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Frauenfußball

Frauenfußball im Wandel

Personelle Engpässe zwingen die Vereine zur Gründung von Spielgemeinschaften. Der FC Wichsenstein verfolgt einen anderen Ansatz. Er setzt auf den Nachwuchs.
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Die SG Obertrubach/Kirchenbirkig (rotes Trikot) bekommt Verstärkung: Der TSC Bärnfels schließt sich der Spielgemeinschaft an.  Archivfoto: Manuel Drummer
Die SG Obertrubach/Kirchenbirkig (rotes Trikot) bekommt Verstärkung: Der TSC Bärnfels schließt sich der Spielgemeinschaft an. Archivfoto: Manuel Drummer

Das Aufrechterhalten des Spielbetriebs stellt im Frauenfußball eine echte Herausforderung dar. "Der große Boom ist vorbei, die Zahl der gemeldeten Mannschaften ist rückläufig", erklärt Sabrina Speckner. Die 34-Jährige ist Spielleiterin der Frauen des FC Wichsenstein, darüber hinaus trainiert sie im dritten Jahr die fast einzige Mädchenmannschaft in der fränkischen Schweiz. "Nur Ebermannstadt verfügt ebenfalls über eine Mädchenmannschaft in dieser Altersklasse, ansonsten sind wir alleine", sagt die langjährige Spielerin des FCW.

Wichsenstein fördert Nachwuchs

Vor drei Jahren entschloss sich der Verein, dem Mangel an Spielerinnen entgegenzuwirken und fing "in der U11 mit sechs Mädchen an. Mittlerweile sind wir in der U13 schon 17 Spielerinnen, unser Engagement wird gut angenommen", sagt Speckner. Zur neuen Saison meldet der Verein erstmals eine U15-Mannschaft an, "dafür suchen wir noch Mädchen, die sich uns anschließen möchten".

Das langfristige Ziel des Engagements im Juniorinnenbereich liegt neben der Förderung von Talenten natürlich im Fortbestand des eigenen Damenteams, das in der Kreisklasse 2 Erlangen/Pegnitzgrund spielt. "Wir hoffen, dass in zwei, drei Jahren die ersten Mädchen hochkommen. Unsere Damenmannschaft soll eigenständig bleiben. Damit wir das schaffen, muss man im Mädchenbereich anfangen", erklärt Speckner. "Mir bereitet die Tätigkeit als Trainerin viel Freude und ich hoffe, dass wir unsere gute Arbeit fortsetzen können."

SG Obertrubach stellt Weichen

Bereits seit drei Jahren tritt die SpVgg Obertrubach in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Kirchenbirkig an. Mit dem TSC Bärnfels schließt sich nun ein dritter Klub der SG an. "Wir führten bereits im Vorjahr Gespräche, damals hatte Bärnfels aber noch genügend Spielerinnen. Nun hören beim TSC weitere Spielerinnen auf, daher gehen wir zusammen", sagt Nils Lukat, Vorstand der SpVgg Obertrubach.

Mit vereinten Kräften wird die SG zwei Teams melden, neben einer Kreisligamannschaft tritt das Reserveteam in der Kreisklasse an "Es herrscht ein wenig Skepsis, ob wir beide Teams halten können. Wir wollen verhindern, dass die halbe Mannschaft draußen sitzt, daher gehen wir das Risiko ein", erklärt Lukat. Das sportliche Sagen wird Nicole Opitz haben, die den Trainerposten der SG übernimmt. "Nicole hat früher in Obertrubach gewohnt und spielte einst in der Bayernliga", sagt Lukat.

Sportlich soll mit den ersten Frauen die Kreisliga gehalten werden, "diese Aufgabe wird aber alles andere als einfach". Offen ist zudem, unter welchem Namen die Spielgemeinschaft antritt. Angelehnt an eine bereits existierende Juniorenfußballgemeinschaft (JFG) wird laut Lukat über den Namen "SG Fränkische Schweiz" nachgedacht.

Schlaifhausen findet Partner

Auch die DJK-FC Schlaifhausen hat sich aufgrund personeller Probleme zur Bildung einer Spielgemeinschaft entschlossen. "Unser Kader ist einfach zu dünn, das reicht für die Kreisliga nicht", sagt der langjährige Übungsleiter Kurt Finze. Als Partner fungiert fortan der SV Gloria Weilersbach, der nach der abgelaufenen Saison vor ähnlichen Problemen stand. "Die neue Mannschaft wird etwa 20 Spielerinnen umfassen, die zu gleichen Teilen aus Schlaifhausen und Weilersbach kommen", erklärt Finze.

Den Posten als Übungsleiter übernimmt Weilersbachs Florian Güttler, Finze wird im Hintergrund agieren. "Florian ist der Cheftrainer, den Vorbereitungsplan haben wir gemeinsam besprochen. Wir verstehen uns gut", sagt Finze. Im ersten Jahr als Spielgemeinschaft soll so früh wie möglich die Klasse gehalten werden. "Zunächst müssen sich die Mädchen aber richtig kennenlernen."

Langensendelbach steigt ab

Einen anderen Weg wählt der SV Langensendelbach, der Achtplatzierte der abgelaufenen Bezirksligasaison steigt freiwillig zwei Ligen ab. "Aufgrund personeller Umwälzungen verzichten wir auf unseren Platz in der Bezirksliga und gehen in die Kreisklasse", erklärt Alexander Distler.

Der frühere Coach des SVL bleibt dem Verein als Spielleiter treu, die Mannschaft wird im kommenden Jahr von Lisa Willomeit geführt. Die 27-Jährige war zuletzt für die Sportvereinigung Rattelsdorf aktiv und übernimmt in Langensendelbach als Spielertrainerin. "Wir machen eigenständig weiter, müssen aber einen kompletten Neuanfang wagen", sagt Alexander Distler.

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