LKR Forchheim
Sport und Genuss

Mit Vollgas zum Finisher-Buffet

Anstrengung, Schweiß, Verletzungen, Niederlagen - und trotzdem genießen? Wir haben Sportler der Region gefragt, in welchen Momenten ihnen ihr Hobby wirklich Spaß macht.
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Freudenschrei nach dem Sieg Foto: Sportfoto Zink
Freudenschrei nach dem Sieg Foto: Sportfoto Zink
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Wieso spielen Leute Fußball, obwohl die Verletzungsgefahr so hoch ist? Weshalb quält man sich wochenlang, nur um ein Mal als Erster über die Ziellinie zu laufen? Warum betreibt man eine Sportart weiter, selbst wenn man eine Pleite nach der anderen kassiert? Der Fränkische Tag hat sich auf die Suche nach Antworten auf diese Fragen begeben und ist auf zahlreiche Argumente gestoßen, die die These "Sport ist Mord" widerlegen. Laura Vogt (31), SV Buckenhofen, Handball: "Ich genieße es am meisten, wenn ich von der doch eher seriösen Arbeit zum Training komme und einfach Spaß am Spielen habe; für kurze Zeit wieder Kind sein kann.

Den Wettkampf in Form von Punktspielen brauche ich in meinem fortgeschrittenen Handball-Alter nicht mehr unbedingt, wobei ich es immer schön finde, wenn wir einen coolen Gegner haben, mit dem wir hinterher in der Kabine noch ein Glas Sekt trinken. Auch die Einheiten in der Vorbereitung kosten ein bisschen Überwindung, denn im August haben wir keine Halle zur Verfügung und gehen meistens auf die Sportinsel. Durch die gegenseitige Motivation in der Mannschaft fallen aber auch die Läufe und das Krafttraining leichter und danach ist man doch froh, dass man es gemacht hat." Jens Zweck (36), SV Gößweinstein, Fußball: "Jeder Fußballer betreibt das Hobby wegen der Punktspiele. Die genieße ich. Am liebsten stoße ich danach mit einem Bierchen auf einen Sieg an. Ich gebe zu, dass ich zu ehrgeizig bin, um auch nach einer Niederlage zufrieden sein zu können - selbst wenn wir gut gespielt haben und der Gegner verdient gewonnen hat. Es ist nur etwas leichter zu akzeptieren.

Seitdem ich nicht mehr Trainer, sondern nur noch Spieler bin, genieße ich das Hobby noch mehr, weil ich nicht mehr so viel Druck und deutlich weniger Sachen im Kopf habe. Die Laufarbeit, besonders in der Saisonvorbereitung, war für mich immer eine Qual. Vor allem in meiner Landesliga-Zeit in Eltersdorf mit bis zu fünf Einheiten pro Woche. Aber das gehört dazu. Und wenn man das Ziel hat, im ersten Punktspiel in der Startelf zu stehen und fit zu sein, dann macht es trotzdem Spaß. Gerade bei einer harten Einheit zum Beispiel im Trainingslager hat man hinterher ein gutes Gefühl." Julia Heilmann (25), SSV Forchheim, Triathlon: "Beim Stichwort Genuss denke ich zuerst ans Finisher-Buffet mit einem alkoholfreien Weizen nach einem Wettkampf. Auch das gemeinsame Radeln am Wochenende mit der Einkehr in der Fränkischen Schweiz genieße ich. Bevor es den Feuerstein hoch geht, darf es gerne noch ein Eisbecher zur Stärkung sein. Aber auch ohne Essen und Trinken macht Triathlon viel Spaß.

Meine Lieblingsdisziplin ist das Schwimmen, weil es da die wenigsten Überraschungen wie Anstiege und schlechte Straßen gibt. Bei den Frauen bekommt man auch seltener einen Ellenbogen ab. Das Gute an dem Sport ist, dass man selbst bei Niederlagen selten etwas dafür kann, zum Beispiel wenn man einen Platten am Rad hat oder wenn man doch mal einen Schlag vom Schwimmkonkurrenten abbekommt. Wenn ich alles gegeben hab', bin ich trotzdem zufrieden.

Ich trainiere gerne und betreibe den Sport nicht in erster Linie, um etwas zu reißen. Wenn ich zwei Mal die Woche vor der Arbeit um 6.30 Uhr schwimme, startet man ganz anders in den Tag. Auch passiv macht mir Triathlon Spaß: Wenn meine Mannschaft keinen Ligawettkampf hat, fahren wir manchmal mit zum Rennen der Teamkollegen und feuern sie an. Abends treffen wir uns meistens mit allen SSV-Mannschaften, die an unterschiedlichen Orten am Start waren, auf den Forchheimer Kellern." Theofanis Triantafillos (29), Hemhofen Gechers, Football: "Ich genieße mein Hobby jede Sekunde. Das macht sich vor allem an der Zeit bemerkbar, die bei Trainings und Spieltagen wie im Flug vergeht. Genuss ist nicht ergebnisabhängig. Als Spieler muss ich bei einem Spiel volle Leistung bringen. Bringe ich sie nicht, kann ich selbst einen Sieg nicht zu 100 Prozent genießen, da ich nicht das volle Potenzial ausgeschöpft habe.

Ein wahrer Genuss ist ebenfalls, als kleines Team aus dem Dorf gegen Klubs aus großen Städten anzutreten und zu wissen, die können wir schlagen. Gemeinschaft ist im Sport der Schlüssel zum Erfolg und damit zum Genuss."

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