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Fußball

Jahn Forchheim stimmt für den Saisonabbruch

Zwei Umfragen mit gegensätzlichen Ergebnissen gab es schon. Am Sonntag um 18 Uhr endet das Zeitfenster für die wohl entscheidende Befragung der Amateurvereine.
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Uwe Schüttinger spricht sich im Namen der SpVgg Jahn Forchheim für ein vorzeitiges Ende der Spielzeit 2019/20 aus. Foto: Archiv
Uwe Schüttinger spricht sich im Namen der SpVgg Jahn Forchheim für ein vorzeitiges Ende der Spielzeit 2019/20 aus. Foto: Archiv

Noch bis einschließlich Sonntag (19. April), 18 Uhr, können die 4600 bayerischen Amateurfußballvereine darüber abstimmen, ob sie den Vorschlag des Bayerischen Fußball-Verbands unterstützen. Der BFV hatte am Donnerstag beschlossen, die unterbrochene Saison 2019/20 mindestens bis zum 31. August weiter pausieren zu lassen, dann aber fortzusetzen. Selbst wenn dieser Zeitplan eingehalten werden könnte, ginge das also vermutlich (zum Teil oder ganz) auf Kosten der kommenden Spielzeit 2020/21.

Der BFV will das Ergebnis der Abstimmung am Montag gegen 14 Uhr verkünden und am Mittwoch tagen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Sollte eine Mehrheit für den BFV-Plan zustandekommen, geht es in den folgenden Wochen und Monaten darum, wie er umgesetzt wird. Stimmt die Mehrzahl der Vereinsvertreter dagegen, müsste der BFV einen außerordentlichen Verbandstag einberufen - und das in Zeiten der Corona-Beschränkungen. Doch nur dieser kann über einen Saisonabbruch entscheiden.

Jahn Forchheim sagt Nein

Die SpVgg Jahn Forchheim aus der Landesliga Nordost hat sich bereits vor Ende der Umfrage öffentlich geäußert. "Ich bin erschüttert über diesen Vorschlag", sagt Vorstandsmitglied Uwe Schüttinger. "Bevor wir das machen, brechen wir die Saison lieber jetzt ab und starten im September mit der neuen." Schüttinger hatte auf eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs im Mai und des Spielbetriebs im Juni gehofft, respektiere die Entscheidungen der Politik aber, obwohl er die Situation anders bewerte.

"Trotzdem hoffe ich, dass die anderen Vereine das ähnlich sehen und dass der BFV-Vorschlag keine Mehrheit bekommt", erklärt der Jahn-Funktionär. Dieses Stimmungsbild legt auch eine Studie der Uni Würzburg nahe. Demnach befürworten zwei Drittel der 1000 befragten Vereinsmitglieder, die Saison 2019/20 für beendet zu erklären und die kommende Spielzeit von vorne zu beginnen - also ohne Auf- und Absteiger.

Der BFV, der seinerseits bei einer Umfrage genau das gegensätzliche Ergebnis erhalten hatte, widerspricht prompt: "Wer sich die Fragestellung angesehen hat, wird nicht im Ansatz überrascht sein", sagt der für Rechtsfragen zuständige BFV-Vizepräsident Reinhold Baier. Die Uni Würzburg habe die Fortsetzung der Saison mit der Austragung von Geisterspielen verknüpft, was viele Vereine in finanzielle Schwierigkeiten bringen würde. Partien ohne Zuschauer habe der BFV aber längst eine klare Absage erteilt und dies kundgetan.