Pettensiedel
Fußball

Pettensiedel unter Schock: Fußballer muss ins Krankenhaus

Ein Spieler des B-Klassisten ASV Pettensiedel musste beim Auswärtsspiel in Röthenbach am Samstag eine Minute vor Spielende ins Krankenhaus eingeliefert werden - die Polizei ermittelt.
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Für einen Pettensiedler Fußballer endete das Spiel am Samstag im Krankenhaus. Symbolfoto: Boris Roessler, dpa
Für einen Pettensiedler Fußballer endete das Spiel am Samstag im Krankenhaus. Symbolfoto: Boris Roessler, dpa

"Spiel Fußball, haben sie gesagt, das ist lustig", beginnt der Facebook-Post des ASV Pettensiedel. Es folgt eine Beschreibung dessen, was sich am vergangenen Samstag zugetragen hat: Das Spiel des ASV Pettensiedel gegen Türkisch Röthenbach endete mit einem tätlichen Angriff auf einen am Boden liegenden Spieler des ASV Pettensiedel und einem Notarzteinsatz. Der verletzte Spieler wurde ins Südklinikum gebracht, das er mit einer schweren Brustkorbprellung inzwischen wieder verlassen konnte.

Eine Minute vor Spielende sprang ein Spieler der Röthenbacher mit angezogenen Knien dem am Boden liegenden Pettensiedler auf den Brustkorb. Röthenbach führte 5:3, der Grund dafür ist weiterhin unklar. Der Schiedsrichter möchte nicht öffentlich über den Vorfall reden und hat ihn dem Sportgericht gemeldet. Es sei das erste Mal in seiner jahrzehntelangen Schiedsrichterkarriere gewesen, dass er am Ende des elektronischen Berichts "Gewalt" ankreuzen musste.

Soweit stimmen die Aussagen aller Beteiligten fast überein. Unter dem Post des ASV Pettensiedel meldete sich auch ein Spieler der gegnerischen Mannschaft zu Wort und bestätigte, dass der Vorfall wie geschildert stattgefunden hatte. Von den anderen Unmutsäußerungen des ASV hielt er wenig und wollte diese auch als Tatsachen nicht gelten lassen. Die Situation in den Facebook-Kommentaren schaukelte sich hoch und wurde zum unschönen Drumherum eines unschönen Vorfalls.

"Wir wollten darauf aufmerksam machen, dass so etwas immer wieder vorkommt. Wir wollen Fußball spielen", erklärt Christoph Weber vom ASV die Intention hinter dem Facebook-Beitrag des Vereins und bekräftigt, dass alles so geschehen sei, wie geschildert. Auch Anzeige sei erstattet worden. Allerdings gehen hier die Sichtweisen der Beteiligten auseinander. Beim ASV ist man verwundert, dass der gegnerische Verein auf seiner Facebook-Seite der Öffentlichkeit gegenüber eine andere Sicht des Hergangs schildert und den betroffenen Spieler, der sofort die Rote Karte sah, wie folgt zitiert: "Es war ein hartes, aber trotzdem faires Spiel. Ich bin in einem Alter, bei dem die körperliche Fitness einem manchmal einen Strich durch die Rechnung macht und man langsamer ist als man selber möchte. Nach der Grätsche durch den Gegner verlor ich den Ball. Um einen Gegenangriff zu verhindern, stand ich auf und folgte dem Ball. Hierbei stolperte ich unglücklich über meinen Gegner. Ich habe mich am Samstag entschuldigt und entschuldige mich hiermit nochmals dafür. Ich wünsche ihm gute Besserung!" Der Verein war nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Polizei vernimmt Zeugen

Letztendlich entscheidet der tatsächliche Vorgang über das Strafmaß. "Wir tragen die Aussagen zusammen. Die Bewertung, ob es vorsätzliche oder fahrlässige Körperverletzung oder ein Unglücksfall war, übernimmt die Staatsanwaltschaft", erklärt Edwin Düthorn, der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Lauf. "Es gibt verschiedene Aussagen. Jeder stellt es gerne dar, wie er es gerne hätte", meint Düthorn. Irgendjemand werde die Wahrheit sagen, fügt Düthorn an. Zu dem unschönen Ende der Fußballpartie werden nun Zeugen gehört und ermittelt.

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