Neunkirchen am Brand
Fränkische-Schweiz-Marathon

Neunkirchen: Alfred Schmitt macht die 20 voll

Die Veranstaltung findet am 1. September zum 20. Mal statt. Von Anfang an dabei war Alfred Schmitt. Nur einer hält noch mit dem Neunkirchener mit.
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2017 lief Alfred Schmitt den Fränkische-Schweiz-Marathon in 3:29 Stunden. Mit dieser Zeit würde er heuer seine Wette gewinnen. Fotos: Archiv
2017 lief Alfred Schmitt den Fränkische-Schweiz-Marathon in 3:29 Stunden. Mit dieser Zeit würde er heuer seine Wette gewinnen. Fotos: Archiv
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Wenn am 1. September der 20. Fränkische-Schweiz-Marathon über die Bühne geht, darf einer nicht fehlen: Alfred Schmitt war bei allen bisher 19 Auflagen am Start und erreichte stets das Ziel. Neben dem 60-Jährigen schaffte das nur noch eine weitere Person. Zwei Monate vor dem kleinen Jubiläum blickt der Elektrotechniker zurück auf zwei Jahrzehnte auf der Strecke durchs Wiesenttal. "Der erste Fränkische-Schweiz-Marathon war wegen der Hitze eine harte Nummer. Aber losgelassen hat mich dieses Ereignis vor meiner Haustüre nicht mehr."

Dabei hatte Schmitt erst kurz vor der Premierenveranstaltung im Jahr 2000 wieder mit dem Laufen angefangen. Rund zehn Jahre hatte er aus beruflichen und familiären Gründen seine Schuhe nicht mehr geschnürt. "Dafür habe ich jetzt noch genug Energie und Motivation für weitere 20 FSM", sagt er schmunzelnd.

Ein Rückblick: Von den allen davonlaufenden Äthiopiern und Kenianern war vor 19 Jahren noch keiner dabei. Ein gewisser Gerd Betz vom TSV Höchstadt war der Schnellste über die 42,195 Kilometer. Marion Dänzl vom Radl-Express Feucht dominierte bei den Damen. "Als ich auf der Schlussgeraden war, fragte ich mich: Warum mache ich das Ganze eigentlich? Im Ziel aber denkt man schon an den nächsten Marathon." In seinen besten Zeiten, mit Mitte 20, hätte es Schmitt mit den Besten aufnehmen können. "Ich habe wöchentlich 100 Kilometer hinter mich gebracht."

Fast bayerischer Meister

Beim ersten FSM, der noch in Forchheim begann, brauchte er gerade einmal 2:38 Stunden und gehörte bei der Leichtathletik-Gemeinschaft Erlangen zur Spitzengruppe. Entlang der B 470 traf Schmitt Weltmeister wie den 100-Kilometer-Fachmann Herbert Fröhlich. Im Wiesenttal verpasste er nur knapp einen bayerischen Meistertitel. In der Fränkischen Schweiz griff er gemeinsam mit John Stackmann und Manfred Spurk den Mannschaftssieg an. "Wenn man damals sagte, man sei gut, hat man sich kurz den Weltrekord angesehen: Der lag bei 2:06 Stunden. Dann war man schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen", erzählt der 60-Jährige grinsend.

Für Schmitt ist der FSM mit seinen moderaten Höhenmetern eine ideale Strecke. "Beim Frankenweg-Lauf zwischen Streitberg und Obertrubach, der über Stock und Stein geht, ging ich die letzten zehn Kilometer einmal mit Wadenkrämpfen." Wenn man sich zu viel vornehme und es übertreibe, werde es am Schluss ganz schwer, weiß der Neunkirchener nach fast 80 Marathon-Teilnahmen, unter anderem in Würzburg, Regensburg, Berlin und München - sogar in Meran (Südtirol) und London war er am Start.

Längst versteht sich Schmitt aber als Hobbyläufer, für den das Ankommen wichtiger geworden ist als die Zielzeit. Zum Beispiel mit seinen Lauffreunden von der Sportgruppe Neunkirchen, die der Ausdauersportler einst mit aus der Taufe hob und häufig zu besseren Leistungen motivierte. "Wir sind alle etwas älter geworden. Vorne und hinten zwickt es etwas. Aber die Begeisterung ist immer noch da", erklärt Schmitt. Zudem freue er sich, auf und neben der Strecke alte Bekannte wiederzusehen. Ein Plausch mit Landkreis-Sportreferent und Marathon-Chef Toni Eckert, ein Abklatschen mit Ziel-Moderator Michael Cipura, ein Blick auf die Samba-Tänzerinnen auf Höhe Streitbergs.

Per Du mit jedem Baum

"Ich laufe nur noch, wo es schön ist", berichtet Schmitt und denkt an die Strecke zwischen Ebermannstadt und Weilersbach, den von ihm vor neun Jahren initiierten Brandbach-Lauf in Neunkirchen, den Dreikönigs-Lauf in Kersbach und den Winterwald-Lauf in Erlangen. Beim Fränkische-Schweiz-Marathon kennt er inzwischen jeden Baum persönlich. "Ein solches Ereignis in meiner Heimat ist schon etwas ganz Besonderes." Auf die neue Streckenführung mit doppeltem Richtungswechsel in Weilersbach freut er sich. "Dann werde ich bei den Zuschauern noch häufiger als lokale Laufsport-Legende angekündigt", sagt er mit einem Augenzwinkern.

Für Schmitt steht am 1. September aber mehr auf dem Spiel als nur die sportliche Ehre. "Ich habe mit Kollegen eine Wette laufen: Ich muss schneller sein als 3:20 Stunden, sonst kostet mich das ein 30 Liter Bier."

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