Ebermannstadt
InFranken-Kick

Eine perfekte Bühne für das Topspiel

Dritter gegen Erster: In Ebermannstadt richten sich alle Blicke auf den Kracher in der Kreisklasse 2 gegen den SV Langensendelbach.
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Trotz größter Sprünge kam der TSV Ebermannstadt um Tobias Ziegler (Nr. 11) im Relegationsspiel gegen Kersbach in der Vorsaison nicht ins Ziel. Am Ende stieg die DJK durch das 2:1 in die Kreisliga auf.    Nun unternimmt Ebs einen neuen Anlauf, am Samstag steht das Topspiel gegen Langensendelbach an. Leo Hühnlein
Trotz größter Sprünge kam der TSV Ebermannstadt um Tobias Ziegler (Nr. 11) im Relegationsspiel gegen Kersbach in der Vorsaison nicht ins Ziel. Am Ende stieg die DJK durch das 2:1 in die Kreisliga auf. Nun unternimmt Ebs einen neuen Anlauf, am Samstag steht das Topspiel gegen Langensendelbach an. Leo Hühnlein
Für den TSV Ebermannstadt zählt beim InFranken-Kick aus der Kreisklasse 2 nur ein Sieg gegen den noch ungeschlagenen Spitzenreiter aus Langensendelbach am heutigen Samstag um 16 Uhr. Eine Mammutaufgabe, aber nicht unmöglich, seit April 2016 hat der TSV kein Heimspiel mehr verloren. Zudem scheinen zwei Dinge nahezu sicher: Durch den prognostizierten sommerlichen Wetterumschwung wird sich Kassenchefin Andrea Hutzler zum Anstoß im Wiesentstadion die Hände reiben, und Grillmeister Bäse, der das Bratwurst-Kontingent um ein vielfaches erhöht hat, wird im Akkord den Senf dazu geben.


Kreisklasse 2 ER/PEG

TSV Ebermannstadt (3.) -SV Langensendelbach (1.)
Bei zwar einem Spiel weniger, aber dennoch neun Punkten Rückstand auf den Gegner stehen die Ebser mit 42 Punkten auf dem undankbaren dritten Platz und liegen auf die Baiersdorfer Reserve (2., gleiche Anzahl an Spielen) acht Punkte zurück. Eine nicht schlechte Platzierung - denn der Abstand auf das Verfolgerfeld ist bereits auf 13 Zähler angewachsen - und viele andere Mannschaften würden liebend gern "nur" Dritter sein.

Allerdings hatten sich die Verantwortlichen des TSV schon im Jubiläumsjahr 2010 vorgenommen, in "überschaubarer Zeitspanne" wieder ins Kreisoberhaus zurückkehren zu wollen. In den vergangenen Jahren hat der TSV mit vielen Anstrengungen und Zeitaufwand intensiv in den Nachwuchs investiert und ist mit sehr gut ausgebildeten Jugendmannschaften als einer der wenigen Vereine der Region in allen Jahrgängen ausgestattet. Nach zwei dritten Plätzen in den Vorjahren, als die Aufstiegsplätze teils erst auf der Zielgeraden oder in der Relegation verspielt wurden, sollte es in diesem Jahr besser werden.

Für Trainer Roland Beck, der zum Saisonende seinen Abschied erklärt hat, wäre es ein gebührender Abschluss. Andernfalls droht dem 41-Jährigen das "Drittplatz-Triple", womit er trotzdem die drei besten Spielzeiten des TSV innerhalb der vergangenen 13 Jahre belegt.


Keiner will der Favorit sein

Beide Übungsleiter zeigten sich im Vorfeld des Spiels sehr reserviert, die innere Anspannung war zu spüren, doch mühten sich beide darum, gelassen zu wirken. Direkte Fragen wurden daher öfters mit altbekannten Phrasen erwidert, um ja nicht zu viel zu verraten. Nachdem SV-Spielertrainer Alexander Schliffka unserem Partnerportal anpfiff.info erklärte, er sehe den Druck bei den Ebsern, schob Beck die Kugel zurück: "Wir weisen zwar eine tolle und sehr lange Heimserie auf, dennoch hat der SV für mich die Favoritenrolle. Sie spielen heuer wahnsinnig konstant, das 1:1 in Schlaifhausen letzte Woche sehe ich nicht als Ausrutscher, sondern als normales Spiel mit Pech und einem späten Ausgleich."
Egal wie das Topspiel auch endet, es ließe sich laut Beck noch keine Tendenz für den Saisonausgang bestimmen: "Wir haben danach noch elf Spiele, Langensendelbach noch zehn. Und da aus dem Führungstrio noch alle Teams gegen die ersten fünf im Direktvergleich antreten müssen, kann viel passieren."

Trotz des ausgewogenen Kaders bereiten Beck ein paar Personalien durchaus Kopfzerbrechen: "Marcel Heinemann, der angeschlagen ist, und Markus Gubitz, der sich im Wintertrainingslager verletzte und heuer noch kein Spiel machen konnte, werden fehlen, wahrscheinlich auch unser dritter Routinier Yusuf Öntürk. Dazu gesellen sich wohl drei junge Spieler. Patrick Hutzler zwickt es an den Adduktoren, Philipp Hölzel laboriert am Oberschenkel und Marvin Wunder kam in der Saison erst zu vier Einsätzen."


Nicht in die Karten schauen lassen

Schliffka selbst kam wegen Knieproblemen zuletzt Mitte November zum Einsatz und weicht bei der Nachfrage zum Kader zunächst noch aus: "Das ist alles noch nicht so klar, es gibt noch ein paar Baustellen, da sich Timo Molzberger einen Mittelfußbruch zuzog und Andreas Heinlein sowie Sebastian Engelhardt eine Bänderverletzung haben. Außerdem fehlte zuletzt der erkrankte Johannes Böhmer. Nichtsdestotrotz werden wir eine sehr gute Mannschaft dabei haben." Unter der Woche trat der SV zu einem Trainingsspiel gegen Röttenbach an, um andere Spielsysteme zu testen. In zwei "völlig unterschiedlichen Halbzeiten", wie Schliffka anmerkt, ging die Partie nur knapp mit 2:3 gegen den klassenhöheren TSV verloren: "Wir lagen zur Pause, auch bedingt durch zwei Eigentore, mit 0:3 hinten und haben daraus wichtige Erkenntnisse für das Spiel in Ebermannstadt gezogen. Nach der Umstellung haben wir unser starkes Gesicht gezeigt und setzten Röttenbach unter Druck. Ein Remis wäre möglich und gerecht gewesen."

An die Wiesent fahren er und sein Team mit breiter Brust: "Wir haben Respekt, aber definitiv keine Angst. Ebermannstadt, Baiersdorf II und wir werden dort oben bleiben und den Titel untereinander ausmachen. Das Führungstrio liegt in der Leistungsstärke sehr nah beieinander." Das Hinspiel ging mit 3:0 klar an Langensendelbach, der 30-jährige Uttenreuther wäre mit einem Unentschieden zufrieden: "Die Ebser haben mehr Druck als wir. Doch diese Saison sind wir die Gejagten, jeder will der Erste sein, der uns schlägt. Egal wie es endet, auch nach dieser Partie wird niemand schlauer sein, wie die Saison ausgeht."


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