Dormitz
Fußball

Neuer Häuptling beim FC Dormitz

Zypern, Finnland, Deutschland und sein Heimatland Ungarn: Levente Bozsik ist als Fußballer schon sehr viel herumgekommen. Jetzt geht es zum FC Dormitz.
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Seine erste Trainerstation nahm Levente Bozsik in der Saison 2013/2014 bei den SF Großgründlach an, stieg mit der Mannschaft aber über die Relegation wieder in die A-Klasse ab. Sportfoto Zink/Archiv
Seine erste Trainerstation nahm Levente Bozsik in der Saison 2013/2014 bei den SF Großgründlach an, stieg mit der Mannschaft aber über die Relegation wieder in die A-Klasse ab. Sportfoto Zink/Archiv
Der FC Dormitz wurde Meister in der A-Klasse 4, Spielertrainer Michael Köhler gab jedoch bekannt, dass er nach der Saison nicht mehr als Coach weitermachen wird. Deswegen waren die Verantwortlichen auf der Suche nach einem Nachfolger, den sie jetzt pünktlich zum Start der Vorbereitung auf die Kreisklasse gefunden haben. "Für mich ist der Spielkreis Erlangen-Pegnitzgrund ein komplett neues Gebiet", sagt Levente Bozsik, der zur neuen Saison Trainer des FC wird.

Der 38-Jährige kommt aus Ungarn und verfolgte lange Jahre seinen Kindheitstraum vom Profifußballer. In seinem Heimatland kickte er beim Budapesti VSC in der ersten Liga, ehe er 1999 nach Deutschland kam und beim damaligen Drittligisten FC Union Berlin einen Vertrag unterschrieb.
Danach wechselte er zu Fortuna Köln und zum FC Carl Zeiss Jena. Den endgültigen Sprung in den Profibereich schaffte er in Deutschland nicht. Er wechselte in die erste finnische Liga zum FC KooTeePee Kotka und später nach Zypern zu Anagennisi Dherynia.

Aufgrund von Verletzungsbeschwerden blieben ihm weitere Versuche, den Durchbruch zu schaffen, aber verwehrt. 2004 beendete er seine Karriere. "Talent reicht nicht unbedingt aus, da braucht es noch einige Dinge mehr", erinnert sich Bozsik an diese lang vergangene Zeit zurück. "Ich war damals sehr jung und auch unvorbereitet, aber das ist eine lange Geschichte." Zur Saison 2018/19 übernimmt er nun jedenfalls den FC Dormitz in der Kreisklasse.

Verwurzelt ist der 38-Jährige seit Jahren im Großraum Nürnber. Bei seiner ersten Trainerstation bei den SF Großgründlach hatte Bozsik in der Saison 2013/ 14 ebenfalls eine Mannschaft übernommen, die gerade in die Kreisklasse aufgestiegen war. Allerdings endete diese Spielzeit mit dem Wiederabstieg über die Relegation. "Das war gegen Dergahspor II, die sich mit Landesligaspielern verstärkt hatten. Für mich war das ein ungerechter Abstieg." Danach wurde er Trainer beim SV Neuhof/Zenn und schaffte mit seinem neuen Verein den direkten Wiederaufstieg in die Kreisliga. Den TSV Emskirchen übernahm er später während der Saison als Interimstrainer, hatte aber Bedenken, mit diesem Verein in die neue Runde zu gehen und übernahm stattdessen den Posten des Co-Trainers beim SC Germania Nürnberg in der Kreisliga. "Nach diesem Jahr als Co-Trainer habe ich eine neue Herausforderung gesucht, weil ich wieder meinen eigenen Weg weitergehen wollte."

Durch eine Online-Trainerbörse wurde der FC Dormitz auf seinen neuen Trainer aufmerksam. Bozsik erzählt, dass es nur ein Gespräch gedauert hat, bis Verein und Übungsleiter übereingekommen sind und sich für einen gemeinsamen Weg entschieden haben. "Ich kenne die Mannschaft nicht, aber wer Meister wird, bringt sicherlich Potenzial mit. Als Trainer werde ich meine eigenen Ideen einbringen und will die Spieler weiterentwickeln." Die Situation, einen Aufsteiger in der Kreisklasse zu übernehmen, kennt er aus Großgründlach, seiner ersten Trainerstation. "Das Ziel Klassenerhalt hat oberste Priorität. Alles, was mehr ist, ist eine Belohnung für unsere Arbeit."

Bozsik wird unter anderem von Alexander Ruf und Spielleiter Roland Prokopy Unterstützung bekommen, den für ihn unbekannten Spielkreis, die gegnerischen Mannschaften und die neue Liga kennenzulernen.

Mit nun 38 Jahren könnte Bozsik weiterhin auf dem Feld stehen. "Ich kann mich für die neue Saison fit machen. Allerdings werde ich nächstes Jahr 39, da merke ich schon, dass ich mit der Schnelligkeit von 20-Jährigen nicht mehr mithalten kann", sagt der Trainer. Aus diesem Grund will er vor allem die junge Generation auf den Platz schicken, die zuletzt die Meisterschaft in der A-Klasse 4 erreichte. "Nur wenn nötig, werde ich meine Schuhe schnüren."


Zwei Neuzugänge fix

Aktuell gibt es für die Kreisklasse mit Sven Meingast vom TSV Brand und Michael Popp vom SC Uttenreuth zwei Neuzugänge. Transfers können sich jedoch noch ergeben.

Wie zu erwarten war, wurde der FC Dormitz bei der Einteilung der Ligen der Kreisklasse 3 zugeordnet.
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