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Fußball

Nur der TSV Hemhofen ist vom Spitzenquartett übrig

Vier Teams dominierten die Kreisklasse 2 ER/PEG. Eggolsheim und Ebermannstadt stiegen auf, Moggast wurde in die KK3 umgruppiert. Der Vierte unternimmt einen neuen Anlauf.
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Die DJK Kersbach geht nach dem Abstieg mit reduziertem Kader in die Kreisklasse 2 ER/PEG. Auch Kapitän Markus Zametzer (li.) fehlt dem Klub zunächst wegen einer Rot-Sperre.  Foto: Zink, Archiv
Die DJK Kersbach geht nach dem Abstieg mit reduziertem Kader in die Kreisklasse 2 ER/PEG. Auch Kapitän Markus Zametzer (li.) fehlt dem Klub zunächst wegen einer Rot-Sperre. Foto: Zink, Archiv
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Nach mehr als 30 Jahren mindestens in der Fußball-Kreisliga stieg der TSV Röttenbach in die Kreisklasse 2 ER/PEG ab - gemeinsam mit der DJK Kersbach, die sich nur zwei Jahre im Kreisoberhaus hielt. Zusammen mit dem TSV Kirchehrenbach aus der Kreisliga 2 sowie den Aufsteigern Willersdorf, Mittelehrenbach/Leutenbach und SG Niederlindach gibt es ein halbes Dutzend neuer Mannschaften in der KK2, in der mit Buckenhofen II erneut nur eine Reserve antritt.

DJK Kersbach mit Personalnot

Laut Abteilungsleiter Thomas Müller ist Kersbach nicht sang- und klanglos abgestiegen, sondern habe lange um den Klassenerhalt gekämpft. "Es ist schade, weil wir uns in den vergangenen Jahren viel erarbeitet haben", sagt Müller. "Die Grundqualität war und ist da, aber in der Breite fehlte es", berichtet der Abteilungsleiter, der eine Etage tiefer mit noch weniger Akteuren auskommen muss. Womöglich lag es an der langen Ungewissheit, in welcher Liga die DJK spielen würde.

Für die Rückkehr in die Kreisklasse steht Kersbach kein einziger Zugang zur Verfügung. "Meistens scheitert es am lieben Geld", sagt Müller. Einige potenzielle Neulinge hätten lange überlegt und sich dann doch gegen Kersbach entschieden. Stattdessen gibt es ein paar Abgänge: Udo Freund folgt seinem Kumpel Lutz Reinhold nach Willersdorf. Daniel Boromissza wechselt zum Ligakonkurrenten TSV Kirchehrenbach. Tobias Hofmann will pausieren. Tolga Dogan, der die vergangene Saison verletzt verpasste, geht mit noch unbekanntem Ziel. "Er hatte eigentlich zugesagt, sich aber jetzt doch anders entschieden. Weil er länger als ein halbes Jahr nicht gespielt hat, kriegen wir für ihn nicht einmal eine Ablöse", bedauert der Abteilungsleiter. Die höherklassig erfahrene Aushilfskraft Artur Boxler schließt sich der Zweiten des FSV Stadeln an. Markus Zametzer sitzt noch eine Sperre aus der vergangenen Saison ab.

"Unsere erste Elf ist gut genug, um oben mitzuspielen. Allerdings darf nicht viel passieren", sagt Müller. Das Team des spielenden Trainerduos Oliver Wurzbacher und Florian Erlwein strebt einen Platz im oberen Drittel an. Der direkte Wiederaufstieg sei jedenfalls kein Thema.uwke

Hemhofen will wieder rauf

Ein kaum für möglich gehaltenes 1:4 gegen die SpVgg Dürrbrunn-Unterleinleiter am letzten Spieltag brachte den TSV Hemhofen um ein Entscheidungsspiel gegen Ebermannstadt um den Aufstiegsrelegationsplatz. "Wir waren etwas zu übermotiviert, sind in Konter gelaufen und haben alles falsch gemacht", erinnert sich Abteilungsleiter Gerald Meyer, der dennoch nicht unglücklich mit dem Ausgang war. "Wir sind auf dem Zahnfleisch gegangen. Ein Entscheidungsspiel und eine Relegation hätten wir nicht mehr durchgestanden. Vielleicht war es besser so."

