Forchheim
Fußball

Kein Phantomtor für Jahn Forchheim

Auch wenn der Schiri den Gastgebern gegen Vach ein vermeintliches Tor aberkannte, muss die SpVgg wohl über eine Verschärfung des Strafenkatalogs nachdenken.
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Was Jahn-Coach Christian Springer zum Phantomtor gegen Vach gesagt hätte? Der 48-Jährige war bei der Landesliga-Partie urlaubsbedingt nicht dabei. Einige Spieler und Teile des Trainerstabs beschwerten sich dagegen mehrmals lautstark beim Schiedsrichter. Archivfoto: Zink
Was Jahn-Coach Christian Springer zum Phantomtor gegen Vach gesagt hätte? Der 48-Jährige war bei der Landesliga-Partie urlaubsbedingt nicht dabei. Einige Spieler und Teile des Trainerstabs beschwerten sich dagegen mehrmals lautstark beim Schiedsrichter. Archivfoto: Zink

Der Ball zappelte scheinbar im Netz hinter dem Vacher Pfosten. Ein Foul gab es nicht, auch auf Abseits hatte das Schiedsrichtergespann in der Partie der Landesliga Nordost nicht entschieden. Dennoch zählte der Forchheimer Treffer in der 51. Minute nicht. Stattdessen baute der ASV seinen bis dahin knappen Vorsprung auf 3:0 aus und überholt den Jahn in der Tabelle. Nach zwei Gelb-Roten Karten war bei hohen Temperaturen an eine Aufholjagd nicht zu denken, so dass die SpVgg ihre ersten Heimpunkte abgab.

SpVgg Jahn Forchheim - ASV Vach 0:3

Die Hausherren traten ohne den urlaubenden Axel Hofmann im Kasten an. Stellvertreter Manuel Jurkic hatte zunächst wenig zu tun. Sein Gegenüber schon. Allein Fabian Schwab lief drei Mal allein auf Gerstner zu: Erst wehrte der ASV-Keeper zur Ecke ab (4.), dann schoss der Forchheimer aus spitzem Winkel anstatt querzulegen (6.). Sein dritter Versuch prallte von Gerstner zurück auf Schwab und von dort ins Tor-Aus (28.). Auf der anderen Seite scheiterte Rico Röder, der Coach Norbert Nein als spielender Co-Trainer vertrat, per Kopf an Jurkic (11.). Bei der anschließenden Ecke zirkelte er knapp vorbei.

Als Fabian Hofmann für eine Grätsche die gelbe Karte sah, meckerte Kapitän Firat Güngör zu vehement. In der Rudelbildung wurde er von Schiedsrichter Bäumel offenbar ebenfalls verwarnt und sah zu seiner Verwunderung die Ampelkarte, als er weiter protestierte (33.). Die Binde übernahm Philipp Nagengast, erwies dem Amt aber auch keine große Ehre, als er in Hörweite des Linienrichters einen Zuschauer beschimpfte. Dieser hatte den Ball nach Geschmack des Angreifers nicht genau genug zurück Richtung Feld geworfen.

Zwei Wochen zuvor hatte der Jahn die Partie gegen Selb nach 0:1-Rückstand in Unterzahl gedreht, diesmal folgte vom Wiederanpfiff weg die heißkalte Dusche: Jurkic riss Cankut Civelek um, Röder verwandelte den Elfer, gegen den es wenig Einwände gab, zum 0:1 (46.). Dann kam es zum Phantomtor der SpVgg. Nach einer Hereingabe flutschte die Kugel unter Gerstner hindurch. Am zweiten Pfosten rutschte Nagengast rein. Der Torwart und ein Verteidiger warfen sich dagegen, der Ball schien die Linie aber überquert und das Netz von innen berührt zu haben (51.). Wie sich anhand der Aufnahme von "sporttotal.tv" belegen lässt, war es aber der Vacher Fuß, der die Maschen in Bewegung brachte.

Einen Konter spielten Civelek und Schütze Okcan Tekdemir sauber zum 0:2 zu Ende (60.). Als erneut Nagengast der Ball vor die Füße fiel, der Schuss aus sieben Metern aber eine leichte Beute des Vacher Schlussmanns wurde (67.), war abzusehen, dass die Gastgeber die dritte Liga-Pleite gegen den ASV in Folge kassieren würden. Und es kam noch schlimmer: Der bereits verwarnte Mathias Rupp schoss nach einem Foul den Ball weg und wurde vom teilweise unsicher wirkenden Referee, der keine Linie erkennen ließ, ebenfalls vom Platz geschickt (75.). Den Freistoß aus 20 Metern versenkte Röder zum Endstand.

Ein weiteres Mal haderte die SpVgg mit dem Unparteiischen, als Tekdemir gegen den parierenden Jurkic zu spät zurückzog und den Keeper mit dem Fuß an der Stirn erwischte. Eine gelbe Karte sah der Stürmer nicht, Bäumel hatte genug und pfiff ohne Nachspielzeit ab. "Beide Seiten haben an manchen Entscheidungen des Schiedsrichters gezweifelt", sagte Röder diplomatisch. "Ich möchte die Schuld nicht dem Schiri geben, auch wenn er nicht gut gepfiffen hat. Wir hätten am Anfang ein Tor machen müssen", erklärte Jahn-Teammanager Mesut Kimiz. SpVgg: Jurkic - Städtler, Petschner, F. Hofmann (60. Karsak), Rupp, Nagengast (82. Abubakar), Güngör, Hoffmann (70. Tatarevic), N. Schwab, F. Schwab, Lee

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