Ebermannstadt
FS-Marathon

Handbike-Rekord dank Teamwork

Bei der 19. Auflage machten die als Favoriten gehandelten Äthiopier den Sieg unter sich aus. Und die Handbiker kooperierten.
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Durch das Cheerleader-Spalier ins Ziel: Ebermannstadt war erneut Start- und Zielpunkt des Fränkische-Schweiz-Marathons. Nur das Wetter spielte nicht so mit. Matthias Hoch
Durch das Cheerleader-Spalier ins Ziel: Ebermannstadt war erneut Start- und Zielpunkt des Fränkische-Schweiz-Marathons. Nur das Wetter spielte nicht so mit. Matthias Hoch
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Damit erst gar keine Missverständnisse aufkommen konnten, legte Firaol Ebissaa über die Marathon-Distanz gleich ein irrsinniges Tempo vor. Seine erste Zwischenzeit nach zehn Kilometern, als er von Weilersbach kommend Ebermannstadt durchquerte, ließ auf einen neuen Streckenrekord schließen. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt hatte er eine Minute Vorsprung auf Vorjahressieger Getachew Endisu. Er hatte seinerseits eine Minute Vorsprung auf Addissu-Tulu Wodajo, der 2016 den FS-Marathon für sich entschieden hatte. An dieser Reihenfolge änderte sich auch nichts, als sich die Läufer an der Wende in Behringersmühle auf den Rückweg machten. Alle drei Läufer brachten ihren Vorsprung ins Ziel.

Mit neuem Streckenrekord wurde es allerdings nichts, der Wind blies ihnen zu sehr ins Gesicht. So lag die Siegerzeit von 2:33:33 Stunden deutlich über dem Streckenrekord und der Vorjahresmarke, die Getachew bei 2:27:53 Stunden gesetzt hatte. Er kam heuer als Zweitplatzierter (2.36:19) an, während der für den TV Coburg startende Wodajo (2:38:32) auf Platz 3 landete. Die fränkischen Farben vertrat Patrick Weiler (2:40:16) als Viertplatzierter, konnte das äthiopische Podest aber nicht sprengen.

Vrajic hält den Vorsprung

Mit Marija Vrajic, die die Marathon-Distanz in exakt drei Stunden bewältigte, kommt die Siegerin aus der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Vrajic gewann vor der Rumänin Maria Magdalena Veliscu und Eva Scheu vom TV Coburg. Für die Siegerin war es der 199. Marathon in ihrer Karriere. Sie räumte ein, dass es heuer "recht schwierig" war. An der letzten Steigung zwischen Gasseldorf und Ebermannstadt sei sie noch einmal gehörig ins Schnaufen gekommen. Auch habe sie sich immer wieder nach ihrer Konkurrentin umgesehen, Velisco blieb der Siegerin mit weniger als einer Minute Abstand dicht auf den Fersen.

Beim Zehn-Kilometer-Lauf der Damen ging der Sieg an die Lokalmatadorin Babinja Wirth vom TSV Ebermannstadt. Sie siegte in 38:51 Minuten vor Elvira Flurschütz (SC Kemmern) und Manuela Glöckner (TSV Ebermannstadt). Bei den Männern siegte Jörg Schaller. Der Coburger gewann in 33:37 Minuten vor Christoph Sturm (Regensburg) und Domininic Marquedant (Rheinhessen-Pfalz).

Quartett knackt Streckenrekord

Für Furore sorgten die Handbiker, die ein Wahnsinnstempo vorlegten. Das Ergebnis: Trotz teilweise regennasser Fahrbahn unterboten gleich vier Teilnehmer den Streckenrekord. Vico Merklein (40), Mitglied des deutschen Paralympic-Teams, siegte zeitgleich mit Johan Reekers in 1:02:06 Stunden. Damit unterboten beide den Streckenrekord um rund 20 Sekunden. Auch der Drittplatzierte Boris Drazen (1:02:11) und der Vierte, Johannes Herter (1:02:20), waren schneller als der vorherige Bestwert. Schnellste Frau war Yvonne Pijahn (Cottbus).

Als Geheimnis des Erfolgs nannte Vico Merklein den Zusammenhalt in der 4er-Gruppe. "Wir sind immer zusammengeblieben und haben uns in der Führungsarbeit abgewechselt", begründete er. Die Handbiker spürten den Wind, der vor allem den Skatern und Läufern entgegenblies, nicht so sehr. "Ihr seid unter dem Wind durchgefahren", so ein Zuschauer.

Bei den Inline-Skatern war der Erfurter Nils Fischer nicht zu schlagen. Mit großem Abstand gewann er in 1:15:47,56 Stunden deutlich vor einer Fünfergruppe. Die Marathon- Distanz bei den Skater-Damen entschied Sabine Berg in 1:18:11,35 Stunden für sich. Nur zwei Sekunden langsamer war Katja Ulbrich (TS Bayreuth).



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