Der Vorjahresabsteiger hat auf die dünne Personaldecke reagiert und in der Sommerpause sieben Neue verpflichtet. "Wir haben zum Ende hin gemerkt, dass unser Kader nicht reicht. Mit 15 Mann kommt man nicht über die Runden, erst recht nicht, wenn du auch noch einige Verletzte hast. Dass es jetzt sieben neue Spieler sind, haben wir aber auch nicht erwartet", sagt der Funktionär. Ein Großteil davon kam über Beziehungen der beiden Hemhofener Trainer Fabian Dollhäupl und Simon Erhardt zustande.

Große Erleichterung bereitet Torhüter Oliver Wehner vom TSV Röttenbach, da es auf dieser Position in der Vorsaison immer wieder Wechsel gab. Vom Bezirksligisten SV Gutenstetten-Steinachgrund wechselt Mario Foth nach Hemhofen. Der höherklassig erfahrene Spieler hat sich aber am Arm verletzt und fehlt vorerst. Mit Stefano Kilger kommt der Interimstrainer des FC Großdechsendorf zum TSV, muss aber auch noch genesen. Lukas Müller spielte beim A-Klassen-Aufsteiger SC Neuses, Tim Heßeln in der U19 des ATSV Erlangen, Nil Pesavento bei den A-Junioren des SK Lauf und Lucas Cescutti kommt vom VdS Spardorf. Zusätzlich hat der Klub mit Jacub Dydowicz einen Trainingsgast, der zuletzt pausierte, seinen Pass noch nicht in Hemhofen hat, aber wieder ein wenig kicken will.

Aus dem Quartett der vergangenen Saison, das um den Aufstieg kämpfte, ist nur Hemhofen übrig geblieben, da Eggolsheim und Ebermannstadt aufgestiegen sind und der SV Moggast in die Kreisklasse 3 gewechselt ist. Einen Freibrief sieht Meyer darin nicht: "Von oben kommen gute Mannschaften und wir wissen selbst, wie schwer es ist, manche Teams in dieser Liga zu schlagen. Man muss sich jeden Sieg hart erkämpfen." Vor allem gegen die vermeintlich schwächeren ließ Hemhofen in der Vorsaison Punkte liegen. Trotzdem ist der TSV selbstbewusst. "Auf die Gefahr hin, dass mich meine Trainer schimpfen: Nach der vergangenen Saison und mit dem jetzigen Kader muss das Ziel die Meisterschaft sein. Ob das klappt, ist eine andere Frage", sagt der Abteilungsleiter.

Niederlindach kommt mit Libero

Die Saison 2018/19 begann für die SG Niederlindach/Weisendorf III mit vier Pleiten. Zu diesem Zeitpunkt hätte wohl niemand gedacht, dass die Mannschaft in die Kreisklasse durchmarschieren würde. Mit einer Aufholjagd in der A-Klasse 1 und einem 3:0 im Relegationsspiel gegen Egloffstein strafte die SG ihre Kritiker Lügen. Lediglich acht Pflichtspielniederlagen verbuchte das Team in den vergangenen zwei Jahren. "Ich hoffe, dass in der Kreisklasse nicht all zu viele dazukommen", sagt Coach Metmin Zekiri. Wie viel Lehrgeld der Aufsteiger zahlen muss, wird sich zeigen. "Wir müssen im Training und Spiel mehr arbeiten als in den vergangenen beiden Jahren", ist sich Zekiri sicher.

Die Einteilung in die KK2 kam nicht überraschend, denn in der Einser-Staffel spielt der ASV Weisendorf II. "Für mich als Erlanger wäre die KK1 schöner gewesen, aber die KK2 passt für uns auch ganz gut", sagt der 34-Jährige. Immerhin haben die Niederlindacher die Derbys gegen Röttenbach und Hemhofen. Auch sonst ist die Forchheimer der Erlanger Liga mit erneut sechs Reserven in Sachen Zuschauerzahlen weit voraus.

Ihr System will die SG nicht verändern und weiter mit einem klassischen Libero agieren. "Da es in der Kreisklasse keine Linienrichter gibt, finde ich, dass eine Viererkette nichts bringt, weil man dann in jedem Spiel drei, vier diskussionswürdige Abseitsentscheidungen hat", sagt Zekiri, der einen einstelligen Tabellenplatz schaffen will.

Harry Wolf sieht die Erlangen-Höchstadter vorne - Hausen ist sein Geheimtipp

Mit dem Klassenerhalt hat es für Harald Wolf und die SpVgg Effeltrich in der Fußball-Kreisklasse 2 ER/PEG nicht geklappt. Dennoch schnuppert der Keeper und Co-Trainer zur neuen Runde noch einmal Kreisklassen-Luft - als Orakel für das Abschneiden der 16 Teams der Staffel. Der 37-Jährige gibt Entwarnung: "Ich erkenne keine Mannschaft, die abgeschossen wird."

