Eggolsheim

Satzinger geht am Saisonende

Nach nur einem Jahr wird die "Ära" von Trainer Wilhelm Satzinger in Bammersdorf beendet - auch für Co-Trainer Ramo Bajric. Noch ist Satzinger aber in Amt und Würden - und hilft sogar bei der Suche nach einem Nachfolger.
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Trainer Wilhelm Satzinger (links) und der erste Vorsitzende des SV Bammersdorf, Ralf Mönius, gehen als Freunde auseinander.  Foto: Hühnlein
Trainer Wilhelm Satzinger (links) und der erste Vorsitzende des SV Bammersdorf, Ralf Mönius, gehen als Freunde auseinander. Foto: Hühnlein
Der Vorsitzende des SV Bammersdorf, Ralf Mönius, und dessen Trainer Wilhelm Satzinger gaben gemeinsam die vorzeitige Trennung ihrer Wege zum Saisonende bekannt. In der Vorbereitung zu den Feiertags-Hallenturnieren standen beide Rede und Antwort zu den Gründen, die Zusammenarbeit nach nur einer Spielzeit niederzulegen. Co-Trainer Ramo Bajric, der terminlich verhindert war, wird sein Engagement beim SV ebenso beenden.

Mönius bedauert die Entscheidung Satzingers und nimmt gleichsam die Hauptlast der Übereinkunft auf seine Schultern: "Es war kein Experiment, sondern der Versuch, eine gemeinsame Ära zu starten. Zwar hatten wir uns zunächst nur auf eine Spielzeit verständigt, aber unsere Gespräche liefen vor der Saison auf einen Drei-Jahres-Plan und darüber hinaus mit Wilhelm beim SV neue Wege zu gehen.
Nun haben wir erkennen müssen, dass wir von Vereinsseite einige Dinge, die Teil der Abmachung waren, einfach nicht stemmen können".

Der SV-Vorsitzende spricht dabei nicht nur den an sich notwendigen Unterbau durch fehlenden Nachwuchs an, was für einen kleinen Verein, wie in Bammersdorf, leicht zu einem existentiellen Problem ausarten könnte: "Wenn Vereine aus der Umgebung, die doppelt so groß oder noch größer sind als wir mit unseren 250 Mitgliedern, ihre Jugendarbeit zusammenwerfen müssen um zu überleben, dann zeigt das, welchen Herausforderungen wir uns alle zu stellen haben".

Große Verletztenliste

Für Satzinger, der Ende der 90er-Jahre den FC Burk von der untersten Klasse bis zur Bezirksoberliga führte, hat auch die "unglaubliche Verletztenserie dazu geführt, dass wir kaum erfolgsorientiert haben arbeiten konnten. Eine Methodik, leistungssteigernd den Druck innerhalb der Mannschaft auf jeden Einzelnen zu erhöhen, ist mit derart dünner Spielerdecke gar nicht möglich. Für einen Trainer macht es keinen Sinn eine Mannschaft zu trainieren, die sich mangels Konkurrenz praktisch selbst aufstellt". So habe sich die missliche Situation von Spieltag zu Spieltag gesteigert, angeschlagene Spieler und Akteure, die die Laufbahn beendet hatten, halfen in der Not aus: "Eigeninitiativer Handlungsspielraum war so nicht mehr möglich, und nach unserer Analyse war klar: Wir kommen nicht mehr weiter".

Mönius bezieht sich außerdem auf interne Umstrukturierungen und Veränderungen in Führungspositionen, die der Vereinsarbeit derzeit nicht förderlich sind. Als Hauptgrund hierfür sei vor allem der plötzliche Tod seines Freundes sowie SV-Funktionärs Werner Kittler zur Jahresmitte gewesen: "Erst jetzt wird allen langsam klar, was unser Bob alles für seinen SV hinter den Kulissen geleistet hat. Er fehlt uns an allen Ecken und Kanten. Er lebte für seinen Verein". Positiv sieht Mönius, nachdem Satzinger mit offenen Karten auf den Verein zukam und seine Entscheidung verkündete, "dass kein Spieler den SV vorzeitig zur Winterpause verlässt. Charakterlich ist Wilhelm ohnehin eine Ausnahme geworden, wenn man sich mal umsieht. Er steht zu seinem Wort, das er mir per Handschlag und ohne Unterschrift gab, bis Saisonende zu bleiben".

Satzinger sieht hierbei auch eine Bestätigung, "dass es in der Mannschaft stimmt und wir alle an einem Strang ziehen werden bis zum Saisonende, um unser Ziel Klassenerhalt zu erreichen". Vielmehr noch wird der scheidende Trainer in der Findung seines Nachfolgers mit eingebunden, erklärt Mönius: "Wilhelm kennt trotz der kurzen Zeit die Mannschaft sehr gut und wird uns bei der Auswahl beraten".

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