Forchheim
Triathlon

Heilmann bezwingt den Körper

Das Knie schmerzte, die WM-Quali stand aber bevor: Trotz körperlicher Beschwerden hat sich Manuel Heilmann erneut für die Halbdistanz-WM qualifiziert.
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Raus aus dem Mittelmeer, rauf auf das Fahrrad: Manuel Heilmann qualifizierte sich im italienischen Riccione für die Challenge-WM über die Halbdistanz in Samorin (Slowakei). privat
Raus aus dem Mittelmeer, rauf auf das Fahrrad: Manuel Heilmann qualifizierte sich im italienischen Riccione für die Challenge-WM über die Halbdistanz in Samorin (Slowakei). privat
Die Triathlon-Saison beginnt in den warmen Monaten erst so richtig, Manuel Heilmann ist aber schon mittendrin: Der auch für den SSV Forchheim startende Triathlet aus Hausen hat sich kürzlich und zum zweiten Mal in Folge für die Challenge-WM über die Halbdistanz im slowakischen Samorin am 3. Juni qualifiziert. Als Zweiter seiner Altersklasse löste Heilmann das Ticket im italienischen Riccione, ganz in der Nähe des Badeorts Rimini.

Lange Zeit war unklar, in welcher Verfassung der 24-Jährige zum Wettkampf antritt. "Die Vorbereitungen hatten bereits im Oktober begonnen. Das Training verlief bis Januar super, die Form stieg stetig", sagt er. "Dann habe ich allerdings Probleme am linken Knie bekommen, welche das Laufen unmöglich gemacht haben. Ich war bei verschiedenen Ärzten, keiner konnte mir helfen. Ende April hatte ich einen gefunden, der das Problem löste. Es handelte sich um eine hartnäckige Muskelverspannung."

Da lief ihm aber schon fast die Zeit davon, der Wettkampf in Italien stand unmittelbar bevor. "Eine Woche vor dem Rennen konnte ich erst wieder mit dem Laufen beginnen. Natürlich haben mir so sämtliche Grundlagen der letzten vier Monate gefehlt. Ich habe es dennoch probiert, auch wenn ich wusste, dass der abschließende Halbmarathon ziemlich hart werden würde." Heilmann behielt Recht mit seiner Einschätzung.

Das Schwimmen über 1,9 Kilometer bildete den vergleichsweise angenehmen Auftakt. Heilmann setzte sich mit einem weiteren Schwimmer von der Startgruppe ab, er lag voll im Soll. Nun folgte aber der 90 Kilometer lange Radkurs. Nicht nur, dass ihm wegen der Wadenverletzung etliche Trainingseinheiten fehlten, es galt zusätzlich, über 950 Höhenmeter zu bewältigen. Großgewachsene Athleten wie Heilmann haben hier einen Nachteil. "Bergab habe ich versucht, einiges an Zeit gutzumachen und habe ordentlich in die Pedale gedrückt." Heilmann wechselte als Zweiter seiner Altersklasse auf die Laufstrecke.


Mentales Loch

Der Halbmarathon führte die Athleten schließlich über drei Runden durch die Innenstadt von Riccione und am Strand entlang, wenig Schatten, aber dafür große Hitze. Heilmann kämpfte. "Bei Kilometer 14 fiel ich in ein tiefes mentales Loch. Die Hitze und die fehlenden Trainingskilometer haben sicherlich dazu beigetragen."

Zwei Kilometer später wurde Heilmann überholt, Rang 2 und damit die WM-Quali waren weg - dachte er zumindest. "Als ich am Ende des Rennens die Ergebnisse gesehen habe, war mir erst klar, dass der andere Triathlet noch in seiner zweiten Runde gewesen sein muss. Alles ist noch mal gutgegangen", sagt Heilmann. Die Bestätigung folgte in der offiziellen Ergebnisliste: In 4:46:36 Stunden beendete er den Wettkampf, wurde Zweiter in der Altersklasse und 57. unter 715 Finishern. Damit war das Ticket für Samorin sicher. Und nur darum ging es: "Ich bin absolut zufrieden mit meinem Ergebnis und einfach nur happy, dass ich überhaupt bei der WM an den Start gehen kann." Dort ist das Ziel, die Zeit aus dem Vorjahr von knapp 4:30 Stunden zu unterbieten. "Ein Top-3-Ergebnis in meiner Altersklasse wäre ein Traum", sagt Heilmann. Ein Traum ist für den 24-Jährigen auch die Teilnahme an der Ironman-WM im Oktober auf Hawaii - dann allerdings über die Langdistanz. Eine Strecke, die Heilmann in einem Wettkampf noch nie bewältigt hat.

Um auf Hawaii starten zu können, ist aber ebenfalls eine vorherige Qualifikation notwendig. Heilmann hofft, diese bei einem Wettkampf in Zürich im Juli zu schaffen. "Das Training war und ist auf die Langdistanz ausgelegt. Ein Ironman ist ein ganz anderes Format, es kann so viel passieren. Man weiß nie, wie der Körper reagiert. Gerade vor dem Marathon habe ich sehr großen Respekt", sagt Heilmann: "Aber jetzt freue ich mich in erster Linie auf die Halbdistanz-WM in Samorin."
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