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Fußball

FC Burk zwischen Aufschwung und Abschiebung

Dank eines Schlussspurts verbringt das Team die Winterpause in der Kreisklasse 2 nicht auf dem letzten Platz. Doch zwei Spieler sind wohl ausreisepflichtig.
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und dem Somalier Ahmed Arab (re.) droht die Abschiebung. Fotos: Uwe Kellner
und dem Somalier Ahmed Arab (re.) droht die Abschiebung. Fotos: Uwe Kellner
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Als die DJK Eggolsheim den 1. FC Burk am ersten Spieltag der Fußball-Kreisklasse 2 ER/PEG mit 9:0 abfertigte, schien der freie Fall des ehemaligen Bezirksoberligisten weiterzugehen. Mit lediglich fünf Punkten war der FC aus der Kreisliga abgestiegen, nach der fast zweistelligen Klatsche stand das Team auch eine Klasse tiefer gleich am Anfang auf dem letzten Platz. Auch in der zweiten Begegnung bei der neuen SG Kleinsendelbach/Hetzles gelang Burk kein Tor (0:3).

Katerstimmung nach JGA

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"Ich war beim Auftakt nicht dabei. Ich war gerade auf der Heimfahrt von meinem Junggesellenabschied und habe mich über das Ergebnis gewundert", erzählt Trainer René Schweiger, der aufgrund des personellen Engpasses in Kleinsendelbach auflief. "Ich wollte wegen Knieproblemen eigentlich gar nicht mehr spielen und habe mir prompt einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen", berichtet der 35-Jährige. Doch im frühen Abstiegsduell am dritten Spieltag mit Dürrbrunn sprang mit der Rückkehr des urlaubenden Vizekapitäns Klaus Kainer der erste Dreier heraus (3:2).

Auch wenn der zweite Saisonsieg fünf Wochen auf sich warten ließ, liegt der FC zur Winterpause aussichtsreich im Rennen um den Klassenerhalt. Dank des Endspurts mit der geglückten Revanche gegen Hetzles (4:1) und dem erneuten Triumph in Unterleinleiter (3:1) gab die Mannschaft die rote Laterne am letzten Spieltag des Jahres an Aufsteiger SV Pretzfeld weiter. "Wenn wir nicht noch einmal so ein Verletzungspech haben, bin ich mir sicher, dass wir drin bleiben", sagt Schweiger.

Mit Lukas Prieß (21, zuletzt vereinslos), Rafael Bermüller (U19 des TV 48 Erlangen) und Rückkehrer Patrick Gebhardt (32, zuletzt Kirchehrenbach) erhält der FC zum neuen Jahr Verstärkung. Andererseits droht der Abgang zweier Leistungsträger. Defensivspezialist Armel Sahi und Außenbahnspieler Ahmed Arab müssen jederzeit mit ihrer Abschiebung in die Elfenbeinküste bzw. nach Äthiopien rechnen. "Es wäre sportlich ein Verlust, aber menschlich ist es noch schlimmer", sagt der Cadolzburger. Die beiden hätten nicht integriert werden müssen, "sie haben sich selbst integriert. Sie helfen und feiern bei der Kerwa mit. Sie sind bei jedem Training", lobt der Coach.

Der 18-jährige Sahi hat einen Job. Dem 23-jährige Arab wurde die Stelle von der Behörde entzogen. "Sie sind fleißig und wollen arbeiten. Aber man merkt ihnen die ständige Angst vor der Abschiebung an", erklärt Schweiger. Die Burker bekamen sogar einen Termin mit dem Forchheimer/Bamberger Bundestagsabgeordneten Thomas Silberhorn. Doch das Gespräch mit dem CSU-Politiker sei ernüchternd gewesen. Die Entscheidung über den zweiten Abstieg des FC in Folge liegt damit nach wie vor ein Stück weit auf dem Schreibtisch der Regierung von Oberfranken.



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