Forchheim
Fußball-Bayernliga

Faßold will die Wende von Jahn Forchheim verzögern

Wie zuvor Erlangen-Bruck tritt der Jahn am Samstag nach sechs Pleiten in Folge gegen den ATSV Erlangen an. Ein Ex-Forchheimer will ein Déjà-vu verhindern.
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Klaus Faßold empfängt mit dem ATSV Erlangen am Samstag seinen Ex-Klub Jahn Forchheim.  Foto: Archiv/Zink
Klaus Faßold empfängt mit dem ATSV Erlangen am Samstag seinen Ex-Klub Jahn Forchheim. Foto: Archiv/Zink

Wenn die SpVgg Jahn Forchheim in der Fußball-Bayernliga Nord am Samstag um 16 Uhr beim ATSV Erlangen zu Gast ist, hätte sie gegen ein Déjà-vu seitens der Hausherren sicher nichts einzuwenden: Vor einer Woche trat der ATSV beim Stadtrivalen in Bruck an, der mit sechs Niederlagen in Serie auf den 17. Platz von 18 Mannschaften durchgereicht worden war. Doch trotz Rückstands fast mit dem Pausenpfiff fand der FSV dank eines Eigentors zurück in die Spur und holte mit dem 3:1 den dritten Saisonsieg.

Nach sechs Pleiten Vorletzter

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Vor dem nächsten Spielkreis-Derby ist die Situation ähnlich, denn die Forchheimer sind nach einem halben Dutzend Pleiten hintereinander auf den vorletzten Platz abgerutscht. "Der Jahn ist eine Mannschaft wie Bruck, bei der es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie wieder gewinnt. Ich hoffe natürlich, dass wir das noch ein bisschen hinauszögern können", sagt Klaus Faßold vor dem Duell mit seinen Ex-Kollegen. Von Sommer 2014 bis zur Winterpause 2015/16 schnürte der 24-Jährige seine Fußballschuhe für die SpVgg, ehe er für ein halbes Jahr zum Baiersdorfer SV und schließlich nach Erlangen wechselte.

"Ich kenne noch viele Jahn-Spieler und vor so einem Derby hat man dann natürlich noch mehr Kontakt und schreibt sich", sagt der Mittelfeldspieler schmunzelnd. Unter dem damaligen Trainer Michael Hutzler gab Faßold sein Debüt in der Bayernliga, auch wenn verletzungsbedingt nur elf Einsätze in eineinhalb Spielzeiten zu Buche standen.

Beim Aufsteiger gehört er inzwischen zum Stammpersonal. Zudem versucht er, seinem Team mit Insiderwissen zu helfen: "Bruck war tief gestanden und hat immer wieder Nadelstiche über außen gesetzt. Das erwarte ich jetzt auch vom Jahn." Ausgerechnet Keeper Michael Kraut, der 2015 zwei Mal das Forchheimer Tor hütete, war am Eigentor beteiligt, als ein ATSV-Verteidiger den Ball zurückspielte, dieser aufsprang und eine unhaltbare Bahn einschlug. "Das war der Knackpunkt, von dem wir uns nicht mehr erholt haben", erklärt Faßold. Auch im anderen Erlanger Duell mit Eltersdorf hatte der ATSV mit 0:2 den Kürzeren gezogen.

Setzt sich die seit sechs Spielen dauernde Serie der Gastgeber aus abwechselnd Siegen und Niederlagen fort, geht der Jahn allerdings als Verlierer vom Feld. "Daheim sind wir stark. Aber wir müssen schauen, dass wir mehr Konstanz reinbekommen", fordert Faßold. Vor der Partie gegen Forchheim konnte sein Team nach vielen englischen Wochen erstmals wieder richtig trainieren kann. Auch personell sieht es gut aus: Nur Defensivmann Sebastian Marx fehlt urlaubsbedingt.

Misic für vier Spiele gesperrt

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SpVgg-Coach Christian Springer muss am Samstag und in drei weiteren Partien auf Drazen Misic verzichten. Der 19-Jährige wurde für seine Rote Karte in der Nachspielzeit gegen Hof (1:3) "wegen rohen Spiels" gesperrt. Nicht der Platzverweis, aber einige andere Entscheidungen des Schiedsrichters sorgten bei den Jahn-Zuschauern für Unmut. Abteilungsleiter Uwe Schüttinger gibt dem Anhang in einigen Punkten Recht: "Jens Wartenfelser ist nahe der Grundlinie in den Strafraum gezogen und wurde klar von den Beinen geholt. Später wurde Tom Jäckel bei einem Standard gezogen und gehalten. Ein anderes Mal könnte ein Hofer im eigenen Sechzehner die Hand am Ball gehabt haben."

Ebenfalls unglücklich sei eine Szene gewesen, in der 0:1-Schütze Matej Kyndl foulte, der Referee richtigerweise Vorteil laufen ließ, anschließend aber vergaß, die Gelbe Karte zuzeigen. "Sonst hätte Kyndl kurz nach der Pause schon die Ampelkarte gesehen", berichtet Schüttinger. Immerhin habe der Jahn gegen aggressive "Bayern" gut dagegengehalten. Auch im Derby in Erlangen dürfte es schließlich nicht gerade zimperlich zur Sache gehen.

Neumarkt entlässt seinen Trainer

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Indes hat der ASV Neumarkt, bei dem der Jahn in vier Wochen antritt, für den ersten Trainerwechsel der Saison gesorgt. "Nach intensiver Analyse haben wir Marco Christ beurlaubt. Aufgrund der Niederlagenserie haben wir die Entscheidung getroffen, einen neuen Impuls zu setzen", heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins, der in der vergangenen Saison in der Süd-Staffel antrat.

Der Ex-Profi hatte das Team, das nach zwölf Spielen auf Rang 14 steht, erst vor der Saison übernommen. Vorerst werden die Oberpfälzer von Co-Trainer Benedikt Thier betreut. Infolge der Entlassung trat Armin Binder von seinem Amt als Kapitän zurück. Der 29-Jährig bemängelte, dass er nicht in die Entscheidung eingebunden gewesen sei. Torhüter Max Haid werde "aus persönlichen Gründen" ab sofort nicht mehr spielen.

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