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Ein Paragraf beschäftigt den Spielkreis Erlangen/Pegnitzgrund

Aufstiegsberechtigt oder nicht? Von diesem Begriff aus der Spielordnung des BFV hängt ab, ob man im Kreispokal einen vierten Spieler einwechseln darf.
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Kevin Trauner forderte im Pokalspiel seiner Hüttenbacher in Ermreuth vergeblich eine vierte Einwechslung.  Foto: Sportfoto Zink
Kevin Trauner forderte im Pokalspiel seiner Hüttenbacher in Ermreuth vergeblich eine vierte Einwechslung. Foto: Sportfoto Zink
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Verlängerung gab es an Allerheiligen nicht, aber ein Nachspiel hat das Pokal-Achtelfinale im Spielkreis ER/PEG zwischen dem SV Ermreuth und der SpVgg Hüttenbach, das der Kreisligist gegen den Bezirksligisten mit 2:1 gewann. Die unterlegenen Gäste legten Einspruch gegen die Wertung ein, weil der Schiedsrichter die Einwechslung eines vierten Spielers verweigert hatte.

Kräftesparen, aber wie?

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Der Trainer der SpVgg, Kevin Trauner, hatte sich aufgrund der Belastung seiner Schützlinge über Schonungsmöglichkeiten informiert und war auf Paragraf 36 der Spielordnung des bayerischen Fußball-Verbands gestoßen: "Während eines Herrenspiels dürfen drei, bei Spielen im nicht aufstiegsberechtigten Spielbetrieb vier Spieler ausgewechselt werden." Auf Nachfrage beim Kreisspielleiter bestätigte Max Habermann die Regelauslegung per Mail, dennoch blieb es vor einer Woche bei drei Auswechslungen. Warum?

Der Referee der Partie war sich unsicher, da er weder den Paragrafen noch die Mail von Habermann kannte. Die Hüttenbacher hatten die Antwort Habermanns nicht schriftlich dabei. Und der zufällig anwesende Erlanger Schiedsrichterobmann Manfred Kettler riet dem Unparteiischen, die vierte Auswechslung nicht zuzulassen. "Wir haben noch nie mit vier Auswechslungen gespielt. Dann hätten wir es ja in all den Jahren falsch gemacht", sagte Kettler dem Fränkischen Tag.

Der Obmann beruft sich also auf Gewohnheitsrecht und darauf, dass ihm sämtliche Verbandsfunktionäre im Nachhinein zugestimmt hätten. Kettler sieht sich zu Unrecht als Sündenbock. "Ich habe in der Halbzeitpause versucht, sämtliche Funktionäre zu erreichen, jedoch ohne Erfolg."

Alles Auslegungssache?

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Gleichzeitig räumt er ein, dass Habermann theoretisch auch Recht habe. Alles hänge am Begriff "aufstiegsberechtigt". "Ich hatte die Anfrage von drei Vereinen zur Anzahl der Wechsel, darunter Hüttenbach und Diepersdorf", bestätigt Habermann. In der parallelen Begegnung zwischen dem ASV Forth und der SpVgg Diepersdorf wechselten die Gäste in der Tat vier Mal. Da der Bezirksligist beim Kreisligisten mit 1:4 verlor, gab es hier logischerweise keinen Protest.

In einem Schreiben an das Verbandssportgericht bittet der Kreisspielleiter nun um Klärung. Auch, ob das Ermreuther Spiel neu angesetzt werden muss. "Wir werden sehen, wie das Sportgericht entscheidet", sagt Kettler. Ich bin mir sicher, dass das eingeteilte Schiedsrichtergespann die richtige Entscheidung getroffen hat."

Schiedsrichter beeinflusst?

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Inzwischen entstand ein Nebenkriegsschauplatz: Die SpVgg wirft Kettler vor, unangemessen Einfluss auf den Schiedsrichter genommen zu haben. Nicht nur in Sachen vierter Einwechslung, sondern auch bei anderen Entscheidungen. "Der Schiedsrichter wurde unsicher gemacht wegen der Anzahl der Wechsel, deswegen haben wir uns in der Halbzeitpause besprochen. Das muss doch gestattet sein. Ich habe mich noch nie in irgendwelche Schiedsrichterentscheidungen eingemischt und werde das weiter so praktizieren", stellt der 60-Jährige klar.

Er wiederum bemängelt speziell das Verhalten eines Hüttenbacher Funktionärs, dem er lautstarke Äußerungen gegenüber den Referees bis zum Schlusspfiff unterstellt. "Solch ein Verhalten regt mich zum Nachdenken an und sollte aus meiner Sicht sanktioniert werden, um unsere Schiedsrichter zu schützen", fordert Kettler, der seit 42 Jahren pfeift.



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