Forchheim
Fußball

Jahn Forchheim tut es Erlangen-Bruck gleich

Neben den ersten drei Punkten seit sechs Wochen feierte die SpVgg das Comeback von David Mai, der sich gleich in die Torschützenliste eintrug.
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Die Flanke von Erlangens Simon Exner (re.) kann der Forchheimer Firat Güngör nicht verhindern. Fotos: Sebastian Baumann
Die Flanke von Erlangens Simon Exner (re.) kann der Forchheimer Firat Güngör nicht verhindern. Fotos: Sebastian Baumann
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Die SpVgg Jahn hat in der Fußball-Bayernliga für ein böses Déjà-vu beim ATSV Erlangen gesorgt. Genauso wie der FSV Erlangen-Bruck eine Woche zuvor kamen die Forchheimer nach sechs Pleiten in Folge als Tabellenvorletzter und stoppten ihre Talfahrt gegen den Aufsteiger. Der Jahn machte es beim 6:1 sogar wesentlich deutlicher als Bruck im Stadtduell (3:1). Die Konsequenz: Nach gut einem Drittel der Saison stehen alle drei Teams fast punktgleich auf einem Abstiegsrelegationsplatz. Dass der ATSV eine Partie in der Hinterhand hat, dürfte der Mannschaft von Trainer Shqipran Skeraj im Moment ein schwacher Trost sein.

Der FSV nahm seine breite Brust aus dem Derby anscheinend nicht mit nach Aubstadt und unterlag dem Spitzenteam mit 0:3. Der SC Eltersdorf hatte bereits am Freitag gegen den FC Sand (3:1) seinen fünften Sieg aus den vergangenen sechs Partien eingefahren und springt in die obere Tabellenhälfte.

ATSV Erlangen - SpVgg Jahn Forchheim 1:6

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Giftig ging der Jahn in die Partie und kaufte den Hausherren schnell den Schneid ab. Die Gäste kombinierten gefällig, hatten aber auch oft viel Zeit. In der achten Minuten flankte Tom Jäckel zu Jens Wartenfelser, der seine Gegenspieler abschüttelte und wuchtig zur Führung für die Sportvereinigung einschoss. Kurz danach hatte Philipp Nagengast eine vielversprechende Szene, doch dann klingelte es auf der anderen Seite: Nach einem Konter über mehrere Stationen landete der Ball bei Ahmet Kulabas, der per Dropkick ins lange Eck vollendete (13.).

ATSV ist völlig von der Rolle

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Zwei Zeigerumdrehungen später schraubte sich Nagengast nach einer Ecke am höchsten und köpfte in die Maschen. Michael Kraut war zwar noch dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Jetzt war der ATSV endgültig von der Rolle. Vor allem das Fehlen von Sebastian Marx machte sich deutlicher bemerkbar als gedacht. Als Vetreter Fabian Diesner einen Ausflug in den gegnerischen Strafraum machte und den Ball verlor, marschierte Timo Goldammer über den ganzen Platz und vollendete zum 3:1 (22.). Nach einer Flanke zögerte Kulabas einen Tick zu lange, so dass sein Schuss geblockt wurde.

Pech hatte Erlangen in der 38. Minute, als sich Michael Kammermeyer bei einem Zweikampf verletzte und ausgewechselt wurde. Die Unordnung in der Defensive der Hausherren nutzte Jäckel, der sich in aller Ruhe das Eck aussuchen durfte und zum 1:4-Pausenstand vollendete (44.).

Der ATSV kam zeitig aus der Kabine und beratschlagte lange am Mittelkreis. Die ersten Chancen hatte aber wieder der Gast: Jäckel brachte den Ball per Außenrist nicht an Kraut vorbei und verfehlte den Kasten per Kopf nach einem Freistoß von Firat Güngör um Zentimeter. Bis auf einen Schuss von Hakim Graine, der für den Ex-Jahnler Klaus Faßold eingewechselt worden war, und leichteren Prüfungen für SpVgg-Keeper Christian Bergmann kam vom Aufsteiger wenig. Auch die Körpersprache der Heimakteure sah nicht unbedingt nach Aufbäumen aus.

Der Jahn kombinierte sich durch, versäumte es lediglich, einen weiteren Treffer nachzulegen. Selbst die Umstellung von Skeraj auf eine Dreierkette, um mehr Druck zu erzeugen, fruchtete nicht. Dann war der Trainer erneut zu einer Reaktion gezwungen: In der 73. Minute haute Ismail Yüce André Jerundow stockvoll um und kassierte dafür die rote Karte. Die Auswechslung Jerundows ermöglichte David Mai nach mehr als einem Jahr die Rückkehr auf den Platz.

Kurz danach durfte der Stürmer prompt jubeln. Als drei Forchheimer alleine vor Kraut auftauchten, legte Wartenfelser uneigennützig quer und Mai schob den Ball in die leere Kiste (83.). Für den Schlusspunkt sorgte Nagengast in der Nachspielzeit nach einem Lattenschuss von Patrick Hagen per Abstauber.

"Der Sieg war in unserer Situation enorm wichtig. Es war ein intensives Spiel", sagte Jahn-Coach Christian Springer nach Abpfiff erleichtert. "Nach dem frühen 1:0 haben wir uns von der Euphorie tragen lassen und bekommen deswegen gleich den Ausgleich. Wir sind aber zurückgekommen und haben endlich mal die Tore gemacht." Der Sieg sei wichtig gewesen, "weil wir sonst in der Tabelle abgehängt gewesen wären. So können wir weiter mitschwimmen", erklärte Springer. ATSV: Kraut - Diesner, Exner, Kammermeyer (38. List), Guerra (66. Steininger), Krämer, Kulabas, Yüce, Ruhrseitz, Mandelkow, Faßold (46. Graine) Jahn: Bergmann - Noppenberger, Jerundow (79. D. Mai), Uttinger, Güngör, Petschner (68. Karsak), Müller, Goldammer, Nagengast, Wartenfelser, Jäckel (55. Hagen) Schiedsrichter: Yannick Eberhardt (FV Burgberg) / Zuschauer: 260

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