Forchheim
Handball

Landesliga und Stadtderby für den HC Forchheim

Die HC-Frauen steigen als Meister in die Landesliga auf, die Männer dürfen sich dank des geschafften Klassenerhalts auf das Duell mit Buckenhofen freuen.
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Die Freude bei den Frauen des HC Forchheim war nach der Schlusssirene groß. Fotos: Sportfoto Zink
Die Freude bei den Frauen des HC Forchheim war nach der Schlusssirene groß. Fotos: Sportfoto Zink
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Die Handball-Frauen des HC Forchheim haben am letzten Spieltag der Bezirksoberliga Ostbayern nichts mehr anbrennen lassen und mit einem Heimsieg gegen die SG Rohr/Pavelsbach die Meisterschaft eingefahren. Beim 30:13 ließen die Flippers zu keiner Zeit Zweifel daran aufkommen, dass sie sich den Aufstieg in die Landesliga noch nehmen lassen könnten. Damit nutzte Verfolger Nabburg/Schwarzenfeld der knappe Sieg gegen die SG Regensburg nichts.

Männer bleiben in der BOL

Zuvor durften bereits die HC-Männer jubeln. Die Mannschaft des Trainerduos Matthias Gieck und Markus Carra löste seine Pflichtaufgabe gegen Schlusslicht Weiden zwar knapper als gedacht (33:29), umso mehr freute sich Forchheim über die gleichzeitige 21:31-Niederlage der TS Herzogenaurach bei der SG Regensburg II, durch die die Flippers auf Rang 8 springen, der den sicheren Klassenerhalt bedeutet. Damit kommt es 2019/20 wieder zum Stadtderby mit dem SV Buckenhofen. Die TSH muss dagegen den Gang in die Bezirksliga fürchten. rup

Die kompletten Spielberichte:

Der HC Forchheim hatte den längsten Atem: Lange Zeit waren mehrere Teams der Frauen-Handball-Bezirksoberliga Ostbayern im Rennen um den einzigen Aufstiegsplatz. Nach und nach entledigten sich die Flippers und der ESV Regensburg ihrer Mitstreiter und machten den Titelkampf zu einem Duell, wobei die Oberpfälzer - mal mit einem Zähler Vorsprung, mal mit einem Spiel weniger - stets die besseren Karten hatten.

Steilvorlage des ESV Regensburg

Am vorletzten Spieltag kassierte der ESV, der lediglich das Hinspiel gegen Forchheim personell bedingt kampflos verloren gegeben hatte, seine erste Niederlage und verschaffte dem HC die Spitzenposition. Die Mannschaft von Trainer Thomas Ihrke ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und tütete die Meisterschaft mit einem deutlichen Heimsieg gegen Rohr/Pavelsbach ein, das den Klassenerhalt bereits gesichert hatte.

Entsprechend unterschiedlich war die Motivation auf Heimakteurinnen und Gästespielerinnen verteilt. Ihrkes Aufgabe bestand darin, die Energie seiner Mädels in die richtigen Bahnen zu lenken. Vor Anpfiff appellierte er an jede Einzelne, kühlen Kopf zu bewahren. Das Spiel werde in der Abwehr gewonnen, dafür müsse jeder für jeden kämpfen.

HC Forchheim - SG Rohr/Pavelsbach 30:13

Zu Beginn zeigten sich beide Mannschaften sichtbar aufgeregt. Erst nach knapp drei Minuten brachte der HC den Ball im gegnerischen Tor unter und läutete damit einen Drei-Tore-Lauf ein, ehe die SG ihren ersten Treffer erzielte (8.). Ab diesem Zeitpunkt waren die Flippers körperlich und mental im Spiel und schöpften aus dem Vollen. Die Abwehr stand stabil und zwang Pavelsbach mehrere Male zu ungünstigen Würfen.

Im Umschaltspiel trugen die Gastgeberinnen den Ball konzentriert nach vorne und fanden oft die freie Mitspielerin. Auch im gebundenen Angriff gaben die Damen ihr Können zum Besten und rissen die Abwehr der SG durch druckvolles Stoßen sowie durch die Umsetzung eingeübter Spielzüge auseinander. Während Rohr bereits in der 21. Minute sein letztes Tor der ersten Halbzeit erzielte (10:4), setzte sich der HC dank weiterer fünf Treffer bis zur Pause auf 15:4 ab.

Trainer zur Pause zufrieden

Die Kabinenansprache des Trainers war vergleichsweise kurz, da er sehr zufrieden war. Er forderte lediglich, konzentriert zu bleiben und nach Ballgewinn einen Zahn zuzulegen. Nach dem Seitenwechsel bäumten sich die Oberpfälzer noch einmal auf. So entwickelte sich ein kämpferisches Spiel, das von hartnäckiger Abwehrarbeit geprägt war. Binnen zehn Minuten verdoppelte die SG ihre Ausbeute (21:8). Doch die Forchheimer blieben ihrer Linie treu, stellten die gegnerische Defensive mit ihren Spielzügen immer wieder vor neue Aufgaben.

