Forchheim
Handball

HC Forchheim krallt sich die ersten Punkte

Die Männer stellten die Eisenbahner aus Regensburg zum Auftakt der Bezirksoberliga aufs Abstellgleis. Die Frauen feierten in der Landesliga im dritten Spiel den zweiten Sieg.
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Andreas Mückusch (re.) und der HC Forchheim feierten gegen den ESV Regensburg einen gelungenen BOL-Einstand. Fotos: Sportfoto Zink
Andreas Mückusch (re.) und der HC Forchheim feierten gegen den ESV Regensburg einen gelungenen BOL-Einstand. Fotos: Sportfoto Zink
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Vor den Handball-Männern des HC Forchheim durften sich die Frauen bereits über den zweiten Sieg nach dem Aufstieg in die Landesliga freuen. Nach der Auswärtspleite am Wochenende zuvor war die Anspannung bei den Flippers-Damen groß, zumal der Mitaufsteiger mehr Landesliga-Erfahrung mitbrachte.

Frauen, Landesliga Nord: HC Forchheim - HG Kunstadt-Weidhausen 23:20

Bedingt durch eine starke Abwehrleistung hatte die HG nach über zehn Minuten erst einen Treffer erzielt. In diesem Zeitraum punktete die an diesem Tag herausragende Carmen Essel für die Heimmannschaft bereits vier Mal. Beim Stand von 7:1 nahm der gegnerische Trainer eine Auszeit. Die Flippers ließen sich davon jedoch nicht den Wind aus den Segeln nehmen und legten weiter vor, sodass nach 20 Minuten ein 11:4 auf der Anzeigetafel stand.

Bis zur Halbzeitpause verkürzten die Gäste den Abstand jedoch noch einmal auf vier Tore (9:13). Die Ansprüche an den zweiten Durchgang waren, nicht nachzulassen, in der Abwehr weiterhin konzentriert zu arbeiten und die technischen Fehler im Angriffsspiel zu reduzieren, da diese vom Gegner meist sofort bestraft wurden. 

Konzentrationsmangel im Angriff

Nach Wiederanpfiff ließen die Forchheimerinnen Kunstadt nicht weiter als auf drei Tore herankommen. Jedoch ließ die Konzentration vor allem im Angriff in dieser wichtigen Phase des Spiels nach, was die Weidhausenerinnen rigoros nutzten. In der 48. Minute nahm HC-Trainer Thomas Ihrke seine Auszeit, um Ruhe in die Mannschaft zu bringen und sie noch einmal zu ermahnen, weiterzukämpfen und das Spiel nicht aus der Hand zu geben.

Trotzdem schlossen die Gäste in der 56. Minute zum 20:21 auf, so dass die Schlussphase des eigentlich komplett von den Forchheimer Damen dominierte Spiels extrem spannend zu werden drohte. Die Flippers zeigten sich jedoch nervenstark, Noemi Schmitt erzielte in dieser hektischen Phase einen wichtigen Treffer. Eine Minute vor der Sirene nahm die HG noch ihre Auszeit, setzte die letzten Anweisungen im Angriff aber nicht um. Der HC setzte zehn Sekunden vor Schluss mit dem nicht mehr aufzuholenden Drei-Tore-Vorsprung den endgültigen Befreiungsschlag. 

Obwohl der HC die Partie viel früher hätte entscheiden müssen, freute er sich über den zweiten Erfolg im zweiten Heimspiel. Schließlich waren beim letzten Versuch, in der Landesliga mithalten zu können (2016/17), häufig die Nerven der Schwachpunkt und damit Grund für einige Niederlagen. Offenbar hat Forchheim an dieser Stelle dazugelernt. 

HC: Heid, Siebenhaar - H. Nemeth (3), T. Nemeth (1), Schreyer, Gärtner (3), Sokol (1), Heilmann, Bastian, Schmitt (4), Rothenbücher (4), Hoffmann, Essel (7)

Männer, Bezirksoberliga Ostbayern: HC Forchheim - ESV Regensburg 26:23

Nach der Papierform war der Vizemeister des Vorjahres als Favorit nach Forchheim gekommen. Zwar hatte der HC in der abgelaufenen Saison in beiden Partien gut mitgehalten, aber nichts Zählbares mitgenommen. Für den ersten Auftritt mit stark verändertem Kader hatte sich die Mannschaft um des Trainergespanns Matthias Gieck und Markus Carra mehr vorgenommen - auch wenn die trainierten Abläufe im Spiel meist noch nicht voll abrufbar sind. Eine Erkenntnis, die sich gegen Regensburg bestätigte.

Beide Mannschaften konnten auf eine voll besetzte Bank zurückgreifen. Für die Zuschauer auf der gut gefüllten Tribüne war auf beiden Seiten die Motivation, aber auch eine Portion Nervosität spürbar. Die erste Viertelstunde verlief ausgeglichen (5:5). Dann setzten sich die Gäste mit einem 4:0-Lauf etwas ab. Die Auszeit des HC verfehlte ihre Wirkung nicht, mit dem Pausenpfiff erzielte Philipp Opitz das 11:11.

Der zweite Abschnitt begann ähnlich ausgeglichen. In der 42. Minute erkämpften sich die Gastgeber erstmals eine Zwei-Tore-Führung (16:14). Aber die Regensburger ließen sich nicht beeindrucken und hielten dagegen. Mittlerweile hatte sich der erfolgreichste Forchheimer, Opitz, die Manndeckung der ESVler "erarbeitet". Den Raum nutzte vor allem Linksaußen Yannik Schulz, der mit drei Treffern in Folge fünf Minuten vor Abpfiff die Führung auf 24:18 erhöhte.

Die Stimmung im Publikum erreichte ihren Höhepunkt und die lautstarke Unterstützung trug ihren Teil dazu bei, dass das letzte Aufbäumen der Oberpfälzer nichts mehr am viel Heimsieg änderte. Mannschaft und nahezu stimmlose Trainer feierten den erfolgreichen Auftakt ausgelassen auf dem Parkett. Schlüssel zum Erfolg waren sicherlich der Kampfgeist und die mannschaftliche Geschlossenheit.

Gute Mischung aus Jung und Alt

"Keine Auswechselung hat sich negativ im Spielfluss bemerkbar gemacht, das war unser großes Plus heute", lautete Giecks Fazit. Das Team scheint dieses Jahr eine gute Mischung aus Erfahrung und Jugend zu sein. Erwähnenswert war neben Opitz und Schulz der gelungene Einstand von Torwart Kai Roth, der mit einigen Paraden in wichtigen Phasen glänzte. Bei aller Euphorie war aber auch erkennbar, wo die beiden Trainer in den kommenden Wochen ansetzen müssen: Unnötige technische Fehler, schlecht genutzte Überzahlsituationen, zu wenig Bewegung im Angriff. te

HC: Farra, Roth - Schulz (5), Albrecht, Mückusch (3), Nguyen, Hallmann (5/3), Engel, Opitz (7), Klingert (1), Stöckl (1), Rost (2),  Mach (1/1), Fürch (1)

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