Sein Favorit ist Röttenbach. Der TSV sei nach dem Abstieg im Großen und Ganzen zusammengeblieben. "Wenn sich der neue Trainer Lars Daniel und das Team schnell finden", kann es direkt wieder hoch gehen. Das traut Wolf auch dem TSV Hemhofen zwei Jahre nach dem Abstieg zu. "Die haben den qualitativ guten Kader in der Breite verstärkt." Der Vorjahresdritte gehört für ihn zu den Favoriten, wenn der Kopf mitspielt, wobei Wolf an das 1:4 gegen "Lada" am letzten Spieltag erinnert, durch das der Effeltricher Abstieg besiegelt war.

Beim FC Schlaifhausen bemängelt der 37-Jährige die Unbeständigkeit. "Die Transferbilanz liest sich aber super: Dem FC ist es gelungen, einige Spieler zurückzuholen, die sich mit der Integration sicher leicht tun." Auch dem Rivalen Poxdorf ist Wolf wohlgesonnen: "Da sich die Mannschaft punktuell verstärkt hat und mit Markus Schock einen guten Trainer bekommt, springt bestimmt ein gesicherter Mittelfeldplatz mit Tendenz nach oben heraus." Bei der Spvgg Hausen sieht er seit der Winterpause einen Aufwärtstrend, der sich fortsetzen könnte: "Die Spielidee von Coach Jörg Welker scheint sich in den Köpfen zu festigen. Allerdings hat der Verein mit Stefan Wiechers einen wichtigen Spieler und Organisator auf dem Platz verloren."

Der SpVgg Heroldsbach attestiert Wolf ein turbulentes Nach-Abstiegs-Jahr 2018/19. "Jetzt hat der Verein mit einem neuen Trainerteam den Reset-Knopf gedrückt. Es ist wohl die obere Tabellenhälfte angepeilt." Eine größere Achterbahnfahrt hat der TSV Kirchehrenbach hinter sich. "Sechs Zugänge, 14 Abgänge - davon aber viele, die pausieren. Je nachdem, wie schnell sich Trainer Patrick Steube und sein Team finden, könnten sie an den oberen Rängen schnuppern."

Beim SV Weilersbach sieht Wolf eine gute Mischung aus Älteren um Torjäger Dominic Amon und neuen Akteuren aus der eigenen Jugend. An der DJK Wimmelbach beeindruckt den Keeper die Offenisvkraft. "Mit Benjamin Göhr kommt ein Co-Trainer, der höherklassige Erfahrung hat. Dazu gesellen sich Tobias Lösel und der zweite Co-Trainer Stefan Graf-Bartilla. Jetzt muss nur noch die Defensive halten." Die Abgänge bei seinem Ex-Klub DJK Kersbach sind Wolf nicht verborgen geblieben. "Bleiben die ersten Elf gesund, wird die Saison sorgenfrei. Kommt Verletzungspech hinzu, muss Kersbach das machen, was es schon immer gut konnte: zusammenhalten."

Den SV Buckenhofen II stuft Wolf als Wundertüte der Liga ein. "Als Reserve bist du davon abhängig, wie es bei der Ersten läuft. Ich traue dem Team höchstens die gleiche Platzierung wie 2018/19 zu." Noch schwerer fällt dem Effeltricher die Einschätzung des FC Niederlindach, der mit der Dritten des ASV Weisendorf kooperiert. "Die Gefahr ist groß, dass bei Spielermangel in der Ersten oder Zweiten Akteure hochgezogen werden."

Mutig findet er, dass der SV Pretzfeld mit zwei Novizen in die Runde geht. "Aber Ferdinand Drummer und Andreas Stenglein halte ich für die richtige Besetzung für das verjüngte Team." Ohne Verletzungspech könnte es eine sorglosere Saison werden. Trotz Sympathien für Torwart-Oldie Holger Schmidt sieht Wolf die SpVgg Dürrbrunn im hinteren Teil der Tabelle. Der Fahrstuhlmannschaft aus Willersdorf traut er dank "Königstransfer" Lutz Reinhold den Klassenerhalt zu. "Bei der SG Mittelehrenbach/Leutenbach müssen es die Alten richten."

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