Forchheim
Leichtathletik

Schindzielorz rennt um eine Hundertstel am Finale vorbei

Jan Schindzielorz von der LG Forchheim verpasste den Endlauf über 60 Meter Hürden bei der deutschen Hallenmeisterschaft nur um einen Wimpernschlag.
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Jan Schindzielorz (re.) gibt dem Hallensprecher nach seinem Wettkampf ein Interview. Fotos: Bernd Schindzielorz
Jan Schindzielorz (re.) gibt dem Hallensprecher nach seinem Wettkampf ein Interview. Fotos: Bernd Schindzielorz
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Jan Schindzielorz und Moritz Hecht von der Leichtathletik-Gemeinschaft Forchheim haben die Landkreisfarben bei den deutschen Hallenmeisterschaften vertreten. Obwohl der fast 40-jährige Schindzielorz den Endlauf über 60 Meter Hürden nur um eine Hundertstelsekunde verpasste und der rund halb so alte Hecht über die gleichlange Sprintstrecke nicht an seine Bestleistung herankam und deshalb im Finale ebenfalls nur Zuschauer war, kehrten beide zufrieden aus Nordrhein-Westfalen zurück.

Für die LGler bildeten die 65. nationalen Titelkämpfe in der Helmut-Körnig-Halle, in direkter Nachbarschaft zum Stadion von Borussia Dortmund, den krönenden Abschluss der Hallensaison. Hecht hatte sich die Qualifikation für die 60- und 200-Meter-Sprintstrecke schon vor einigen Wochen bei den bayerischen Meisterschaften in München mit persönlicher Bestzeit (6,80 und 21,87 s) erlaufen. Schindzielorz knackte die Norm erst am Wochenende vorher bei den "Süddeutschen".


Kleiner Fehler, große Wirkung

Da sich der "Oldie" über die 60 m Hürden auf 8,01 Sekunden gesteigert hatte, fasste er den Entschluss, es in der Altersklasse M40 nochmal mit den Stärksten der Nation aufzunehmen. Beim Hürdenlauf haben kleinste Fehler große Auswirkungen. Diese Erfahrung aus früheren Profi-Jahren machte der Dietzhofer auch in Dortmund: "Die Feinjustierung hat diesmal nicht gestimmt. Deshalb bin ich mit dem Knie an Hürde 3 und 4 hängengeblieben. Das hat mir ein paar blaue Flecken beschert", berichtet Schindzielorz.

Schlimmer als die körperlichen Blessuren war allerdings der Zeitverlust. "Ich hatte das Finale abgeschrieben, weil der Lauf einfach schlecht war. Als ich im Ziel gesehen habe, dass nur eine Hundertsel fehlte, habe ich mich ziemlich geärgert", sagt der 39-Jährige, der mit seinen 8,22 Sekunden nicht zu den besten Acht gehörte. Mit seiner Leistung war er dennoch zufrieden. Zudem hat er heuer bei den deutschen Meisterschaften im Juli im Nürnberger Stadion und bei den Seniorenweltmeisterschaften in Malaga (Spanien) noch weitere Auftritte auf großer Bühne vor sich.

Einen Vorgeschmack darauf bekam er nach seinem Rennen. Der Hallensprecher begrüßte ihn mit den Worten, dass Schindzielorz früher sein Idol gewesen sei, und erkundigte sich beim ältesten Teilnehmer des Feldes darüber, warum er nach so langer Zeit zur Leichtathletik zurückgekehrt war.
Auch für Hecht ist Nürnberg der Höhepunkt des Leichtathletik-Jahres 2018, wenngleich das Abschneiden bei den Hallenwettkämpfen in Dortmund gerade erst den größten Erfolg in seiner jungen Karriere bedeutete. Obwohl er im Vorlauf über die 60 m mit 6,96 s sprichwörtlich im Startblock sitzen geblieben war, schaffte er bei seiner fünften Teilnahme an einer "Deutschen" erstmals den Sprung in die nächste Runde, wo er sich auf 6,93 s und Rang 18 im Konzert der besten Sprinter der Nation steigerte. Bei Einstellung seiner Bestleistung hätte er sogar das Finale erreicht.

Auch über 200 m blieb der 20-Jährige im Vorlauf mit 22,33 s weit über seiner Bestmarke, dennoch ergatterte er sich einen Startplatz in einem der beiden Finalläufe. Vor 4500 Zuschauern in der ausverkauften Halle lieferte er trotz ungünstig enger Bahn 1 und einer halbstündigen Verzögerung nach dem Aufwärmen eine schnelle Runde ab (22,63 s) und wurde mit Rang 7 belohnt. rh/rup
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