Weilersbach
Steilpass

Früherer Kapitän baut auf Weilersbacher Zukunft

Vom Spielführer der Gloria ging Arno Amon nahtlos zum Abteilungsleiter über. Angesichts von Gerüchten einer Fusion verweist er auf die Eigenständigkeit.
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Zwölf Jahre lang war Arno Amon Kapitän des SV Weilersbach, seit dem Ende seiner Spielerlaufbahn fungiert der 44-Jährige als Abteilungsleiter der Gloria. In der sechsten Saison in der Kreisklasse 2 ER/PEG liegt der ehemalige Bezirksligist nach acht Spielen auf Rang 10. In Anbetracht der guten Jugendarbeit blickt der frühere Verteidiger optimistisch auf die nächsten Jahre.

Wer hat Sie angespielt?

Arno Amon: Stephan "Struppi" Schmidt. Wir haben früher häufig gegeneinander gespielt, das waren meistens knallharte Duelle. Er war ein klassischer Instinktstürmer und ich sein Gegenspieler. Komischerweise stand er gegen uns oft richtig und hat seine Tore gemacht.

Was für eine Art Verteidiger waren Sie? Der kompromisslose Abräumer oder eher der Aufbauspieler mit gutem Stellungsspiel?

Ich habe früher mehrere Positionen gespielt: Als ich aus der Jugend herauskam, war ich Libero, danach Manndecker. Das Problem war, dass wir auf der Verteidigerposition häufig personelle Engpässe hatten. So habe ich gegen Topstürmer wie Mario Hofmann gespielt, da ging es heiß her.

Macht Ihnen die Aufgabe des Abteilungsleiters bei Ihrem Heimatverein nach all den Jahren noch Spaß?

Als ich aus der Jugend kam, war es einfacher, das kann ich sagen. Die heutige Generation hat sich schon verändert und ich habe Zeit gebraucht, um mich den Gegebenheiten anzupassen. Die Jungen sehen heutzutage vieles lockerer: Wenn heute jemand Urlaub machen möchte, wird das manchmal einfach durchgezogen. Wir haben früher versucht, unseren Urlaub so zu planen, dass er sich nicht mit der Vorbereitung oder den Punktspielen überschneidet. Im Großen und Ganzen können wir bei der Gloria aber zufrieden sein, die Jungs halten wirklich zusammen.

Nach dem Kreisliga-Abstieg 2013 standen wir vor der Entscheidung, ob wir mit externen Kräften die sofortige Rückkehr anstreben oder lieber auf unseren Nachwuchs setzen. Wir haben uns für die Jugendarbeit entschieden und das war richtig. Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren die Früchte ernten, unsere Nachwuchstrainer haben sehr gute Arbeit geleistet.

Nach drei Spielzeiten in der unteren Tabellenhälfte: Wohin geht die Reise für den SV in dieser Saison?

In der vergangenen Saison hatten wir zur Winterpause zwölf Punkte, jetzt sind es immerhin schon zehn. Wir müssen schauen, wie die nächsten Spiele laufen, es stehen mit den Begegnungen gegen Burk und Hausen ganz wichtige Partien bevor. Unser Kader ist nicht allzu breit aufgestellt, dennoch peilen wir einen gesicherten Mittelfeldplatz an.

Für uns geht es darum, einen Schritt nach dem anderen in die richtige Richtung zu machen. In diesem Sommer sind fünf Spieler aus unserem Nachwuchs hochgekommen, im kommenden Jahr werden es sogar sieben Jungs sein. Irgendwann wird wieder mit uns zu rechnen sein, nur so kann es für einen Verein wie den SV Weilersbach gehen. Wenn die Talente bei uns bleiben, ist mir um den Klub nicht bange. Man muss dazu auch festhalten, dass wir von der G- bis zur A-Jugend eigenständig sind.

Sie trainierten früher eine G-Jugend, stehen aktuell bei der U13 am Spielfeldrand und sind zwischendurch zwei Mal als Interimscoach bei den Herren eingesprungen. Übernehmen Sie eines Tages dauerhaft ein Männerteam?

Ich trainiere derzeit die D-Jugend, meine Zwillinge spielen da. Für das Traineramt im Herrenbereich fehlt mir ehrlich gesagt etwas der Biss. Auch zeitlich wäre das für mich als Schichtarbeiter nur schwer zu schaffen.

An wen spielen Sie weiter?

Ich nominiere Mario Hofmann, derzeit Abteilungsleiter beim TSV Neunkirchen, der nach sieben Jahren wieder in die Bezirksliga aufgestiegen ist. Früher haben wir uns knallharte Zweikämpfe geliefert. Er war für mich ein unbequemer Gegner. Besser kennengelernt haben wir uns eigentlich erst nach unserer aktiven Zeit: Er war unser Patient im Erlanger Waldkrankenhaus, in dem ich arbeite.



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