Forchheim
Schach

Forchheimer Alex Seyb trifft Carlsen und Kramnik

Dem amtierenden oder ehemaligen Schach-Weltmeister saß der Forchheimer nicht gegenüber, dennoch war er beim Turnier in Katar stark gefordert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Alexander Seyb gewann zwei seiner neun Partien beim Schach-Turnier in Doha, drei Mal trennte er sich unentschieden. Foto: SC Forchheim
Alexander Seyb gewann zwei seiner neun Partien beim Schach-Turnier in Doha, drei Mal trennte er sich unentschieden. Foto: SC Forchheim
+2 Bilder
Wenn ein Bundesliga-Spieler und Internationaler Meister (IM) mit der Schach-Leistungszahl (ELO) 2425 nicht einmal zu den ersten 100 der Setzliste gehört, dann muss das Turnier wirklich erstklassig besetzt sein. Beim Qatar Masters in Doha waren nicht nur Weltmeister Magnus Carlsen aus Norwegen, der den Wettkampf gewann, und Ex-Champion Vladimir Kramnik (Russland), sondern auch 69 weitere Großmeister (GM) am Start.

Eine gute Gelegenheit für IM Alexander Seyb vom Schachclub Forchheim, sich auf die Jagd nach dem einen oder anderen GM-Skalp zu machen und dabei vielleicht sogar einem der ganz Großen gegenüber zu sitzen. Gespielt wurde im 300 Meter hohen Torch Hotel, das seinen Namen der Form einer Fackel verdankt. Mit 3,5 Punkten aus neun Runden und fast unveränderter ELO-Zahl erreichte "Ali" Rang 108.


Zum Auftakt verlor Seyb gegen den jungen Inder GM Gujrathi Vidit Santosh (2644), nachdem er in der Eröffnung viel Zeit verbraucht hatte und in komplizierter Stellung "plötzlich Gespenster sah". "Statt des geplanten Zugs führte ich lieber einen aus, der die Partie sofort wegwirft", sagte er hinterher selbstkritisch. Danach gewann der Forchheimer gegen die Georgierin GM Nana Dzagnidze (2559), eine der stärksten Frauen der Welt.

"Sie spielte in der Eröffnung einen schwer erklärbaren Zug, nach dem die Partie nur kaum noch zu retten war", erklärte Seyb, der in der Folge den Amerikaner GM Daniel Naroditsky (2628) mit einer scharfen Eröffnung überraschte. "Wieder verbrauchte ich zu viel Zeit und fand in komplizierter Stellung nicht die beste Fortsetzung." In Runde 4 ein ähnliches Bild. Nach der Eröffnung stand er gegen den Ägypter GM Samy Shoker (2489) leicht bis klar besser, geriet aber in Zeitnot.

Auch in der fünften Partie sprang gegen den nächsten Ägypter IM Mohamed Ezat (2490) nur ein halber Zähler heraus. "Nachdem wir uns mit schlechten Zügen abwechselten, sollte ich das Endspiel bei diesmal gegnerischer Zeitnot eigentlich gewinnen. Aber ein unvorhergesehener Zug meines Gegners, der plötzlich Mattdrohungen aufstellte, warf mich völlig aus der Bahn."

Nach dem Ruhetag ging Seyb topvorbereitet ans Brett. Sein indischer Gegner GM Das Neelotpal (2475) wählte jedoch eine unvorhergesehene Eröffnung. "Da ich eine gute Vorbereitung seinerseits fürchtete, entschloss ich mich, ein schnelles Remis durch Zugwiederholung mitzunehmen." In Runde 7 verlor Seyb gegen die ehemalige Frauen-Weltmeisterin GM Antoaneta Stefanova (2521) aus Bulgarien, als ihm - erneut in Zeitnot - in der entscheidenden Phase ein Fehler unterlief.

Daraufhin spielte der SCler gegen die Inderin WIM Bodda Pratyusha (2260), "die mir genau in eine vorbereitete Variante lief", beschrieb der Forchheimer seinen Sieg. Zum Abschluss spielte Seyb gegen IM Cemil Can Ali Marandi (2454) aus der Türkei, der ein ähnlich katastrophales Turnier zu beklagen hatte. "Nach dem Remis waren wir beide froh, das Turnier nicht mit einer Niederlage abzuschließen." ug

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren