Forchheim
Fußball-Bayernliga

Forchheimer David Mai fiel ein Stein vom Herzen

Nach mehr als einem Jahr Pause wegen einer Herzmuskelentzündung feierte David Mai ein Comeback, das ihm und den Teamkollegen für Samstag Mut machen sollte.
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Jahn Forchheims David Mai (re.) feierte nach langer Verletzungspause gegen den ATSV Erlangen sein Comeback.  Foto: Archiv/Gunther Czepera
Jahn Forchheims David Mai (re.) feierte nach langer Verletzungspause gegen den ATSV Erlangen sein Comeback. Foto: Archiv/Gunther Czepera

Ein wenig überraschend kam der Einsatz von David Mai schon. Über ein Jahr hatte der Stürmer von Jahn Forchheim keine Partie mehr bestritten, ehe er am vergangenen Samstag beim ATSV Erlangen in der 79. Minute eingewechselt wurde. "Die Verantwortlichen hatten mich gefragt, ob ich mit auf die Bank will. Da das Spiel entschieden war, bin ich sogar reingekommen", erzählt Mai. Doch der 23-Jährige hat das Toreschießen anscheinend nicht verlernt, denn keine fünf Zeigerumdrehungen später stellte Mai auf 5:1.

"Es war ein Comeback, wie man es sich ausmalt. Da ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen", sagt Mai und liefert unfreiwillig das Stichwort. Wegen einer Entzündung des Wassers im Herzbeutel und des dortigen Muskels musste er seit Juni 2017 auf seinen geliebten Sport verzichten. "Man kann so etwas nicht wirklich behandeln und das Herz lässt sich nicht wie ein verletzter Fuß hochlegen", erklärt der Erlanger. Somit waren Ausruhen und Schonen angesagt. Was für manch einen nach Dauerurlaub klingt, muss sich für David Mai, der sein Leben lang aktiv war, wie Gefängnis angefühlt haben.

Aus diesem ist er spätestens seit dem Wochenende entlassen. "Ich habe das Okay der Ärzte, sonst hätte ich nicht gespielt", sagt der Angreifer. Lediglich der Kopf brauche noch etwas Zeit. "Ich bin vorsichtiger als früher, muss erst wieder meinen Rhythmus finden. Leichte Schwindelgefühle sind normal." Da er sich darüber informiert habe und in der Jahn-Familie Ablenkung finde, fühle er sich aber gut und denke nicht ständig an seine lange Leidenszeit oder einen gesundheitlichen Rückschlag.

Jahn Forchheim (14.) - TSV Aubstadt (3.)

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Vielmehr guckt er nach vorne. Auf Gegner Aubstadt zum Beispiel. Der Tabellendritte ist am Samstag um 15 Uhr zu Gast bei der Sportvereinigung. Eine Nichtberücksichtigung des 23-Jährigen von Trainer Christian Springer sähe Mai nicht als Rückschritt. "Ich halte die Erwartungen niedrig, nehme mir bis zur Winterpause Zeit." Unabhängig davon, ob der beidfüßige Stürmer zum Einsatz kommt, fordert er, an die Leistung und mannschaftliche Geschlossenheit vom ATSV-Spiel anzuknüpfen.

Auch unter einem anderen Aspekt dient der Aufsteiger als Vorbild: Die Erlanger waren der erste Bezwinger Aubstadts, das zuvor alle vier Begegnungen für sich entschieden hatte. "Ich denke, das war ein Ausrutscher. Der TSV will mittelfristig in die Regionalliga und wird auch heuer oben mitspielen", analysiert Mai. Zwischen zwei souveräne Zu-null-Siege mischten sich zuletzt aber die Saisonpleiten Nummer 2 und 3 gegen die beiden Würzburger Teams der Liga. "Aubstadt ist ein eingeschworener Haufen und unangenehmer Gegner", sagt Mai über den Verein aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld, der die vergangene Spielzeit auf Rang 2 abschloss und ungeschlagen in der Relegation scheiterte. Nach einem 2:2 zu Hause und einem 1:1 bei der SpVgg Bayreuth war der Aufstiegstraum aufgrund der weniger geschossenen Auswärtstore ausgeträumt.

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