In den letzten zehn Minuten häuften sich die Pavelsbacher Fehler, der HC preschte davon. Als der Schiedsrichter nach 60 Minuten abpfiff, waren allen Forchheimerinnen Freude und Erleichterung ins Gesicht geschrieben. "Die Mädels mussten ja direkt danach die Männer anfeuern", berichtet Ihrke, "aber sie hatten schon ihren Moment für sich." Gefeiert wurden Titel der Frauen und Klassenerhalt der Männer hinterher beim gemeinsamen Grillabend. "Ohne den Erfolg der Herren wäre die Stimmung sicher komisch gewesen", sagt der Meistercoach, der auf einen längeren Landesliga-Aufenthalt hofft als beim letzten Gastspiel 2016/17. te/rup HC: Heid, Siebenhaar - Nemeth (5), Gareis, Gärtner (2), Sauer (1), Zettelmeier (6), Heilmann (3), Molls (6/5), Schmitt (3), Rothenbücher, Irnstorfer (1), Hoffmann (3), Kohnen

HC-Männer zittern sich zum Klassenerhalt

Die Handball-Männer haben es abgewendet, innerhalb eines Jahres von der Landesliga bis in die Bezirksliga durchgereicht zu werden. Dank eines knappen Erfolgs gegen Schlusslicht Weiden und der gleichzeitigen Niederlage der TS Herzogenaurach kletterten die Flippers am letzten Spieltag der Bezirksoberliga auf Rang 9 und haben den Klassenerhalt sicher.

Die TSH ist - anders als gestern gemeldet - noch nicht sicher abgestiegen. "Alles hängt von der SG Auerbach/Pegnitz in der Landesliga Nord ab", erklärt HC-Vorstandsmitglied Lothar Rauscher. Der Tabellenzehnte kann sich an den letzten beiden Spieltagen noch direkt oder anschließend über die Relegation retten, wäre im Falle des Misserfolgs aber die zweite Mannschaft aus dem Handballbezirk Ostbayern, die in die BOL absteigt. Folglich müsste auch Herzogenaurach eine Spielklasse nach unten rücken.

HC Forchheim - HC Weiden 33:29

Die Vorzeichen waren klar: Nachdem Nabburg/Schwarzenfeld mit der Niederlage gegen Naabtal den Klassenerhalt verspielt hatte, ging es für den HC darum, nicht auf Platz 9 abzurutschen. Dafür musste nicht nur gegen den Tabellenletzten ein Sieg her, die Gastgeber waren auch auf Schützenhilfe der SG Regensburg II angewiesen, die die TSH zu Gast hatte. Das Nachholspiel bei der Turnerschaft hatte der HC wenige Tage zuvor deutlich verloren und damit auch den direkten Vergleich eingebüßt, obwohl Forchheim aus dem Hinspiel ein Acht-Tore-Polster mitgebracht hatte. Da alle Partien gleichzeitig angepfiffen wurden, erfuhren die Flippers erst nach der Schlusssirene vom Regensburger Sieg.

Weiden hatte bis dato nur einen Sieg verbucht und ging sein letztes Spiel mit reduziertem Kader an. Doch die längst abgestiegenen Oberpfälzer lieferten bis zur letzten Minute eine engagierte Leistung ab. Die Forchheimer Trainer Matthias Gieck und Markus Carra mussten auf Colm Thiel und Yannik Schulz verzichten. Dafür wurde Tobias Hallman reaktiviert, auch Torwart Matthias Müller stand trotz Trainingsrückstands im Aufgebot. Den Flippers merkte man die Anspannung an.

Eine 3:1-Führung egalisierte der Gast (5:5, 12. Minute), aber dann erspielte sich Forchheim einen einigermaßen komfortablen Vorsprung (9:5), der in dieser Größenordnung bis zur Halbzeitpause Bestand hatte (16:13). Von einer souveränen Führung wollte auf der gut gefüllten Tribüne aber niemand sprechen, zu verkrampft und nervös wirkten die Aktionen der Gastgeber. Technische Fehler und etwas Pech im Abschluss zogen sich durch wie ein roter Faden.

Daran änderte sich in der zweiten Hälfte nichts. Obwohl ständig in Führung liegend (51., 30:24), legten die Flippers ihre Nervosität nie ab. Das Trainergespann hatte seine Stimme längst eingebüßt, als die Schiedsrichter endlich abpfiffen. Der Pflichtsieg wurde zunächst verhalten bejubelt. Erst als eine halbe Stunde später die Herzogenauracher Niederlage bekannt wurde, feierte die Mannschaft den Klassenerhalt.te HC: Farra, S. Weber, Müller - Biermann, Distler (3), J. Weber, Hallmann (3), Engel (3), Opitz (8), Klingert, Stöckl (2), Rost (9/3), Mach (5), Sauer



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