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Fußball

Nach brutaler Attacke auf Schiedsrichter: Spieler lebenslang gesperrt

Der Vorfall aus dem Mai hat erste Konsequenzen: Der Ex-Spieler der SpVgg Jahn Forchheim II wird nie wieder für einen Verein spielen dürfen.
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Eine schlimme Szene: Der betroffene Schiedsrichter liegt bewusstlos am Boden, die Spieler des SC Hertha Aisch leisten erste Hilfe. Der Vorfall ereignete sich Anfang Mai. Picturedreams/Archiv
Eine schlimme Szene: Der betroffene Schiedsrichter liegt bewusstlos am Boden, die Spieler des SC Hertha Aisch leisten erste Hilfe. Der Vorfall ereignete sich Anfang Mai. Picturedreams/Archiv

Der Vorfall sorgte für Entsetzen: Anfang Mai ist ein Schiedsrichter bei einem B-Klassenspiel zwischen dem SC Hertha Aisch und der SpVgg Jahn Forchheim II von einem Gästespieler tätlich angegriffen worden. Der Spieler stieß dem Referee wuchtig gegen den Oberkörper, der 70-jährige Schiedsrichter stürzte, fiel auf den Hinterkopf und war zeitweise bewusstlos.


Die SpVgg Jahn Forchheim entschuldigte sich wenig später für den Vorfall und schloss den Spieler aus dem Verein aus. Inzwischen hat auch das Verbandssportgericht sein Urteil gefällt - und den betroffenen Spieler auf Lebenszeit vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Im Raum stand auch eine geringere Strafe, aber der Reihe nach.

 

 

 

 

 


Ein minderschwerer Fall?

Der Verbandsanwalt stellte Anfang Juli den Antrag auf Ausschluss des Betroffenen wegen unstreitig schwerwiegendem Fehlverhalten gegenüber dem Schiedsrichter. Während des Verfahrens wurde über die Schwere des Vergehens diskutiert, weil der Anwalt des Spielers ausführte, dass "der Spieler durch seine Handlung - Stoßen/Schubsen mit den Händen gegen den Oberkörper des Geschädigten - sicherlich nicht davon ausgehen konnte, dass sich der Geschädigte durch diese Handlung auch tatsächlich verletzt."

Der Betroffene müsse sich bereits in einem Strafverfahren verantworten und habe eine Strafe zu erwarten, von seinem Verein sei er gesperrt worden. Der Vorfall ziehe bereits erhebliche Folgen nach sich. Ferner läge nur eine durchschnittliche Tätlichkeit vor und kein besonders schwerer Fall.

 

 


Ausschluss auf Lebenszeit

Der Verbandsanwalt war allerdings nicht dieser Ansicht und hielt am Antrag auf Ausschluss fest. "Zwar mag der Betroffene meinen, dass seine Handlung an sich keinem schwerwiegenden Fall einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter entspräche, es sei jedoch auf die Verletzungsfolgen abzustellen, die der Betroffene durch seine Handlung billigend in Kauf genommen hat. Insoweit läge ein vorsätzliches Handeln vor, welches auch den beantragten Ausschluss rechtfertige.

Unter Berücksichtigung des nachtatlichen Verhaltens des Spielers käme auch eine Verständigung auf eine Spielersperre von 18 Monaten in Betracht", heißt es in der Urteilsbegründung, in der weiter ausgeführt wird: "Das Verbands-Sportgericht geht davon aus, dass der Betroffene den Schiedsrichter mit beiden Händen heftig zurückgestoßen hat. Anders lässt sich ein Umfallen des Geschädigten mit einem Aufschlagen des Hinterkopfes auf dem Boden mit einer derartigen Massivität, dass er bewusstlos wurde, nicht erklären."

Der Spieler hätte sich zwar beim Schiedsrichter entschuldigt, aber erst vier Tage später. "Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände erachtet das Verbands-Sportgericht daher den Ausschluss des Betroffenen als unabdingbar. Angesichts des massiven Verhaltens kommen mildere Mittel nicht in Betracht", heißt es abschließend.

 

 

 

 

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