastgeber aus der Kreisklasse favorisiert. Tatsächlich ging Ehraboch durch Yannick Stelzner in Führung, Weilerbach kam jedoch zurück: Nach einer Balleroberung glich Sebastian Vollmeier aus. In den letzten Sekunden knallte ein Schuss des Torschützen sogar ans Lattenkreuz und hätte den Sieg bedeuten können, stattdessen ging es ins Neunmeterschießen.

Die Halle bebte, und die zahlreichen Anhänger beider Vereine buhten und jubelten, was sie konnten. Der TSV vergab die ersten beiden Versuche, traf aber alle weiteren. Der SV hingegen versenkte die ersten beiden Neunmeter, war danach aber nicht mehr so sicher, so dass Stelzner als 14. Schütze den Ehrabocher Finaleinzug perfekt machte. "Natürlich sind wir etwas enttäuscht, weil das Endspiel möglich gewesen wäre", sagte Gloria-Kicker Daniel Erlwein. Sein Verein konnte sich zumindest über eine gelungene Veranstaltung freuen.

Parallel hatte sich Titelverteidiger SV Buckenhofen fürs Endspiel qualifiziert. Der Bezirksligist wurde von Reserve-Trainer Christoph Zeller angeführt. Im Halbfinale behielt er gegen sein Ex-Team TSV Röttenbach mit 4:3 die Oberhand. Fabian Maar traf für den Sieger aus Gruppe A nach wenigen Sekunden nur das Lattenkreuz. "Wir sind ohne Trainer da, aber das klappt ganz gut", erklärte Christian Sellerer, der eigentliche Röttenbacher Torhüter, der zum Feldspieler umfunktioniert wurde.

Nach dem Warnschuss des TSV wachte Buckenhofen auf: Das 1:0 der Buckis legte Zeller für Julian Wolff auf, ehe Philipp Hoffmann drei Traumtore erzielte. Der SVBler war einer der stärksten Akteure des Turniers und sicherte sich mit zehn Treffern die Torjägerkanone. Erst als Maar per Freistoß und Tobias Müller auf 2:3 verkürzten, war wieder Spannung drin - bis Hoffmann zum 4:2 zuschlug. Mit der Schlusssirene traf André Holzmann zum Endstand.

Im Finale traf somit der Vorjahresgewinner auf den Seriensieger der vergangenen Jahre. Per Freistoß brachte Johannes Pieger Kirchehrenbach vor dem Seitenwechsel in Führung. Danach verlor der SVB die Ordnung, zwei Mal Julius Sitzmann, Stelzner und erneut Pieger sorgten für ein ungefährdetes 5:1. "Wir haben den gepflegtesten Fußball gespielt und verdient gewonnen", freute sich TSV-Coach Schleiwies. Bester Torhüter des Turniers wurde Luis Mechler vom ATSV Forchheim. Sein Team hatte den Halbfinaleinzug nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Buckenhofen verpasst.

Nachdem sich Schlaifhausen (gegen Pretzfeld), Burk (gegen Hausen) und der ATSV (gegen Poxdorf) mit einem Erfolgserlebnis in den Platzierungsspielen aus dem Franken-Bräu-Cup verabschiedet hatten, gab Weilersbach im kleinen Finale noch einmal den guten Gastgeber und ließ Röttenbach den Vortritt. Positiv war, dass die Schiedsrichter über den ganzen Tag nur drei Zeitstrafen vergaben.

Gloria-Cup

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Zum Auftakt der zwölften Auflage des Turniers bekam es die SG Pinzberg/Gosberg mit dem Kreisklassisten SG Wichsenstein/Bieberbach zu tun. "Wir sind mit einer guten Besetzung ins Turnier gegangen, denn wenn wir schon mitspielen, dann wollen wir so gut wie möglich abschneiden", berichtete der Trainer des Titelverteidigers, Mathias Schuhmann, der aufgrund der Feldsaison noch etwas angeschlagen war und deswegen nur hinter der Bande stand. Seine Jungs schafften auch ohne ihn ein 3:0. "Für mich war die SG ein Geheimfavorit", sagte Schuhmann.

Beim 4:1 gegen B-Klassist Neuses ließ sein Team etwas die Anspannung vermissen, weshalb der 28-Jährige zu Konzentration mahnte. Das half, Pinzberg sicherte sich ohne Punktverlust den Gruppensieg - vor Wichsenstein/Bieberbach, den Reserven aus Weilersbach und Poxdorf sowie Neuses. In Gruppe B waren die Kräfteverhältnisse ebenfalls klar geregelt. Der SV Buckenhofen II gewann alle Partien. Die SpVgg Reuth folgte ins Halbfinale, Röttenbach II und Kunreuth hatten das Nachsehen.

Im ersten K.o.-Duell geriet Pinzberg/Gosberg ins Hintertreffen. "Da haben wir gepennt. Und unsere Torausbeute ließ schon in der Gruppenphase ein wenig zu wünschen übrig", kritisierte Schuhmann. Doch seine Jungs drehten die Begegnungen gegen Reuth (3:1).

Im zweiten Halbfinale trafen die einzigen Kreisklassisten des Turniers aufeinander. Die kleinen Buckis, die in der Gruppenphase aufgrund des Nichtantretens des SV Bammersdorf eine Partie weniger absolviert hatten, fuhren gegen Wichsenstein/Bieberbach einen glatten 5:1-Erfolg ein.

Während für Neuses nach der Vorrunde schon Schluss war, durften Kunreuth und Röttenbach II noch ihre Platzierungen verbessern. Wichsenstein schoss sich gegen Reuth aufs Treppchen. Im Finale presste der SVB und lag schnell 2:0 vorne. "Da war zu befürchten, dass wir eine Packung kassieren, immerhin waren bei Buckenhofen die beiden Eisgrub-Brüder dabei", erzählt Schuhmann.

Doch der A-Klassist nahm den Kampf an und gewann immer mehr Oberwasser, während bei den Buckis die Kräfte nachließen. "Die Jungs haben ihre Chancen diesmal eiskalt genutzt", sagte der SG-Trainer nach dem 6:3-Erfolg zufrieden. Ein Patt gab es bei den besten Torschützen: Georg Messingschlager von der SG Pinzberg/Gosberg und Tobias Eisgrub teilten sich die Krone mit jeweils acht Treffern.

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